Sanfte Rückenmassage mit großer Wirkung

Die Methoden nach Dorn und Breuß

 

Computerillustrationen der Wirbelsäule von vorne (linke Abb.), von der rechten Seite (mitte) und von hinten gesehen (Abb. rechts). Bei den Abbildungen links und rechts sind die seitlichen Querfortsätze der Wirbel deutlich erkennbar. Durch deren Massage können bei der Dorn-Methode verschobene Wirbel wieder in die richtige Position gebracht werden.

Unsere Wirbelsäule hält uns nicht nur im physischen Sinne aufrecht, sondern auch im übertragenen, denn sie ist mit dem darin verlaufenden Rückenmark die wichtigste Verbindung unseres Körpers mit dem Gehirn, von wo aus alle Vorgänge im Körper gesteuert werden. Außerdem befinden sich hier lebenswichtige Versorgungs- und Nervenbahnen. Wird eine dieser Verbindungen unterbrochen, weil beispielsweise ein Nerv eingeklemmt ist, können ganze Körperpartien in Mitleidenschaft gezogen werden.
Bekannt und gefürchtet ist der sogenannte Hexenschuss, der starke Schmerzen verursacht. Auch Dieter Dorn kam auf die Methode der Wirbelsäulenausrichtung durch einen selbst erlittenen Hexenschuss, den ein alter Bauer mit wenigen Handgriffen an der Wirbelsäule behandelte. Daraus entwickelte Dorn später die nach ihm benannte Massageform.
Die Kombination der Ausrichtung der Wirbelsäule nach Dieter Dorn mit der Wirbelsäulenmassage nach Rudolph Breuß ist heute eine sanfte und äußerst effektive Methode zur Behandlung der Wirbelsäule. Beide Massagetechniken beeinflussen die Regeneration der Wirbelsäule positiv und können sogar Fehlstellungen der Wirbel entgegenwirken.
Ursachen für Wirbelsäulen- und Bandscheibenschäden 
Probleme mit dem „Rückgrat“ resultieren hauptsächlich aus angeeigneten Fehlhaltungen im Arbeitsalltag bzw. im privaten Bereich oder aber aus Haltungsschäden, die angeboren, durch Unfälle verursacht oder schlicht von Kindesbeinen an bei unseren Eltern abgeschaut sind. Die Haltung der Wirbelsäule ist mit unserem Leben und dem ständigen Lernprozess, dem wir damit unterworfen sind, verknüpft. Wir verändern uns kontinuierlich, müssen alte Haltungen aufgeben und uns neue Verhaltensweisen erarbeiten. Diese Arbeit an uns selbst kann Organfunktionen beeinträchtigen und sich auf die Wirbelsäule, den Bewegungsapparat und unseren Seelenzustand auswirken. So ist die Wirbelsäule als Organ zu verstehen, das diesen Veränderungen unterworfen ist, aber auch die Flexibilität besitzt, einen Aus-gleich anzunehmen und wieder in Balance zu kommen, ebenso wie unser ganzer Körper mit unseren Organsystemen diese Fähigkeit hat.
Massage für Wirbelsäulen- und Bandscheibenschäden nach Rudolph Breuß 
Die Massage nach Rudolph Breuß, einem Therapeuten aus Österreich, ist eine feinfühlige, aber kräftige Rückenmassage, die durch sanfte Streckung der Wirbelsäule seelische, energetische und körperliche Blockaden lösen kann. Der Patient liegt dabei entspannt auf dem Bauch. Mit einer bestimmten Grifffolge wird entlang der Dornfortsätze der Wirbel und am Kreuzbein massiert. Zusätzlich wird ein stoffwechselförderndes Öl, Johanniskrautöl, tief ins Gewebe einmassiert. Arnika und Lavendel sind wirkungsvolle Ergänzungen. Die durch starke Belastung oder mangelnde Bewegung entstandenen Deformierungen an den Bandscheiben können durch Aufnahme des Öls regeneriert werden. Sie dehnen sich aus, werden weicher und elastischer.
Den Abschluss der Massage bildet eine Art Ölpackung, mit Seidenpapier abgedeckt, die besonders der Regeneration der Bandscheiben dient. Der Therapeut gleicht mit über das Papier gleitenden Ausstreichbewegungen die Polaritäten des Körpers aus. Der Behandelte bleibt danach zugedeckt noch eine Weile liegen und genießt die entstehende Wärme, während die Kräuter im Öl ihre Wirkung tun. 
Durch ihre entspannende und lösende Wirkung ist die Breuß-Methode eine ideale Vorbereitung für die Ausrichtung der Wirbelsäule nach Dorn.
Wirbelsäulenausrichtung nach Dieter Dorn 
Der Behandlung mit der Dorn-Methode geht ein Einrichten der Beingelenke, der sogenannte „Beinlängenausgleich“ voraus. Liegen die Oberschenkel nicht gleich tief im Hüftgelenk verankert, kommt es zu einer Fehlstellung des Beckens, was negative Auswirkungen auf die Statik der Wirbelsäule und die Lage einzelner Wirbel hat. Beim Beinlängenausgleich wird die Position der Beine korrigiert. Dies kann der Behandelte nach einer Unterweisung auch zuhause weiter durchführen.
Danach werden die einzelnen Wirbel auf ihre richtige Lage untersucht und gegebenenfalls mittels einer speziellen sanften Druckmethode – der Therapie nach Dorn – wieder in ihre normale Lage gerückt. Das geschieht durch sanften oder auch stärkeren Druck auf das Kreuzbein und die Querfortsätze der Wirbel. Die Massage wird im Stehen bzw. Sitzen durchgeführt, wobei der Patient die Wirkung durch leichte Pendelbewegungen der Beine bzw. Arme unterstützt. An der Halswirbelsäule wird die Massage durch einfache Drehbewegungen des Kopfes begleitet. Nach diesen sehr effektiven Behandlungsformen geht es nicht nur der Wirbelsäule besser, auch die inneren Organe, die über das vegetative Nervensystem in Verbindung zur Wirbelsäule stehen, profitieren direkt davon. Außerdem findet der gesamte Energiehaushalt dadurch zu neuem Gleichgewicht. Eine Wohltat also auch für die Seele!

Rita Grätz

 Info:

Die Methoden nach Dorn und Breuß sollten nicht angewandt werden bei:

akuten Entzündungen im Wirbelsäulenbereich

Wirbelbrüchen

frischen Unfällen

Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei ausgeprägter Osteoporose.
 Tipp:

Damit die Behandlung wirkt und keinen Schaden anrichtet, ist es unbedingt erforderlich, sich an einen gut ausgebildeten Therapeuten zu wenden.
 Adressen:

Über folgende Ausbilder können Sie Adressen von Therapeuten, die diese Methode praktizieren, erfragen: (Bitte geben Sie Ihre Postleitzahl an.)

Schulungszentrum für Wirbelsäulentherapie, Brigitte und Harald Fleig, Postfach 1232, 79657 Wehr/Baden

Dr. med. Michael Graulich, Uhlandstr. 4, 87724 Ottobeuren, Tel. 08332/7071
 Buchtipps:

Heilen über die Wirbelsäule, H. Fleig, 2 Bde, Verlag und Vertrieb B. und H. Fleig

Wunder dauern etwas länger, Dr. M. Graulich, Margarethen Verlag Ottobeuren

Fast alles ist möglich, Dr. M. Graulich, Margarethen Verlag Ottobeuren


Rita Grätz, Praxis für Gesundheitspflege in Augsburg, wendet die Methode nach Breuß und Dorn seit fünf Jahren an. „Es ist eine sehr effektive, sanfte und schonende Behandlung, bei der im Vergleich zur Chiropraktik keine Bänder oder Muskeln direkt beeinflusst, z.B. gedehnt werden. Diese passen sich vielmehr von selbst der neuen Wirbelsäulensituation richtig an. Die Behandlungsdauer richtet sich danach, wie lange die Schädigung des Rückens zurückliegt. Meist stellt sich jedoch nach zwei bis drei Behandlungen der Erfolg ein. Bei akut verursachten Problemen, wie z.B. Hexenschuss, ist der Patient oft nach einer Sitzung beschwerdefrei. Sehr gute Ergebnisse werden auch bezüglich der Auswirkung auf die inneren Organe erzielt, z.B. auf die Blase, die Eierstöcke und die Prostata, die in Bezug zur häufig blockierten Lendenwirbelsäule stehen.“

Ausgabe 4 / 2002


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