Lebensenergie

Kraft für ein langes Leben

Der erste Schrei eines Neugeborenen ...Vielleicht ist es ein Protestschrei, aber alle - Eltern und Helfer - warten sehnlichst auf diesen Schrei, der das unbedingte Ja zum Leben verspricht. Es ist der erste vehemente Ausdruck der Lebensenergie, die jedem Menschen in einem bestimmtem Maß mit in diese Welt gegeben wird.
Sorgsamer Umgang mit der Lebensenergie -ein uraltes Thema



Machen Sie´s den Bären nach: Ab und zu richtig faulenzen bringt Lebensenergie!

Körper, Geist und Gefühlsleben brauchen Energie; fehlt diese, fühlen wir uns erschöpft und müde. Geist und Gefühle eines Menschen können sowohl Quelle der Energie als auch Auslöser für ihre Verschwendung sein. Der Schlüssel zu einem Leben voller Energie, Schwung und Erfüllung ist Ausgeglichen- heit. Dementsprechend trachtet die uralte indische Lehre des Ayurveda nach einem Leben in Harmonie mit dem Universum.Sie bietet auch zahlreiche Techniken und Übungen, um die vorhandenen natürlichen Energiequellen besser zu nutzen, und baut auf die folgenden wichtigen Säulen zum Erhalt der Energie:
Nahrung kann ein Energiespender sein, oder aber auch Energie rauben. Die richtige Auswahl und Zusammenstellung der Nahrungsmittel fördert den Energiehaushalt und sorgt für mehr Ausgeglichenheit. Als eine der wichtigsten Faustregeln für die Nahrungsmenge gilt:„Weniger ist mehr “.

Ebenso wichtig ist Stressabbau. Meditation,Yoga- und Atemübungen oder die ayurvedische Ölmassage können dabei helfen.

Auch Rhythmen, die uns die Natur vorgibt, sollten wir nicht ignorieren, sondern versuchen, uns daran zu orientieren: am Rhythmus von Schlafen und Wachen und an die Energiezyklen des Tages, die mit darüber bestimmen, wie munter und leistungsfähig wir zu bestimmten Tageszeiten sind.

Daneben spielen die Ausscheidungsfunktionen eine wichtige Rolle, denn nach der Umwandlung der aufgenommenen Nahrungsmittel in Energie müssen vom Körper nicht verwertbare und nicht benötigte Ballaststoffe und Abfallprodukte wieder ausgestoßen werden.

Schließlich trägt ein moderates körperliches Fitnesstraining wesentlich zum Energieerhalt bei.

Für uns Westeuropäer sind nicht alle genannten Grundsätze in gleichem Maße nachvollziehbar, aber wir können uns in den für uns besonders wichtigen, möglicherweise für Energieverlust verantwortlichen Bereichen, anregen lassen und ausprobieren, welche Methode den größten Energiegewinn bringt.
Mit Energie „haushalten “ – das Leben verlängern



Wer wie ein Formel-1-Motor stets auf Höchstleistung „tourt “, sollte dringend auf ein gemächlicheres Tempo umsteigen.

Der Stoffwechsel kleiner, leichter Tiere unterscheidet sich gewaltig von dem großer oder auch sehr behäbiger Tiere. Der schnelle Herzschlag und die hohe Atemfrequenz einer Maus oder, noch extremer, eines Kolibris benötigen eine Menge Kalorien, weshalb diese Lebewesen die ihnen zur Verfügung stehende Energie rasch aufbrauchen. Eine Maus wird höchstens 4 Jahre alt, ein Elefant kann 70 werden, eine Schildkröte sogar ca.150 Jahre alt. Die Schildkröte ist ein besonders gutes Beispiel: Sie lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und hält zudem einen ausgiebigen Winterschlaf, wobei sich ihre Stoffwechselfunktionen auf ein Minimum reduzieren. Vergleicht man das Höchstalter in freier Wildbahn lebender Tiere mit Artgenossen, die im Zoo sind, so stellt man fest, dass Tiere im Zoo viel älter werden als frei lebende. Im Käfig fallen eben viele Stressfaktoren und Gefahren weg - die Tiere haben ein bequemes Leben. Ein Löwe in freier Wildbahn erreicht 10, im Zoo dagegen 20 Lebensjahre.
Doch nicht nur im Tierreich finden wir Beweise dafür, dass der sparsame Umgang mit Energie lebensverlängernd wirkt: Der Motor in einem Formel-1- Rennwagen übersteht vielleicht gerade ein Rennen, während der solide, allerdings nicht auf Hochleistung getrimmte Motor eines VW-Käfers „läuft und läuft “.Auch wir Menschen sollten uns immer wieder daran erinnern, dass unser Vorrat an Lebensenergie begrenzt ist und unser Leben danach einrichten.
Bewegungsmuffel sind Energiesparer
Bekannten Persönlichkeiten wie Winston Churchill („No sports!“),Konrad Adenauer („Höchstens Boccia!“) oder Queen Mum, die alle sehr alt wurden, ist eines gemeinsam: Sie haben kaum bis nie Sport getrieben. Gedanken an Fitness-Studios, ausgiebiges Joggen, geschweige denn an Extremsportarten lagen ihnen fern; sicherlich waren sie aber täglich in Bewegung.
Maßvolles sportliches Programm
Wie immer im Leben kommt es auf das richtige Maß an. Bewegung bringt Lebensfreude und hält Herz und Kreislauf in Schwung. Sport soll in jedem Fall zur Entspannung beitragen und nicht noch einen weiteren Stressfaktor in unser Leben bringen. Für Normalbürger empfiehlt der Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. P. Axt ein Minimalprogramm: Laufen. Hinaus an die frische Luft, mit angewinkelten Armen, die Hände zur Faust geschlossen. Der Puls sollte 115 bis120 Schläge pro Minute nicht überschreiten, die Belastung nur so stark sein, dass die Bewegung noch Freude macht. Eine Strecke von 2,5 km genügt für den Anfang. Wenn Sie es dazu noch schaffen, Problemgedanken „wegfliegen “ zu lassen, ist die Entspannung perfekt.
Nähere Hinweise zum Thema Bewegung/Laufen finden Sie im Artikel Bewegung - der Motor des Lebens



Der Organismus spart und tankt Energie im Schlaf

Ausreichenden Schlaf nicht unterschätzen !
Eine wichtige Voraussetzung für körperliche und geistige Fitness ist ausreichender und tiefer Schlaf. Dabei spart der Organismus Lebensenergie und erholt sich von den Beanspruchungen des an den Kräften zehrenden Alltags.
Energieverlust durch Kälte eindämmen
Bei Kälte wird der Stoffwechsel angekurbelt; der Mensch verbraucht mehr Energie, um eine konstante Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Im Winter ist es besonders wichtig, kostbare Energie nicht zu vergeuden.Die Tierwelt hat ihre eigenen Energiesparmethoden: Viele Arten halten Winterschlaf, wobei die Körpertemperatur sinkt und der Stoffwechsel auf ein Minimum heruntergefahren wird. Zugvögel ziehen in wärmere Gefilde. Uns helfen u.a. folgende Maßnahmen gegen Kälte: warme Kleidung und Wohnräume (22 °C), im Winter nicht bei offenem Fenster schlafen. Oder Sie machen es wie die Zugvögel, kehren dem kalt-nassen Winter unserer Breitengrade den Rücken und verbringen ihn in gemäßigteren Klimazonen.



Freude ist ein Generator für die Lebensenergie. Seien Sie bereit, jeden Tag etwas Schönes zu sehen und zu erleben...

Quelle der Lebensenergie: Freude
Die größte Quelle für die Lebensenergie ist aber die Freude. Die Vorfreude auf ein Ereignis kann ungeahnte Energien freisetzen. Sich mit schönen Dingen zu umgeben, etwas Besonderes zu entdecken oder zu erleben, hebt mit Sicherheit die Stimmung. Aber auch die täglichen „kleinen Freuden “ tragen zu mehr Lebensqualität und Lebensenergie bei. Es gibt keinen Tag, an dem man sich nicht über eine Winzigkeit freuen kann - man muss nur bereit sein, sie wahrzunehmen und sich dafür zu öffnen.

Brigitte Scholz

 Büchertipps: 

Dr.med.Deepak Chopra:
Alle Kraft steckt in dir
Lübbe Ayurveda Ratgeber

Prof.Dr.Peter Axt / Dr. M. Axt-Gadermann:
Vom Glück der Faulheit
Ausstieg aus der Fitnesshysterie, Herbig

Michiko J.Rolek:
Lebensenergie - Meditation

Ausgabe 3 / 2002