Bundespräsident Johannes Rau begrüßt den Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin. Er wünscht sich ein deutliches Engagement des Staates für das Stiftungswesen.

Stiften gehen!
Was eine Stiftung so attraktiv und sinnvoll macht
In den vergangenen 2 Jahren wurden so viele Stiftungen errichtet wie nie zuvor. Immer häufiger entscheiden sich Stifterinnen und Stifter dazu, bereits zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens zweckbestimmt zu vergeben. So erleben sie noch zahlreiche Jahre, in denen viel Gutes mit dem eigenen Geld bewirkt wird. So alt das Stiftungswesen ist, so neu sind die Gründe für den jüngsten Stiftungsboom.
Neuer Wohlstand
55 Jahre Frieden in Deutschland. Noch nie hat es eine so lange konfliktfreie Periode in Mitteleuropa gegeben. Bürgerinnen und Bürger konnten Geld ansparen und Vermögen bilden. Die Lebenserwartung ist gestiegen, und wenn bei Menschen mit 80, 90 oder 100 Jahren der Erbschaftsfall eintritt, haben die 65-jährigen Erben meist selbst ein Vermögen erarbeitet.
Neue Motive



Der Bundesverband Deutscher Stiftungen ehrt Personen aus der großen Stifterfamilie, wie Eske Nannen, mit dem Deutschen Stifterpreis und der Goldmedaille. (v. l. n. r.: Eske Nannen, Professor Dr. Axel Frhr. v. Campenhausen, Erster Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Christine Lieberknecht, Präsidentin des Thüringer Landtages).

Häufig gibt es in der Familie auch gar keine Erben, oder man hält mögliche Erben nicht unbedingt für würdig. Mit einer Stiftung dagegen kann man einen Bereich unterstützen, den man für besonders förderungswürdig hält: Kinder- und Jugendprojekte in sozial eher schwierigen Stadtbezirken oder im Ausland, Denkmalpflege im Heimatort, medizinische Forschung und vieles mehr. Die Möglichkeiten und Motive sind zahlreich und gehen weit über das Anliegen der ersten mittelalterlichen Stifter hinaus (die sich mit einer Stiftung noch ihr Seelenheil sichern wollten).
Neue Gesetze
Mit dem Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung von Stiftungen (14. Juli 2000) wurden Stifterinnen und Stiftern neue erhebliche Steuererleichterungen eingeräumt. Und nach der Reform des Stiftungsprivatrechts, mit der im Jahre 2002 zu rechnen ist, wird die Errichtung von Stiftungen sogar noch schneller und einfacher sein.
Neue Fürsprecher
Auch der Staat hat die Bedeutung der Stiftungen als wertvollen Beitrag für die Gesellschaft erkannt. Denn Stifter engagieren sich für das Gemeinwohl und zeigen damit Verantwortungsbewusstsein.

Ulrich F. Brömmling
Leiter Medien und Information des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

 Kontaktadresse:

Bundesverband Deutscher Stiftungen
Postfach 330 338
14173 Berlin
Tel.: 030/8979470
oder unter www.stiftungen.org
Hier sind auch ein “Ratgeber zur Errichtung einer Stiftung” (10 , ab Feb. 02 wieder verfügbar), eine Liste mit Stiftungsexperten und weiteres kostenloses Informationsmaterial erhältlich. (Versandkostenpauschale 3 )

Ausgabe 1 / 2002