TEE

… Kultur, Genuß und Gesundheit

Zahllose Legenden ranken sich um die Entdeckung des Tees. Eine erzählt vom chinesischen Kaiser Shen Nung, der im dritten Jahrtausend v. Chr. lebte, stets auf Sauberkeit achtete und deshalb sein Trinkwasser immer gründlich abkochte. Eines Tages wirbelten Teezweige in seinen Kessel und gaben dem Wasser ein angenehm herbes Aroma. Der Tee als Getränk war geboren.



Die Teeblüte bekommt man auf Teeplantagen selten zu sehen, denn geerntet werden “Two leaves and a bud” – Zwei Blätter mit Knospe, die einen qualitativ hochwertigen und feinen Tee garantieren.

Siegeszug um die Welt
552 n. Chr. wurde das Getränk durch buddhistische Mönche von China nach Japan gebracht. Als “Teeismus” bezeichnet man die fast religiöse Verehrung der Japaner für Tee. Doch in ganz Asien gilt Tee als ein Zeichen von Freundschaft, Geselligkeit und Harmonie. Jeder Gast wird dort traditionell mit einer Tasse frisch gebrühtem Tee begrüßt. Erst viel später wurde Tee zu einer Handelsware, die in anderen Erdteilen und im Laufe der Zeit auch in allen Gesellschaftsschichten Verbreitung fand. 1610 wurde die erste Teelieferung von Japan nach Amsterdam geschickt, ab dem Jahr 1669 importierten die Engländer das begehrte Getränk, und Ende des 17. Jahrhunderts führten englische Einwanderer den Tee auch in Amerika ein. Bestimmt erinnern Sie sich an die Geschichten rund um die “Boston Tea Party” in Ihren Schulbüchern.
Im Ursprung zwei Teepflanzen: “Thea sinensis” und “Thea assamica”
Der in Plantagen gewonnene Eindruck von der Teepflanze als niedrigem Strauch trügt: Ließe man dem Wachstum freien Lauf, würde die Pflanze 15 bis 20 Meter hoch werden. Doch zurückgestutzt auf ca. einen Meter, entwickelt der Strauch immer neue Triebe, und man kann die Blätter leichter ernten. Teebüsche haben meist weiße Blüten und grüne Früchte. Doch lediglich Blätter und Knospen werden zu Tee verarbeitet. Es gibt nur drei verschiedene Teepflanzen (China-, Assam- und die Hybrid-Teepflanze, eine Kreuzung zwischen China- und Assam-Pflanze). Die Vielfalt an Teesorten entsteht durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der jeweiligen Anbaugebiete und durch unterschiedliche Verarbeitungsmethoden. Die bekanntesten und größten Anbauländer sind Indien, China, Afrika und Sri Lanka. Doch gibt es auch Tees, die aus Japan, Taiwan, Malaysia, der Türkei oder dem Iran kommen.



Teeblätter vor und nach der Fermentation, einem Oxidationsprozess, der das Blatt langsam rotbraun färbt.

Grüner oder schwarzer Tee - das Verarbeitungsverfahren entscheidet
Die wichtigsten Schritte der Teeherstellung sind Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sieben oder Sortieren. Als Faustregel gilt, dass vier Kilo gepflückter Blätter ein Kilo schwarzen Tee ergeben. Schwarzer Tee ist fermentiert. Die Fermentation – ein Oxidationsprozess, bei dem das Blatt langsam seine dunkle Färbung annimmt – hat großen Einfluss auf das Aroma des Tees. Zur Herstellung von grünem Tee werden die Blätter nach dem Welken entweder mit Wasserdampf behandelt oder in flachen, eisernen Pfannen erhitzt, um die Fermentation zu verhindern. Anschließend werden die Blätter gerollt, getrocknet und wie beim schwarzen Tee in die verschiedenen Blattgrade – ganzes Blatt, Broken (zerbrochene Blätter), Fannings (Kleinblatt) und Dust (Teestaub) – sortiert.
Heilwirkungen des Tees
Die Bakterien und Viren hemmenden Wirkungen des Tees sind unbestritten. Aus diesem Grund dienen sowohl schwarze als auch grüne Tees vorbeugend gegen Erkältungen, Grippe und Infektionskrankheiten. Darmerkrankungen wie Durchfall kann schwarzer Tee durch seine stopfende Eigenschaft entgegenwirken.
Grüner Tee gilt als “Jungbrunnen”
Im Unterschied zum schwarzen Tee enthält der grüne Tee mehr Vitamine. Eine seiner wichtigsten Eigenschaften ist die verdauungsfördernde Wirkung. Darüber hinaus wird grünem Tee eine den Alterungsprozess von Körperzellen hemmende bzw. regenerierende Wirkung zugeschrieben. Deshalb ist er inzwischen auch Bestandteil von Hautpflegepräparaten für reife Haut.
Schutz vor Arteriosklerose durch Tee-Flavonoide?
Eine neue Studie – die so genannte Rotterdam-Studie – weist auf ein vermindertes Herz-Kreislauf- Risiko bei Menschen mit hohem Flavonoid-Konsum durch Tee hin. Flavonoide sind Pflanzeninhaltsstoffe, die anti-oxidativ wirken, d. h. freie Sauerstoffradikale “ abfangen” können. Unter bestimmten äußeren Bedingungen (z. B. Rauchen, starke UV-Strahlung) sind wir einem höheren oxidativen Stress ausgesetzt, der zu vermehrter Kalkablagerung und letztendlich zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Diese Studie hat sich zum Ziel gesetzt, Häufigkeit und Entstehung von chronischen Krankheiten sowie deren Risikofaktoren zu erforschen. Untersucht wurden Nahrungs- und Getränkeaufnahme von rund 8000 Bewohnern eines Rotterdamer Stadtteils im Alter ab 55 Jahren. Im Verlauf dieser Langzeitstudie wurden zudem die Kalkablagerungen der Bauchaorta ermittelt. Die Autoren der Studie interpretieren ihre Ergebnisse als deutlichen Hinweis darauf, dass Teetrinken einen Schutz vor Arteriosklerose darstellt.
Tee-Zubereitung nach den fünf goldenen Teeregeln:
1 Die Kanne mit heißem Wasser vorwärmen.
2 Je Tasse einen Teelöffel Tee verwenden. Je nach Geschmack auch weniger.
3 Frisches Wasser in entsprechender Menge zum Kochen bringen und sprudelnd über den Tee gießen.
4 Drei bis fünf Minuten ziehen lassen.
5 Tee umrühren und abgießen bzw. den Filter herausnehmen und nach Geschmack Milch, Zucker oder weißen Kandis dazu reichen.
Achtung! Grüner Tee wird nicht mit sprudelndem, sondern mit ca. 70 °C heißem Wasser übergossen.
Anregend oder beruhigend?
Anregende Wirkung erzielen Sie, wenn Sie Ihren Tee drei Minuten ziehen lassen. Das im Tee enthaltene Koffein ist dann vollständig gelöst, die Gerbstoffe nur zum Teil. Bei fünf Minuten Ziehdauer haben sich auch die restlichen Gerbstoffe von den Blättern gelöst. Jetzt hat der Tee eine beruhigende Wirkung – allerdings nur auf den Magen!
Extra-Tipp
Die Wasserqualität hat großen Einfluss auf den Geschmack des Tees. Am besten eignet sich weiches, kalkarmes Wasser mit möglichst wenig Eigengeschmack. Bei schlechter Wasserqualität sorgen ein Wasserfilter oder zwei- bis dreimaliges Aufkochen für eine Verbesserung.



Klassischer Eistee, Erdbeer-Rosentee, Tropicaltee oder... beim Mixen mit Tee als Basis sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Früchtetee - der ideale Durstlöscher ohne Koffein
Aus Früchten, Pflanzen und Blättern werden Früchtetees gemischt. Im Handel sind unzählige Sorten, oftmals künstlich aromatisiert. Die Ziehdauer ist etwas länger als bei schwarzem oder grünem Tee und beträgt ca. acht bis zehn Minuten. Im Trend liegt zur Zeit das Nationalgetränk Südafrikas, der Rooibos-Tee, hergestellt aus den Blättern der südafrikanischen Rotbuschweide. Er ist ebenfalls koffeinfrei und hält Haut, Zähne und Knochen gesund.
Heiße Heilkräuter, die helfen
Für viele Zipperlein ist ein Kraut gewachsen. Etwa 400 Heilpflanzen sind in Deutschland wissenschaftlich bewertet und medizinisch anerkannt. Apotheken bieten ein umfangreiches Sortiment an Arznei- und Gesundheitstees für viele Anwendungsbereiche. Besondere Teerezepturen können Sie sich dort aber auch frisch mischen lassen. Einige Beispiele:

Bei Rückenschmerzen, aber auch Krämpfen, Regelbeschwerden und Nervosität, bis hin zu depressiven Verstimmungen: 30 g Schafgarbenkraut, 30 g Kamillenblüten, 20 g Melissenblätter und 20 g Johanniskraut

Milchschorf, Pickel oder Wunden, die schlecht heilen – dagegen sind drei Kräuter gewachsen: 60 g Hamamelisblätter, 20 g Ringelblumenblüten und 20 g Stiefmütterchenkraut ergeben eine Mischung, die entzündungshemmend und beruhigend wirkt. Zwei Teelöffel der Teemischung mit siedendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Teeaufguss eignet sich anschließend für Umschläge, Teilbäder und als Gesichtswasser. Nur äußerlich anwenden!

Bei Leberbeschwerden: Die als Heilkraut bekannte Mariendistel enthält Substanzen zur Regeneration von Leberzellen. Einen Teelöffel der Früchte mit 1/4 l Liter kochenden Wassers übergießen, ziehen lassen und nach 10 Minuten abseihen.

Eine schleimlösende Pflanze ist das Veilchen. Bei Bronchitis einen Teelöffel der getrockneten Pflanze überbrühen und nach 5 Minuten abseihen. Nach Bedarf mit Honig süßen.
Richtige Lagerung
Tee ist ein Naturprodukt und sehr empfindlich. Er muss kühl und trocken gelagert werden und sollte nicht neben stark duftenden Lebensmitteln oder direkt neben dem Herd stehen. Zur Aufbewahrung sind gut verschließbare Blechdosen oder lichtgeschützte Gläser mit Schraubdeckeln geeignet. Tüten, in denen loser Tee verpackt wird, haben den Vorteil, dass die Größe dem Inhalt angepasst werden kann und somit ein möglichst luftdichter Verschluss gewährleistet ist. Für eine längere Lagerung ist die Kombilösung aus Tüte und Dose oder Glas zu empfehlen.

Petra Ulrich-Frosch

Informationen und kostenlose Broschüren
zu beziehen beim

Deutschen Teeverband e.V.
Gotenstraße 21
20097 Hamburg
Tel.: 040/236016-0, Fax: 040/236016-10
Internet: www.teeverband.de
Für unsere Leser entdeckt:
Yu Lian – ein seltenes Tee-Kunstwerk aus grünem Tee

Schon Anfang April, vor allen anderen Tees, wird der Tee für die mit der Hand geformten Yu-Lian-Knospen im höchsten Gebirge des östlichen China, dem Huang Shan, gepflückt. Beim Aufgießen mit heißem Wasser steigen aus der Knospe kleine Pflaumenblüten und eine Lotusblüte auf. Das kunstvolle Tee-Gebilde entfaltet ein feines Aroma und kann bis zu dreimal aufgegossen werden.

5 Knospen in einer attraktiven chinesischen Schmuckdose zum Preis von € 13,50.

Bestellungen und Katalog mit weiteren Tee-Genüssen bei:

The Betty Darling Company Ltd.
PF 10 10 64
28010 Bremen
Tel.: 0421/525 925, Fax: 0421/525 92 62.
Internet: www.betty-darling.de
Magensanfte Tees aus kontrolliert biologischem Anbau

Mit dem Probierset “Magenfreund” können Sie austesten, welche Tees Ihnen schmecken und guttun. Es besteht aus:

100 g Schwarztee Südindien – Korakundah Fein würziger Nachmittagstee mit mild aromatischem Duft.

100 g Rooibos Natur – Südafrika Sanft aromatisch im Geschmack.

100 g Grüntee China – Chun Mee Best Choice Mild rauchiges, frisches Grünteearoma.

100 g Früchtetee Family Mit vollmundigem Maracuja-Pfirsich-Aroma.

4 x 100 g zum Preis von € 14,06, inklusive Porto und Versandkosten, zu bestellen bei:

Oasis Versand
PF 30
72185 Empfingen
Tel.:07485/97670, Fax: 07485/976799.
E-Mail: info@oasis-versand.de

Ausgabe 5 / 2001