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Schönes Haar
Wenn sich Farbe und Volumen ändern |
| Die meisten Menschen legen großen Wert auf schönes, volles Haar. Die Frisur ist Ausdruck der Persönlichkeit und Individualität. Glänzendes und kräftiges Haar wird mit Jugend und Vitalität assoziiert. Doch im Laufe des Lebens verändert sich das Haar, sowohl in seiner Farbe, als auch im Volumen. Wann sich die ersten silbernen Fäden einschleichen, wann sich die Haarfülle lichtet, ist genetisch bedingt. Bei Haarausfall spielen jedoch noch eine Reihe anderer Faktoren eine wichtige Rolle. | |
| Weshalb fallen Haare aus? | |
| Jedes einzelne Haar durchlebt drei Entwicklungsphasen. Es wächst in der Wachstumsphase etwa 1 Millimeter in drei Tagen. Sie dauert bei Frauen etwa vier bis sechs Jahre, bei Männern zwei bis vier Jahre. Nach einer Übergangsphase von zwei bis vier Wochen folgt abschließend die Ruhephase, die drei bis vier Monate anhält. Danach fällt das Haar aus, um einem neuen, das aus derselben Haarwurzel wächst, Platz zu machen. Jedes Haar entwickelt sich völlig unabhängig von seinen Nachbarn. Von den ca.100.000 bis 150.000 Haaren befinden sich ständig 80 bis 90 % in der Wachstumsphase. Es ist also völlig normal, wenn man täglich etwa 100 Haare verliert .Erst wenn regelmäßig mehr als 150 Haare ausgehen, spricht man von Haarausfall. Dann ist die Wachstumsphase verkürzt und das Haar fällt schneller aus. Das kann altersbedingt sein oder durch Medikamente, Hormonumstellungen während der Wechseljahre oder Schwangerschaft, strikte Diäten, allgemeine Hormonprobleme, Stress oder Mangelerscheinungen im Stoffwechselhaushalt ausgelöst werden. | |
| Der Dermatologe hilft | |
| Ein Dermatologe untersucht zunächst das „Muster “ des Haarausfalls. Während sich bei Männern zuerst die Geheimratsecken bilden, die später in eine Stirnglatze übergehen, lichtet sich bei Frauen als erstes die Scheitelregion. Ein Trichogramm (Untersuchung ausgerissener Haare) ermittelt den Anteil der Haare in der Wachstums- und Ruhephase. So wird der Grad des Haarausfalls bestimmt. Falls Hormonstatus, Schilddrüsenfunktion oder Unregelmäßigkeiten im Vitamin- und Mineralstoffhaushalt als Ursache feststehen, können entsprechende Mittel das Problem beheben oder zumindest lindern. | |
| Die wichtigsten Mittel bei Haarausfall | |
| Bei etwa 80%aller Fälle liegt eine Störung der Hormonproduktion vor. Hier helfen Haarwasser, die 17-alpha-Estradiol enthalten, ein östrogenähnlicher Wirkstoff. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Außerdem gibt es zwei verschreibungspflichtige Medikamente, die weibliche Hormone mit Corticosteroiden und Entzündungshemmern kombinieren. Der Einsatz von Aminexil (z.B. in DERCAP von Vichy) verspricht eine Verbesserung der Haardichte um 8 %. Dieser neue Wirkstoff macht die Kollagenfasern in der Kopfhaut elastischer und fördert die Ernährung der Haarwurzeln. Weitere Wirkstoffe, als Tinktur auf die Kopfhaut aufgetragen, sind Birken- und Brennnesselextrakt, Rosmarinöl oder Sabalextrakt, ein Pflanzenstoff aus der Sägezahnpalme. Die Wirksamkeit dieser Stoffe ist jedoch umstritten. Für alle Hilfsmittel gilt dieselbe Parole: Geduld mitbringen und regelmäßig anwenden. | |
| Ein Gen gegen Glatzen? | |
| Die Genforscher beschreiten ganz neue Wege. Das für den Haarwuchs verantwortliche Gen ist bereits identifiziert. Hautzellen von Mäusen konnten in Haarfollikel umgewandelt werden. Das widerlegte die bisherige Annahme, dass nur eine begrenzte Zahl Haarfollikel existiert, deren Zahl bereits beim Embryo festgelegt ist. Noch gibt es kein Medikament, das Haare wieder sprießen lässt, doch die Aussichten sind vielversprechend – für Haarveränderungen aller Art. | |
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Graue Haare gibt es nicht! |
| Bei genauer Betrachtung, gibt es tatsächlich keine grauen Haare. In jedem Büschel grauer Haare findet sich noch voll pigmentiertes farbiges Haar oder „farbloses “ Haar, bei dem die Pigmente fehlen. Der Eindruck von Grau oder Weiß entsteht eigentlich durch eine optische Täuschung, ausgelöst durch das Zusammenspiel noch farbiger Haare mit farblosen. Sogenannte Melanozyten – ihre Lebensdauer ist genetisch vorbestimmt – wandeln körpereigene Aminosäuren mit Hilfe von oxidierenden Enzymen in farbige Pigmente um. Man nennt sie Melanine. Zwei Melanin-Typen bestimmen die natürlichen Haarfarben: Eumelanin findet sich in braunem und schwarzen Haar, Phaeomelanin in rotem und blondem. Früher oder später lässt die Aktivität der Melanozyten nach, sie produzieren weniger Farbpigmente. Dieser Mangel bewirkt, dass sich in der Keratinschicht keine Pigmente mehr einlagern. Die Folge: das Haar wächst farblos aus der Wurzel. | |
| Wenn vorzeitig graue Haare wachsen | |
| Neben der genetischen Veranlagung gibt es auch andere Gründe, weshalb Haare ergrauen. Zu den Auslösern zählen Lebenskrisen, hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüse), Arzneimittel, Metalle, Vitamin B-Mangel, Kosmetika, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) oder fieberhafte Erkrankungen. Hier ist ärztlicher Rat erforderlich. Eine akute Graufärbung „über Nacht “,à la Marie Antoinette vor ihrer Hinrichtung, gibt es sicher nicht. In solchen Fällen geht man davon aus, dass plötzlich alle pigmentierten Haare ausfallen und nur die „farblosen “ übrig bleiben. Wer früh ergraut, ohne klar erkennbare, familienbedingte Veranlagung, hat möglicherweise ein erhöhtes Osteoporose-Risko und sollte sich kalziumreich ernähren, viel Milch trinken und regelmäßig Sport treiben. | |
| Wie bekommen graue Haare wieder ihre Naturfarbe? | |
| Eine besondere Wirkstoffkombination kann mit der sogenannten
Melanin-Vorstufe die eigene Haarfarbe bis zu einem bestimmten Grad wieder
zurückbilden. Man nennt diesen Vorgang renaturieren. Die Melanin-Vorstufe
reagiert mit dem Sauerstoff der Luft und bildet durch die sogenannte „Luftoxidation
“ naturanaloge Farbpigmente. Nach mehreren exakt durchgeführten
Anwendungen, nimmt das Haar wieder seine ursprüngliche Farbe an. Bei
ehemals hellbraunem bis dunklem Haar können gute Erfolge erzielt werden. Wer eine komplette Grauabdeckung wünscht, muss die Haare färben. Achten Sie auf eine oxidative, haltbare Coloration, speziell für graues Haar. Die Farbpigmente müssen ins Haarinnere eindringen und sich dort dauerhaft anlagern können. |
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Grau liegt im Trend |
| Die Werbung beweist es – immer mehr Menschen stehen zu ihrem grauen Haar. Gutaussehende Modelle reiferen Alters zeigen sich so „wie ihnen die Haare gewachsen sind.“ Gepflegtes, graues Haar, gut geschnitten, vermittelt Natürlichkeit, Identität, Stärke, Lebenserfahrung und Selbstbewusstsein. Heute wird das Grau seltener versteckt, sondern statt dessen verschönert. Die Kosmetikindustrie bietet eine umfassende Produktpalette, die meist problemlos zu Hause anzuwenden ist. | |
| Optimale Pflege für graues Haar | |
| Die Haarstruktur ändert sich ebenso wie die Farbe. Das einzelne Haar wird dünner, bekommt eine stärker verhornte Oberfläche und wirkt daher oft borstig, trocken und glanzlos. Legen Sie bei der Wahl des Shampoos Wert auf ein mildes, natürliches Produkt. Besonders haar- und hautfreundliche Reinigung auf natürliche Art bieten Lava-Erde oder spezielle LavaErde-Haarwaschpasten, die in Bioläden erhältlich sind. Das Haar wird nicht ausgelaugt und es erübrigen sich dann Spülungen nach dem Waschen. Gönnen Sie Ihren Haaren hin und wieder auch eine Intensivkur. Oft haben graue Haare einen leichten Gelbstich. Neutralisierende Tönungen mit einem geringen Violettanteil schaffen Abhilfe und bringen die eigene Farbe zum Strahlen. Ebenso wirken Haarshampoos mit Salbeiextrakt dem Gelbstich entgegen. | |
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Eva Streit |
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| Tipp: Aufwändig aber erfolgreich – die Haartransplantation, bei der Nackenhaare auf die lichten Stellen verpflanzt werden und dort weiterwachsen. Adressen und Infos erhalten Sie beim Verband deutscher Haarchirurgen. |
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| Tipp: Da sich Umweltbelastungen und Ernährung in den Haaren widerspiegeln, lassen sich manche Mangelerscheinungen und Krankheiten mit Hilfe einer Haaranalyse erkennen. |
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