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Blutdruck
- eine Frage der Ernährung? |
| Es gibt Menschen, die unter Druck am
besten arbeiten. Wenn ihnen der Stress im Nacken sitzt, laufen sie zur
Höchstform auf. Ganz anders reagiert jedoch unser Herz-Kreislauf-System
auf Hochdruck. Insbesondere wenn das Herz zu häufig unter Stress
gerät, kann das ernst zu nehmende Folgen haben. Bluthochdruck (Hypertonie) ist weiter verbreitet als viele Menschen denken. Man sieht ihn nicht, spürt ihn nicht, und er tut nicht weh. Und dennoch leidet schätzungsweise jede(r) fünfte Deutsche unter chronischem Bluthochdruck, Tendenz steigend. |
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| Bluthochdruck: Ursachen und Wirkungen einer „Volkskrankheit” | |
| Zu hoher Blutdruck gilt als einer der
größtenRisikofaktoren für die Entstehung ernster Herz- und
Gefäßkrankheiten, für Arterienverkalkung, Herzinfarkt und
Schlaganfall. Die Gründe für Bluthochdruck können sehr
unterschiedlich sein. Selten kann man ihn auf nur eine Ursache
zurückführen. Risikofaktoren sind vor allem Stress, Übergewicht,
Bewegungsmangel, Rauchen, zu hoher Alkoholkonsum und falsche Ernährung.
Vor allem mit zunehmendem Alter verstärkt sich das Risiko: Fast jede
zweite Person über 65 leidet unter Hypertonie. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ahnen überhaupt nichts von der schleichenden Krankheit. Nur gelegentlich machen sich Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel, Nervosität, vermehrte Schweißbildung, Schlafstörungen und Leistungsminderung bemerkbar. Treten diese einmal auf, ist es meist Fünf vor Zwölf – und Herz, Nieren, Gehirn und Augen können bereits Schäden erlitten haben. |
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| Messungen zur Früherkennung | |
| Da die Häufigkeit von Bluthochdruck ab einem Lebensalter von 45 Jahren ansteigt, empfiehlt es sich, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren, um bei Abweichung vom Normalwert rechtzeitig entgegensteuern zu können. Erhöhten Blutdruck haben diejenigen, die bei mehr als drei Messungen an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Uhrzeiten mehr als 140 (Systole) zu 95 (Diastole) mm Hg messen. | |
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Salzarme Ernährung |
| Salz sei Gift für
Bluthochdruck-Kandidaten, propagieren Mediziner seit Jahren. So lautete
die Empfehlung für Hypertoniker bisher: Enthaltsamkeit in Sachen Salz.
Neuere Forschungsergebnisse relativieren allerdings diese alte
medizinische Schulweisheit: Demzufolge reagiert nicht jeder Mensch
gleichermaßen auf Kochsalz. Sicher ist jedoch, dass mit zunehmendem
Alter die Salzempfindlichkeit des Menschen steigt, sodass gerade bei
älteren Patienten die Chancen sehr gut stehen, den Blutdruck mit einer
kochsalzarmen Ernährung zu regulieren. Durchschnittlich nimmt jeder Deutsche täglich etwa zwölf Gramm Kochsalz zu sich. Die Deutsche Liga zur Bekämpfung des zu hohen Blutdrucks empfiehlt maximal sechs Gramm. Angesichts der weit reichenden Veränderungen in der Lebensführung ist der hohe Salzkonsum allerdings kein Wunder: Keine Zeit, permanente Hektik – diese und andere Gegebenheiten haben dem schnellen Snack zum Mitnehmen oder dem Fertigmenü aus der Mikrowelle folgenreichen Vorschub geleistet. Mehr als die Hälfte des Salzes, das wir täglich zu uns nehmen, ist in fertig verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. Bereits ein Fertiggericht enthält mehr als die empfohlene Tagesmenge. Selbst kochen und bewusst mit Salz umgehen, heißt daher die Lösung. Wer salzarm kocht, dem wird das Essen in den meisten Fällen allerdings zunächst sehr fad vorkommen. Ein Tipp, wie man salzarm kochen kann und dennoch eine kräftig schmeckende Mahlzeit erhält: Zutaten häufiger dünsten, grillen, braten oder gratinieren statt kochen. So werden die natürlichen Aromen geschont, die Nahrungsmittel laugen – auch geschmacklich – nicht so sehr aus. Mit Gewürzen und Kräutern lassen sich Gerichte unendlich vielfältig variieren und köstlich zubereiten. |
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| Kalium als Ausgleich | |
| Bedeutung innerhalb der Ernährung
kommt insbesondere auch einem alkalischen Stoff zu, der der natürliche
Gegenspieler von Natrium ist: dem Kalium. Um der blutdrucksteigernden
Wirkung von Natrium im Kochsalz (Natriumchlorid) entgegenzusteuern, muss
der Körper über ausreichend Kalium verfügen. Die empfohlene
Tagesdosis Kalium beträgt drei bis vier Gramm. Achten Sie daher auf
eine kaliumreiche Kost, zu der vor allem Gemüse, Obst und Nüsse
zählen. Besonders große Kaliummengen sind in Bananen, Zwiebeln und
Hülsenfrüchten (vor allem Sojabohnen) enthalten. Auch Kartoffeln,
Grünkohl, Spinat oder Sauerkraut sind optimale Kaliumlieferanten. |
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| Fett ist nicht gleich Fett: Seien Sie wählerisch! | |
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Ebenfalls entscheidend für die Höhe des
Blutdrucks ist die Art der Fette, die ein Mensch im Laufe seines Lebens zu
sich nimmt. Hellhörig wurden Ernährungswissenschaftler, als Forscher
herausfanden, dass die Eskimos in Alaska zu den Völkern gehören, die
auffällig selten an Herz-Kreislauf-Krankheiten leiden. Heute weiß man,
dass dies auch mit der salzarmen, vor allem aber mit der besonders
fischreichen Kost zusammenhängt. Vorteilhaft dabei ist die hohe
Konzentration an Omega-3-Fettsäuren im Öl von Kaltwasserfischen wie
Lachs, Makrele, Hering und Thunfisch mit ihrer positiven Wirkung auf den
Blutfettspiegel und die Blutdruckwerte. Wie die Fettsäuren im Körper
wirken, ist allerdings noch nicht restlos geklärt. Fest steht, dass
Omega-3-Fettsäuren die Fließfähigkeit des Blutes verbessern. Sie
verhindern die Verklumpung und steigern die Flexibilität der roten
Blutkörperchen. Fisch als Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren sollte daher viel häufiger im Speiseplan auftauchen. Außerdem empfiehlt es sich, grundsätzlich tierische Fette durch pflanzliche zu ersetzen, denn auch sie enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Besonders hoch ist der Gehalt bei Walnüssen, Erdnüssen und Mandeln. |
| Niedriger Blutdruck – weniger Leistung | |
| Weniger verbreitet als Hypertonie und
auch nicht ganz so gefährlich ist zu niedriger Blutdruck (Hypotonie).
Dafür gelten die unteren Grenzwerte von systolisch 100 und diastolisch
80 mm Hg. Im Gegensatz zu Bluthochdruck-Patienten haben Menschen mit zu niedrigem Blutdruck eine recht hohe Lebenserwartung. Dennoch ist auch Hypotonie kein Zuckerschlecken: Mattigkeit, Wetterfühligkeit, Schwindel und rasche Ermüdbarkeit plagen Menschen mit zu niedrigem Blutdruck. Frauen klagen zwar häufiger über diese Symptome. Nach einer Studie des National Institute of Occupational Health in Australien sind aber beide Geschlechter in gleichem Maße betroffen. Wer glaubt, dass Patienten mit zu niedrigem Blutdruck in Hinblick auf die Ernährung nur das tun müssten, was für Hypertoniker tabu ist, hat sich geirrt. Denn: Zu niedriger Blutdruck ist eine Krankheit für sich, mit eigenen Ursachen und daher eigener Therapie. |
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| Abwarten – bei Tee und Lakritz | |
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Was den Salzverbrauch angeht, eignet sich
eine höhere Salzzufuhr kaum, um niedrigen Blutdruck auf Trab zu bringen.
Auch Kaffee ist nur für kurzfristige Erhöhung des Blutdrucks geeignet
– vorausgesetzt, der Patient ist ein unregelmäßiger Kaffee-Trinker.
Ein altes Hausmittel bei zu niedrigem Blutdruck ist das Trinken von Sekt.
Dieser Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen, denn Sekt hebt
den Blutdruck nur für einige Minuten, dann wirkt der Alkohol und der
Blutdruck sinkt wieder in den Keller. Tee ist eine Alternative, die Wunder
wirken kann. Besonders anregend wirken schwarzer und grüner Tee. Er
sollte nicht länger als drei bis fünf Minuten ziehen, denn nur so wird
der wichtige Stoff Theophyllin aktiviert. Dieser blockiert die
Andockstellen (Rezeptoren) in den Gefäßwänden, die normalerweise auf
den Blutdrucksenker Adenosin reagieren. Ein weiterer Fitmacher für zu niedrigen Blutdruck ist Lakritz. Der darin enthaltene Stoff, das Saponin, drückt den Blutdruck nach oben. Heute wird Lakritz häufig auch mit Kalzium versetzt. Und damit ist eine Gefahr gebannt: dass nämlich der in Lakritz enthaltene Süßholzsaft mit kalziumentziehender Wirkung zur Gefahr für den Knochenbau wird. |
| Ernährungsumstellung als Beitrag zur Therapie | |
| Ob zu hoher oder zu niedriger Blutdruck – ein Wundermittel ist Blutdruck regulierende Ernährung kaum. Vollwertige Kost und ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln sind allerdings ein erster Schritt und Baustein für eine erfolgreiche Therapie. Sicherlich ist es bequemer, Medikamente zu schlucken statt seinen Lebensstil zu ändern und sich von einigen lieb gewonnenen Gewohnheiten zu verabschieden. Aber es kann auch Spaß machen, die „etwas andere“, den Blutdruck regulierende Küche zu entdecken. Und kombiniert mit regelmäßiger Bewegung, hat diese Umstellung noch einen weiteren Vorteil: Nicht nur beim Blutdruck macht sich der positive Einfluss bemerkbar, sondern der ganze Körper wird davon profitieren. | |
| Systole und Diastole – Was ist das? | |
| Das menschliche Herz
arbeitet rund um die Uhr und das ein Leben lang. Täglich schlägt es
etwa 100.000 Mal und pumpt in dieser Zeit ca. 9 Tonnen Blut durch den
Kreislauf. Wenn das Herz sich zusammenzieht (Systole), übt es Druck auf
das Blut aus. In diesem Moment ist der Blutdruck am höchsten. Der
zugehörige Blutdruckwert wird als systolischer Wert bezeichnet. Das
sauerstoffangereicherte Blut strömt durch die Arterien und verteilt
sich im ganzen Körper. Nach dem Zusammenziehen des Herzmuskels erfolgt eine kurze Ruhepause (Diastole), in der sich der Herzmuskel entspannt und keinen Druck mehr auf das Blut ausübt. Das heißt aber nicht, dass das Blut während der Diastole stehenbleibt; für den Weiterfluss sorgen gefäßeigene Regulierungssysteme. In dieser Phase ist der Blutdruck einfach geringer. Der zugehörige diastolische Wert hat für die Messung besondere Bedeutung, da er angibt, wie hoch der ständig im Körper vorhandene Blutdruck mindestens ist. |
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| Miriam Werner |