Wasser

Flasche oder Leitung?

Wasser ist Leben
Ohne Wasser läuft gar nichts. Es gibt Lebewesen, die ohne Licht oder ohne Sauerstoff leben können, aber keines ist in der Lage, ohne Wasser zu existieren. Wir Menschen können mehrere Wochen ohne zu essen leben, aber nur wenige Tage ohne Wasser. Wasser ist notwendig, um Haut, Haare und Körperorgane gesund zu erhalten, um lebenswichtige Enzyme zu produzieren und Nährstoffe zu lösen und zu transportieren. Darüber hinaus benötigt der Körper Wasser, um sich von zahlreichen Schadstoffen zu befreien. Unser Körper besteht bei der Geburt zu etwa 80 Prozent aus Wasser, mit zunehmenden Alter sinkt der Anteil auf etwa 60 Prozent.
Den Flüssigkeitsbedarf ausgleichen
Ein erwachsener Mensch scheidet unter normalen Bedingungen pro Tag etwa 2,5 Liter Flüssigkeit aus. Der größte Teil dieses Flüssigkeitsverlustes sollte über ausreichendes Trinken ausgeglichen werden. Insbesondere für Menschen im besten Alter ist die bewusste Aufnahme von Flüssigkeit von großer Bedeutung. Denn das Durstgefühl lässt nach, ältere Menschen essen weniger als jüngere, und somit verringert sich auch die Flüssigkeitsaufnahme durch die Nahrung. Durch die eventuell auch verstärkte Einnahme von Medikamenten wächst zudem die Menge der Giftstoffe, derer sich der Körper entledigen muss.
Zahlreiche andere Faktoren erhöhen den Flüssigkeitsbedarf zusätzlich: Trockene Luft, Arbeit, Sport, salzhaltige Nahrung, aber auch der Konsum von Kaffee, Tee oder Alkohol lassen den Wasserhaushalt schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Auch viele Säfte wirken aufgrund ihres hohen Kaliumgehaltes entwässernd. Wirklich durstlöschend und der optimale Flüssigkeitsspender ist nach wie vor Wasser. Doch auch beim einfachsten der Getränke bieten sich dem Verbraucher zahlreiche Alternativen. 
Der Griff zur Flasche
Mineralwasser ist der Durstlöscher Nummer eins in Deutschland: Pro Jahr nimmt der Durchschnittsverbraucher 100 Liter des klaren Erfrischungsgetränkes zu sich, Tendenz steigend. In den letzten Jahren haben sich die Deutschen auf einen der vordersten Plätze im Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Europa getrunken. Nur die Italiener (136 Liter), Belgier und Schweizer liegen vor Deutschland.
Mineralwasser ist gesund, meinen viele, und die Werbung suggeriert, Mineralwasser sei eines der letzten verbliebenen „natürlichen Lebensmittel“. 
Mineralwasser ist ursprünglich Regenwasser, das tief in den Boden eingedrungen ist und dabei aus den Gesteinen die unterschiedlichsten Mineralien und andere Stoffe herausgelöst hat. Nicht immer sind diese gelösten Stoffe aber wünschenswert oder gesund. Auch die Zusammensetzung der einzelnen Mineralien und Spurenelemente ist von Wasser zu Wasser unterschiedlich. 
Wasser ist nicht gleich Wasser
Nicht alles, was im Handel in Flaschen erhältlich ist, ist auch Mineralwasser. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Mineralwasser, Heilwasser, Quell- und Tafelwasser. Was sich wie nennen darf, ist in der Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTV) geregelt. Mineralwasser ist das einzige Lebensmittel, das einer amtlichen Anerkennung bedarf. Es muss aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammen und von ursprünglicher Reinheit sein. Mineralwasser muss von Natur aus Mineralien und Spurenelemente enthalten und direkt am Quellort abgefüllt werden.
Heilwasser ist ein Arzneimittel und unterliegt somit dem Arzneimittelgesetz. Die gesetzlichen Regelungen für Heilwässer enthalten ähnliche Bestimmungen wie die für Mineralwasser – mit dem Unterschied, dass Heilwasser nicht amtlich anerkannt wird, dafür aber vorbeugende oder heilende Eigenschaften besitzen muss.
Quellwasser hat mit Mineralwasser nicht mehr viel gemeinsam. Es muss zwar auch am Quellort abgefüllt werden und aus unterirdischen Wasservorkommen stammen, ist aber gesetzlich nicht vor Verunreinigungen geschützt.
Tafelwasser schließlich ist eine Sammelbezeichnung für jedes andere in Flaschen abgefüllte Wasser. Es kann aus Trinkwasser, auch aus Mineralwasser, Meerwasser sowie verschiedenen Zusatzstoffen hergestellt werden. Tafelwasser kann beliebig vertrieben werden. Während Mineral- und Quellwasser ausschließlich in Flaschen serviert werden dürfen, kann Tafelwasser auch aus Zapfanlagen oder Containern ausgeschenkt werden. Hygienisch muss Tafelwasser – wie Mineral- und Quellwasser – einwandfrei sein, wobei jedoch selten eine ständige Kontrolle durchgeführt wird.
Mineralwasser: Rein ist nicht immer auch fein
Die Reinheit des Mineralwassers kann allerdings auch ihre Tücken haben: Da Mineralwasser nach seiner Gewinnung aus der Quelle nicht mehr verändert werden darf, gibt es auch keine verbindlichen Grenzwerte für die einzelnen Inhaltsstoffe. So liegt beispielsweise der Nitratgehalt bei vielen Mineralwässern höher als der laut Trinkwasserverordnung (TVO) zugelassene Wert bei Trinkwasser. Nitrat ist eine Stickstoffquelle für Pflanzen und wird daher zum Düngen benutzt. Der Körper kann Nitrat unter bestimmten Bedingungen in Nitrit umwandeln. Und dieses Nitrit wiederum kann im Magen mit Aminen zu Nitrosaminen reagieren, die stark krebserregend sind. Täglich nehmen wir Nitrat mit der Nahrung auf: Fisch und Gemüse z.B. enthalten reichlich davon. Daher sollte unser Wasser möglichst nitratarm sein, da bei übermäßiger Aufnahme dieses Stoffes das Krebsrisiko drastisch steigt. 
Orientierungswerte für Mineralwässer sind maximal 25 mg Nitrat pro Liter und 0,05 mg Nitrit pro Liter. Bei einigen Brunnen werden die Nitrat- und Nitritgehalte auf dem Etikett angegeben. Eine Deklarationspflicht besteht allerdings nicht.
Was noch drin sein kann
Auch andere Stoffe im Mineralwasser können dem menschlichen Organismus gefährlich werden. Viele Mineralwässer sind reich an Natrium - für Bluthochdruckpatienten eine Mischung, die tödlich wirken könnte. Aber auch gesunde Menschen können unter bestimmten Bedingungen Bluthochdruck entwickeln, wenn zu viel Natrium in den Körper gelangt. Da noch ungeklärt ist, wer zu diesen „Natrium-sensiblen“ Menschen gehört, sollte der Natriumkonsum minimiert werden. Über eine Unterversorgung brauchen wir uns in unserer Gesellschaft eigentlich keine Sorgen zu machen. Die Aufnahme an Natriumchlorid (Kochsalz) liegt im Durchschnitt doppelt so hoch wie die empfohlenen Werte. Der Mindestbedarf an Natrium wird mit 1,5 Gramm Kochsalz pro Tag gedeckt. Die tatsächliche Aufnahme liegt im Schnitt aber bei etwa 3 Gramm Natrium, das entspricht etwa 7,5 Gramm Kochsalz pro Tag.
Mit Mineralwasser kauft man häufig die Katze im Sack. Die Nährwertangaben auf dem Flaschenetikett sind meist entweder unvollständig oder veraltet: In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich bei den Angaben um Auftragsanalysen, was so viel heißt, dass der Brunnenbetreiber das Wasser hinsichtlich ganz bestimmter Inhaltsstoffe hat testen lassen. Was darüber hinaus im Wasser enthalten ist, bleibt dem Verbraucher verborgen. Viele Mineralwässer würden auf Grund ihrer mangelhaften Qualität als Leitungswasser nicht durchgehen.
Leitungswasser: ein Höchstmaß an Kontrolle
Leitungswasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Die Beschaffenheit des Trinkwassers ist ganz klar in der TVO geregelt. Trinkwasser muss stets einem Qualitätsstandard entsprechen, der gewährleistet, dass das Wasser auch von Säuglingen, Schwangeren, alten Menschen und Kranken gleichermaßen bedenkenlos getrunken werden kann.
Unter ständiger Kontrolle des Gesundheitsamtes darf das Trinkwasser in Deutschland die relevanten Grenzwerte für chemische Stoffe nicht überschreiten. Leitungswasser hat also die beste Qualität, die ein Lebensmittel haben kann – vorausgesetzt, dass durch einwandfreie Leitungen das Wasser in dieser hohen Qualität auch beim Verbraucher ankommt. Horrormeldungen wie „Bleirückstände in Wasserleitungen“ und Ähnliches betreffen nur einen geringen Teil der deutschen Bevölkerung. Solche Rückstände können einzig aus alten Leitungen im Haus stammen, denn die Gültigkeit der Richtlinien für das Trinkwasser endet laut TVO mit dem Eintritt des Wassers in das jeweilige Hausnetz. Für die Qualität der Rohrleitungen im Haus ist der Hauseigentümer zuständig. Wer also Zweifel an der Qualität seines Trinkwassers hat, sollte sich an seinen Vermieter wenden. Was die Wasserqualität im Ortsnetz betrifft, halten die meisten Wasserversorger Informationen und Analysewerte für die Verbraucher bereit.
Alternativen zum reinen Trinkwasser sind grundsätzlich also mit Vorsicht zu genießen. Ganz abgesehen davon, dass Leitungswasser auch wesentlich günstiger ist als Mineralwasser aus der Flasche.
Sauerstoff-Wasser: Gesundheit aus der Wasserleitung
Für Furore sorgt derzeit ein neues Verfahren zur Anreicherung des Trinkwassers mit Sauerstoff. Das Prinzip ist einfach: Ein mit Filter bestückter spezieller Automat, der einfach an die Wasserleitung angeschlossen wird, setzt diesem Sauerstoff zu. So gelangt der lebensnotwendige und förderliche Sauerstoff mit dem Wasser als zusätzliche “Dosis” in den Körper.
Warum mehr Sauerstoff?
Wasser und Sauerstoff sind die wichtigsten Bausteine für den Erhalt der Stoffwechselfunktionen und damit Voraussetzung für körperliche wie geistige Leistungsfähigkeit. Kontinuierlich muss beides dem Organismus zugeführt werden, bei einer 3- bis 4-minütigen Unterbrechung der Sauerstoffversorgung kommt es bereits zu einer irreparablen Schädigung der Gehirnzellen. Welche eminente Bedeutung Sauerstoff als “Lebensmittel” für den Menschen hat und wie eng fast alle Krankheitsbilder und Alterserscheinungen im Zusammenhang mit Sauerstoffmangel stehen, rückt erst jetzt allmählich ins Bewusstsein der Mediziner wie der Öffentlichkeit. Neueste Forschungen haben gezeigt, dass eine anhaltende Unterversorgung mit Sauerstoff bei vielen Menschen gegeben ist und Ursache sein kann für Müdigkeit, Energie- und Antriebslosigkeit, Depression. Aber auch “handfeste” körperliche Symptome sind oftmals auf Sauerstoffmangel zurückzuführen: Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck, Herz- und Kreislaufprobleme, mangelhafte Lungenfunktion. Sauerstoffunterversorgung kann sich in allen Körperzellen bemerkbar machen und zu Ausfallerscheinungen führen. Dabei liegen die Ursachen oftmals auf der Hand: Zu wenig Bewegung im Freien, Stress, Umweltbelastungen und Genussmittel wie Alkohol oder Nikotin machen Sauerstoff zur “Mangelware”. Doch auch durch den natürlichen Alterungsprozess sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut.
Energiedrink und Jungbrunnen
Mit reinem Sauerstoff angereichertes Wasser ist deshalb der reinste “Muntermacher”. Während der Sauerstoffgehalt von Trinkwasser normalerweise bei 3 bis 10 mg pro Liter liegt, können mit den Sauerstoff-Geräten Werte zwischen 40 und 60 mg/Liter erreicht werden – und das ohne jegliche nachteilige Wirkung. Im Gegenteil: Über den Magen-Darm-Kanal gelangt zusätzlich Sauerstoff in den Blutkreislauf und dadurch in alle Organe. Die “Sonderration” Sauerstoff wirkt sich positiv auf die Darmflora aus, die Abwehrkräfte werden gestärkt, Herz und Gehirn, der gesamte Körper, besser durchblutet. Und noch eine kleine Sensation hält das Gesundheitselixier parat: Ersten Erkenntnissen zufolge reduziert oder stoppt die Sauerstoff-Wasser-Kombination Alterungsprozesse, indem sie der Zellschädigung durch so genannte Freie Radikale vorbeugt und den programmierten Zelltod verzögert.
Bezugsquellen/Hersteller von Sauerstoff-Wasser-Geräten:
Medline – Medizinische Geräte GmbH & Co. KG Geschäftsbereich: 
GASINA Sauerstoff-Wasserautomaten
Carl-Zeiss-Straße 2, 76275 Ettlingen
Tel.: 01 80/5 00 16 51; Fax: 0 72 43/5 89 90-20

Ionox Wassertechnologie
Edekastr. 1, 93083 Obertraubling
Tel.: 0 94 01 / 60 70 00; Fax: 0 94 01/60 72 22

Oxywell GmbH + Co 
Sauerstofftechnik KG
Tel.: 01805 / 225258
Fax: 08166/675213
www.oxywell.com

Ayurveda Tipp: 
Regelmäßiges Trinken von heißem Wasser hat eine Vielzahl von positiven Wirkungen: 
  • reinigt den Körper von innen, auch die Haut sieht frischer und besser durchblutet aus
  • beruhigt und stabilisiert bei Nervosität und Abgespanntheit
  • hilft bei Darmstörungen wie Aufstoßen, Blähungen, Verstopfung 
  • lindert Gelenk-, Rücken- und Nackenschmerzen 

So wird’s gemacht:

Reines Wasser (ohne Kohlensäure) zehn bis fünfzehn Minuten kochen – dadurch bekommt es einen leicht süßen Geschmack –, in eine Thermoskanne füllen und stündlich oder halbstündlich zwei bis drei Schlucke (oder mehr) trinken. 

Dies ist ein Tipp aus dem sehr empfehlenswerten Buch 
„Ayurveda für jeden Tag” von 
Dr. med. Ernst Schrott, Mosaik Verlag.


Ausgabe 2 / 2001