SCANNER

Technik und Tipps

Für den einen sind sie überflüssiges Spielzeug, für den anderen ein nützliches Zubehör. Die Qualität selbst günstiger Scanner ist in jedem Fall erstaunlich und mit Hilfe der beiliegenden Programme sind bald die ersten Ergebnisse auf dem Bildschirm zu bewundern. Ob Sie Ihre Urlaubsbilder in einem digitalen Archiv speichern oder eine Dia-Show am Computer erstellen wollen, die mitgelieferte Software bietet vielfältige Möglichkeiten. Go longlife! gibt Ihnen einen Überblick über die Technik sowie grundlegende Tipps zum Scannen.
USB oder Parallel



Wollen Sie an Ihrem Computer nicht nur Text verarbeiten, sondern mit Bildern gestalten? Dann ist der Scanner ein sinnvolles Zusatzgerät.

Bevor Sie sich für einen Scanner entscheiden, sollten Sie sich vergewissern, ob Sie ihn auch an Ihren Computer anschließen können. Der universellste Anschluss erfolgt über den Parallel- Port. Das ist eine 25polige Anschlussleiste an der Rückseite des Computers, an die auch die meisten Drucker angeschlossen werden. Der Parallel-Port existiert schon seit vielen Jahren und wird von jedem Betriebssystem unterstützt, ist allerdings nicht sonderlich schnell. Scanner mit Parallel-Anschluss haben auf der Rückseite eine weitere Buchse, an die ggf. der Drucker angeschlossen wird. Die Drucksignale werden automatisch durch den Scanner geleitet, wenn dieser eingeschaltet ist. Lediglich beim gleichzeitigen Betrieb von Scanner und Drucker kann es zu Problemen kommen. Seit etwa zwei Jahren verfügen PCs über USB-Ports. In der Regel befinden sich die USB-Anschlüsse auf der Rückseite des Computers. Sie sind etwa 4 x 12 mm groß und liegen direkt unter den Anschlüssen für Maus und Tastatur. Die USB-Verbindung kann wesentlich mehr Daten übertragen und verkürzt die Scandauer vor allem bei besseren Geräten deutlich. Allerdings muss der Computer mit Windows98 oder einem neueren Betriebssystem ausgerüstet sein, Windows95 kennt kein USB. Wenn Ihr Rechner also keine USB-Anschlüsse hat oder mit Windows95 läuft, kommt nur ein Scanner mit Parallel-Anschluss in Frage, ansonsten ist ein USB-Gerät die bessere Wahl.

Scanner für den Privatgebrauch liegen preislich bei etwa 50 bis 150 €. Die Ergebnisse dieser Geräte sind durchaus brauchbar und genügen den meisten Anforderungen. Teurere Scanner haben meist mehr Funktionen und sind etwas schneller.
Die Technik der digitalen Bilder
Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Foto oder Dia besteht ein Computerbild aus einer Vielzahl farbiger Punkte. Die Qualität eines Bildes hängt von der Größe und Anzahl dieser Punkte ab. Das Prinzip eines Scanners ist recht einfach: Unter einer Glasplatte sitzt eine Schiene, die mit vielen optischen Sensoren bestückt ist. Diese Sensoren nehmen eine Zeile des Bildes in Form von vielen einzelnen Punkten auf, dann fährt die Schiene ein kleines Stück weiter und die nächste Zeile wird aufgenommen, das geschieht so lange, bis das ganze Bild eingelesen ist. Je kleiner die einzelnen Schritte und je mehr Sensoren in der Schiene sind, umso mehr Details werden aufgenommen. Das nennt man “Auflösung”. Sie wird bei jedem Scanner angegeben. Die Auflösung sollte mindestens 600 x 600 DPI betragen, damit auch kleinformatige Vorlagen detailliert eingelesen werden können.
Dias und Negative
Normalerweise werden die Vorlagen von unten beleuchtet und das reflektierte Licht wird von den Sensoren des Scanners aufgenommen. Dias können auf diese Art jedoch nicht gescannt werden, da die Oberfläche des Films keine Farbinformationen enthält. Um Dias oder Negative einzuscannen, benötigen Sie einen Scanner mit Durchlichteinheit. Die Durchlichteinheit ist entweder fest in den Deckel des Scanners eingebaut oder sie ist ein separates Gerät, das auf die Vorlage aufgesetzt wird und das Dia gleichmäßig durchleuchtet. Um Dias in vernünftiger Qualität und Größe einzulesen, sollte der Scanner mindestens eine Auflösung von 600 x 1200 DPI haben. Einige Hersteller bieten auch spezielle Dia- und Fotoscanner an. Diese Geräte sind in der Bedienung recht einfach, doch sie können nur Vorlagen bis zu einer Größe von 9 x 13 oder 10 x 15 cm aufnehmen.
Von grob bis fein: die Auflösung
Mit der Auflösung wird angegeben, wie viele Bildpunkte pro Längeneinheit vorhanden sind. Die Einheit ist DPI und bezeichnet Dots per Inch, also Punkte pro 25,4 mm. Je mehr Punkte vorhanden sind, desto feiner wird das Bild, allerdings steigt auch die Datenmenge an. Ein Foto in der Größe 9 mal 13 cm, das mit 300 DPI gescannt wird, ergibt eine Datei mit 1,6 MB. Das gleiche Bild mit 600 DPI gescannt ergibt bereits eine Datei mit 6,5 MB. Wählen Sie also eine möglichst niedrige Auflösung. Sie sparen damit nicht nur Speicherplatz, auch die Bearbeitungsgeschwindigkeit erhöht sich durch geringere Dateigrößen. Bei manchen Scanprogrammen können Sie einstellen, ob die Vorlage für den Bildschirm oder zum Drucken eingescannt werden soll. Ist dies nicht möglich, wählen Sie für die Bildschirmanzeige eine Auflösung von 72 oder 96 DPI, für den Ausdruck sollten Sie 300 oder 600 DPI einstellen.


Farbscan mit 300 DPI Auflösung 
bei 100%


...und bei 600% Vergrößerung


Farbscan mit 72 DPI Auflösung 
bei 100%


...und bei 600% Vergrößerung
Bunt ist nicht gleich bunt: die Farbtiefe
Die Farbtiefe eines Bildes gibt an, wie viele verschiedene Farben in dem Bild enthalten sein können. Je weniger Farben, desto kleiner wird die Datenmenge, die ein Programm zu verarbeiten hat. In den Scanprogrammen kann man die Farbtiefe einstellen, indem man dem Programm die Art der Vorlage mitteilt (z. B. Text oder Skizze oder Foto). Müssen Sie die Farbtiefe direkt einstellen, wählen Sie folgendes:

Bei reinem Text genügen eigentlich zwei Farben, doch damit wirken Buchstaben recht kantig oder ausgefranst. In 16 oder 256 Farben (bzw. Graustufen, wenn möglich) gescannt, wirkt der Text sauber.

Für Schwarzweiß-Bilder oder Grafiken mit wenigen verschiedenen Farben und keinen Farbverläufen genügen 256 Farben (8 Bit/Pixel). Fotos und Grafiken mit vielen verschiedenen Farben oder Farbverläufen benötigen dagegen 16 Mio. Farben (TrueColor oder 24 Bit/Pixel).
Der Computer kann lesen
Scanner können natürlich auch Texte einlesen. Ein eingescannter Text ist ja nichts anderes als ein Bild mit Zeichen darauf. Allerdings lässt sich der Text so nicht bearbeiten. Eine interessante Anwendung für Scanner ist daher die Texterkennung (OCR=optical character recognition, optische Texterkennung). OCR-Programme können den eingescannten Text regelrecht lesen und in ein Textdokument umwandeln, das wie jedes andere Dokument bearbeitet werden kann und zum Speichern nur einen Bruchteil des Platzes benötigt. OCR-Programme liegen den meisten Scannern bei, doch erwarten Sie keine Wunder. Wenn Sie Fehler vollständig ausschließen wollen, sollten Sie das Ergebnis auf jeden Fall Korrektur lesen. Bevor Sie viel Text von Hand eingeben, machen Sie doch einen Versuch mit OCR. Korrektur lesen und etwas nachbessern geht immer noch schneller als abschreiben.
Die Tücken der Technik
Sie scannen ein Bild aus einer Zeitschrift oder einem Prospekt und der Scan hat bunte Streifen, das Bild ist kontrastarm und manchmal nur schwer zu erkennen – das ist der Moiré-Effekt. Gedruckte Bilder sind gerastert, sie bestehen im Gegensatz zu einem Foto aus vielen einzelnen Punkten. Der Scanner nimmt ebenfalls nur viele einzelne Punkte in einem Raster auf und wenn diese beiden Raster die gleiche Größe haben, entstehen diese Streifen. Selbst einfache Scan-Programme bieten jedoch meist Möglichkeiten der Korrektur. Die Bezeichnung für diese Option ist je nach Hersteller verschieden und nennt sich u. a. Rasterbild oder gedrucktes Bild. In der Anleitung oder der Hilfedatei des Programms sollten Sie auf jeden Fall fündig werden.

Scannen benötigt im Gegensatz zu den meisten anderen Aktionen am Rechner deutlich mehr Zeit. Eine große Datenmenge muß mechanisch erfaßt werden, somit sind 30 Sekunden für eine DIN A4-Seite ein Normalwert.

Dauert die Bearbeitung im Rechner sehr lange, kann das am Arbeitsspeicher liegen. Vor allem ältere Geräte mit 32 oder gar 16 MB haben ihre liebe Not mit großen Bildern. Abhilfe kann da nur eine Erweiterung des Speichers bringen.

Dieter Mohr

SenNova heißt eine bundesweite Ausstellung für Senioren von Heute und Morgen vom 4. bis 6. Oktober 2001 in der Nürnberger Meistersingerhalle. Vorgestellt werden neu entwickelte innovative Produkte und Dienstleistungen, die sich durch Qualität, Komfort, Nutzerfreundlichkeit und besonderen Service auszeichnen.

Ausgabe 5 / 2001