BRIDGE

Denksport und 
Freizeitvergnügen

 

Im Turniersaal herrscht atemlose Stille, die Luft knistert vor Spannung. Überall angestrengt nachdenkende Gesichter, untermalt vom leisen Gleiten fallender Spielkarten. Dann plötzlich ertönt eine Stimme: “Bitte wechseln!” Im Saal wird es laut, für Außenstehende mag der Eindruck eines kleinen Tumults entstehen, da die Spieler scheinbar durcheinander laufen und sich engagiert unterhalten. Kurz darauf aber haben alle Anwesenden wieder Platz genommen, und schon prägen Stille und Konzentration von neuem die Atmosphäre.
Faszination pur
Wer mit einer solchen Szene konfrontiert wird, hat gerade den ersten Eindruck von einem Bridgeturnier gewonnen. Doch worum es dabei geht, ist noch um einige Potenzen interessanter: Bridge ist das facettenreichste aller Kartenspiele. Rund um den Globus zieht dieser Denksport Menschen in seinen Bann. 
Geist und Persönlichkeit sind gefordert


Bridge-Meisterschaft im stilvollen Ambiente des 
Kursaales von Bad Brückenau. Dort findet im Juli 2001 auch das
3. Deutsche Bridge-
Festival statt.

Bridge, das spätestens bei der Winter-Olympiade 2006 in Turin als offizielle Sportart bei den Wettkämpfen vertreten sein wird, ist ein Kartenspiel für vier Personen und wird mit festen Partnern gespielt. Dass bei 52 Karten hohe Anforderungen an die Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit, an 
logisches Verständnis und psychologisches Einfühlungsvermögen gestellt werden, macht Bridge so faszinierend. Gesellen sich dann zu diesen Eigenschaften noch ein wenig Risikobereitschaft und Kreativität hinzu, hat man einen guten Bridgespieler einigermaßen treffend beschrieben. 
Vielseitigkeit: Vom Gehirnjogging bis zur Geselligkeit
Bridge lernen kann jeder, der Spaß an Denksport-Aufgaben hat; das Alter spielt dabei keine Rolle. Jüngere Spieler drängt es zwar vornehmlich in die Welt des Turnierlebens – das wie in anderen Sportarten von Weltmeisterschaften bis hin zu Bezirksturnieren perfekt durchorganisiert ist –, um sich dort im harten intellektuellen Wettkampf Lorbeeren zu verdienen. 
Doch müssen die Ambitionen ja nicht gleich so hoch gesteckt sein. Bridge besitzt noch einige andere Eigenschaften, die gerade für Menschen im besten Alter interessant sind: 
Es ist gesellig, hält geistig fit und sorgt für spannende Abwechslung im Alltag. 
Gerade diese Kombination macht es aus: Jedes Spiel ist ein Training für den Geist, es trägt dazu bei, geistige Leistungsfähigkeit und Flexibilität zu bewahren bzw. zu fördern - und das eben nicht im stillen Kämmerlein, sondern in fröhlicher Runde mit anderen Mitspielern. Egal, ob man dem Sport im heimischen Club, in privater Runde oder auf den immer beliebter werdenden Bridge-Reisen in größeren Gruppen nachgeht – aus dieser anregenden Beschäftigung ergeben sich immer neue Aspekte. Ob man nun mit seinem Partner hitzige Diskussionen führt, sich gemeinsam über Erfolge freut oder durch das neue Hobby Freundschaften und Kontakte knüpft – eines steht fest: Langweilig wird es beim Bridge nie.
Man kann es also durchaus so betrachten: Ein Bridgekurs ist eine Investition in die Zukunft, die sich vielfach „auszahlt”: Gehirnjogging, Spielspaß und Geselligkeit. So viel Positives „in einem Paket” wird selten geboten.
Tipp:
Informationen über Lern- und Spielmöglichkeiten:
Deutscher Bridge-Verband e.V.
Sudetenstraße 5, 
87600 Kaufbeuren
Tel.: 08341/916310; 
Fax: 08341/916319
http://www.bridge-verband.de

Ausgabe 2 / 2001