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Anlagestrategie
für den zweiten Lebensabschnitt |
| Für einen sorgenfreien Ruhestand ist nicht allein die Höhe des Vermögens ausschlaggebend. Eine geschickte Strategie, die der Lebensphase und den persönlichen Gegebenheiten entspricht, bringt oft mehr als ein schlecht angelegtes großes Vermögen. | |
| Die Lebenszyklusplanung | |
| Üblicherweise entsteht im zweiten Lebensabschnitt, also ab etwa 50 Jahren, ein Liquiditätsüberschuss. Die Karriere hat den Höhepunkt erreicht und damit auch das Einkommen. Wichtig ist es, diese Liquiditätsströme vorausschauend zu erfassen und in die Planung einzubeziehen. Ab dem 65. Lebensjahr reduziert sich normalerweise das Einkommen. In den nächsten zehn Jahren (abhängig von der Gesundheit) entsteht üblicherweise eine neutrale Liquiditätslage, d. h. die Einnahmen decken die Ausgaben. Erst im hohen Alter ist auch ein Kapitalverzehr einzuplanen, wenn etwa der Pflegefall eintritt. | |
| Der Finanzplan | |
| Da niemand sagen kann, wann solche Ereignisse eintreten, ist man gut beraten, entsprechende Vorsorge zu treffen. Die Sicherung der Grundversorgung und das Ansparen von Vermögen stehen an erster Stelle. Zur Risikostreuung sollte man dabei vor allem in unterschiedliche Anlageformen investieren. Dazu zählen Immobilien, Festverzinsliche und Aktien. Lebensversicherungen sind in diesem Lebensabschnitt nicht sinnvoll. Je nach Größe des Geldbeutels empfiehlt sich eine Direktanlage oder die Beteiligung an entsprechenden Fonds. Gerade, weil es um die finanzielle Absicherung über viele Jahre und Jahrzehnte geht, empfiehlt es sich, Expertenrat einzuholen. Der Steuerberater und Personen, die sich mit Finanzplanung auskennen, sind da die richtigen Partner. | |
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Die Strategie Zusammen mit Experten sind folgende Punkte zu realisieren: |
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| Immobilien als Anlageform | |
| So verständlich der Wunsch nach den eigenen vier Wänden auch ist, so gilt es doch im Hinblick auf das Älterwerden einiges zu bedenken. Entgegen der ersten 40 Jahre nach dem Krieg, sind Wertsteigerungen bei Immobilien keineswegs mehr sicher. Außerdem ist das vermeintlich „billige“ Wohnen im Alter im eigenen Haus bei näherem Hinsehen oft gar nicht so billig. Nach zwanzig oder mehr Jahren werden Reparaturen fällig, die den normalen Mietaufwand leicht übersteigen können. Der ehemals große steuerliche Vorteil bei der Erbschaftsteuer ist längst Geschichte und es steht zu befürchten, dass künftige Regierungen den verbliebenen kleinen Vorteil weiter einebnen. Außerdem kann man eine Immobilie nicht scheibchenweise verkaufen, wenn schnell einmal Geld benötigt wird. Ähnliche Gedanken gelten z. T. auch für Mietwohnungen, die unter dem Aspekt der „Steuerersparnis“ erworben wurden. Die Renditen sind meist kläglich, der Verwaltungsaufwand ist dafür umso höher. | |
| Festverzinsliche Wertpapiere | |
| Die Liquidierbarkeit spielt bei der Anlage in festverzinsliche Wertpapiere keine Rolle, da jederzeit auch Teilbeträge veräußerbar sind. Daneben können Sie jedes Jahr mit festen Zinseinnahmen kalkulieren und wissen Ihr Geld zumindest bei inländischen Staatsanleihen in sicheren Händen. Natürlich bringt auch diese Anlageform Chancen und Risiken mit sich, deren Behandlung hier nicht vertieft werden kann. Steuerlich betrachtet, ist für jeden Anleger etwas dabei, da es Gestaltungsvarianten gibt, die gerade im Hinblick auf die Lebenszyklusplanung ausgesprochen lukrativ sein können. An dieser Stelle muss die individuelle Einzelberatung ansetzen. | |
| Aktien: nicht für jedes Lebensalter | |
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Der dritte Teil der „klassischen“ Vermögensaufteilung beinhaltet Aktien. Unter langfristigem Aspekt ist dies die renditestärkste Anlageform. Da sie allerdings mit erheblichen Schwankungsrisiken behaftet ist, sollte die Aktienquote mit zunehmendem Lebensalter reduziert werden. Ein 50-jähriger Anleger hat sicherlich noch viele Jahre Zeit, eine zwischenzeitliche Kursdelle auszubügeln. Mit 65 sollte man aber seine Schäfchen im Trockenen haben, wenn man auf das Geld angewiesen ist. Wer ein Aktiendepot vererben möchte, sollte seinen künftigen Erben eine postmortale Vollmacht einräumen. Das kann eine böse Überraschung bei der Erbschaftssteuer verhindern. |
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Die unkomplizierteste Lösung
Unter dem Aspekt der Risikostreuung und der Verwaltungsvereinfachung ist man gut beraten, sowohl bei Festverzinslichen als auch bei Aktien auf Investmentfonds zu setzen. Mit Einschränkungen gilt dies auch für Immobilien. Die Anlage in Einzeltitel ist etwas für Profis. Mit der Auswahl und der Zusammensetzung sollten Sie einen Fachmann beauftragen. |
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Der Steuertipp |
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| Der Volkssport „Steuersparen“ um jeden Preis hat in einer Anlagestrategie für den zweiten Lebensabschnitt nichts verloren. Die vermeintlichen steuerlichen Vorteile bestehen nur bei absoluten Spitzenverdienern, zu denen Rentner üblicherweise nicht gehören. Die zeitliche Streckung der Abschreibungen kann nicht sinnvoll in die Lebensplanung eingearbeitet werden. Wer ein Vermögen am Fiskus vorbei aufgebaut hat, ist gut beraten, dies zu Lebzeiten vollständig zu verbrauchen oder besser noch, es offen zu legen. Die bis zu 10-jährige Nachversteuerung plus Strafe und Zinsen, zuzüglich Anwalts- und Steuerberatungskosten machen aus einem erhofften Vorratspaket schnell ein kräftiges Minus. | |
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Sebastian Haubold |
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Der Autor Sebastian Haubold war zwei Jahrzehnte Vermögensverwalter und Fondsmanager in Banken und Investmentgesellschaften. Heute ist er Geschäftsführer der Firma CAPITALIS |