BRÜSSEL 

Die Bühne Europas

Im Kontrast zu den Jugendstilhäusern der Stadt stehen moderne Bürogebäude, wie hier das europäische Parlament.

Keine Stadt in Europa wird so häufig in den Nachrichten erwähnt wie Brüssel. Kein Wunder, ist sie doch Sitz der Nato und der wichtigsten Institutionen der EU. Doch Belgiens Hauptstadt hat noch weit mehr zu bieten. Historische Schätze, Stil prägende Bauten, kulinarische Genüsse und die Lebenskunst der Brüsseler verzaubern jeden Besucher.



Die reichverzierten Häuser am „Grote Markt“ zeugen von der glanzvollen Vergangenheit der Handwerkerzünfte.

Zwar streiten sich Brüssels Einwohner gerne über die sprachlichen Ursprünge der Stadt, doch sind sich Französisch sprechende Wallonen und niederländisch sprechende Flamen einig, dass es sich in Belgiens Hauptstadt wunderbar leben lässt. Heute hat die weltoffene, tolerante Stadt einfach zwei Amtssprachen.
„Das schönste Theater der Welt“ 
So hat Jean Cocteau den „Grande Place“ oder „Grote Markt“, wie die Flamen sagen, in Brüssel bezeichnet. Der historische Marktplatz, der zum Weltkulturerbe zählt, ist seit alters das Zentrum des Brüsseler Lebens. Rechts und links vom mittelalterlichen Rathaus haben im 17. und 18. Jh. die Handwerkerzünfte ihre großartigen Häuser gebaut. Schreiner, Fassbinder, Schneider, Fleischer, Bäcker und Bierbrauer hatten hier ihren Standort. Fast alle der Gebäude haben Namen, wie die Taube, der Schwan oder der Schubkarren, die auf die Geschichte der Häuser zurückgehen. Außer dem Rathaus fällt vor allem das Broodhuis ins Auge, das ursprünglich eine Brothalle war und heute das Stadtmuseum beherbergt.



Für den Kunstlieb- haber ein Muss ist das Museum für alte Kunst.



Mehrere tausend reine Jugendstil und Art-déco-Häuser geben Brüssel noch heute ein unverwechselbares Gesicht.

Die Stadt der Museen 
Mehr als 90 Museen haben in Brüssel ihre Heimat – von A wie Architektur bis Z wie zeitgenössische Kunst. Museen zum Thema Bier oder Schokolade, zu Museen umgewandelte Wohnhäuser von Künstlern wie Bruegel oder Magritte, Museen über Kostüme und die berühmten Brüsseler Spitzen, eine Sammlung von Herzen aus aller Welt, ein Kino-Museum und eines für Comics – die Liste ist unendlich. Nicht versäumen sollten Sie das königliche Museum für Kunst und Geschichte aus aller Welt, eines der größten und reichsten seiner Art, mit Fundstücken aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte. Das naturwissenschaftliche Museum besitzt eine Sammlung weltweit einzigartiger Skelette von Dinosauriern.
Erfinder des Jugendstils 
Ende des 19.Jh. gab ein Professor ein neues Wohnhaus bei einem Architekten namens Victor Horta in Auftrag. Entstanden ist ein atemberaubendes Gebäude mit fließenden Formen, floralen Verzierungen, riesigen Fenstern und anderen, bis dato unbekannten Elementen. Eine neue Kunst war geboren, der Jugendstil. In ganz Brüssel finden sich heute Spuren Victor Hortas Genialität, wie z.B. sein Wohnhaus und Atelier, ein Gesamtkunstwerk das heute ein Museum ist, oder der „Palast der schönen Künste“, der als erstes Kulturzentrum der Welt mit einem unterirdischen Konzertsaal und einer grandiosen Halle mit Glaskuppel überrascht.



Eine Sünde wert sind Brüssels frische Pralinen- und Schokolade- spezialitäten.

Lukullische Vergnügen und Brüsseler Besonderheiten 
Allein schon des Essens wegen lohnt sich ein Brüssel- Besuch. Hier kommt jeder Gourmet auf seine Kosten. Besonders empfehlenswert sind die Fischspezialitäten am „Place de la Sainte-Cathérine“. Zum Essen wird neben Wein gerne Bier getrunken, hauptsächlich „bière de l‘Abbaye“, schweres Abteibier oder „gueuze“, ein säuerliches Bier, das wie Champagner ausgebaut wird und gerne auch als „kriek“ mit Kirschsaft getrunken wird. Ein beliebter Apéritif ist „half-en-half“, eine Mischung aus Weißwein und Schaumwein. Berühmt und lecker für zwischendurch sind die belgischen Fritten, die überall in kleinen Buden, den „frikots“, angeboten werden. Übrigens sind Pommes frites sogar eine belgische Erfindung. Ebenfalls berühmt ist Belgien für seine Meeresfrüchte, seine Waffeln, seine 300 Biersorten und natürlich für seine Pralinen.
Wo Einkaufen zum Vergnügen wird 
Shopping ist in Brüssel ein echter Genuss, nicht nur der vielen ausgefallenen Designerstucke wegen. Liebhaber von Antiquitäten finden ihr Eldorado in den erstklassigen Geschäften rund um den Place du Grand Sablon. Galerien mit verschiedensten Shops gibt es in vielen Teilen der Stadt. Die schönsten und prachtvollsten sind die St.-Hubertus-Galerien, die bereits 1847 gebaut und erst kürzlich renoviert wurden. In der Galerie de la Reine kann man traditionelle Brüsseler Spitze und Gobelins kaufen.

Sybille Hepe

 Tipps: 

Die königlichen Gewächshäuser in Laeken 

öffnen Ende April für 2 Wochen die Pforten. Ein unvergessliches Erlebnis, vor allem wegen der Vielfalt der Pflanzen, aber auch wegen der grandiosen Kuppelkonstruktion aus Eisen und Glas - ein Highlight fur Jugendstil- Liebhaber. 

2003 ist Jacques Brel- Jahr 

In diesem Jahr wird der 25. Todestag des Ausnahmekünstlers Jacques Brel gefeiert. Dazu gibt es von April bis Oktober zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte. 
 Adressen: 
Belgisches Fremdenverkehrsamt: Cäcilienstraße 46, 50667 Köln
Tel. 0221-277590
www.ardennen-bruessel.de, www.flandern.com, www.belgien-tourismus.net
Tourismus- und Informationsbüro Brüssel, Hôtel de Ville - Grand-Place, 1000 Bruxelles
Tel.: 0032-2513-8940
www.tib.be
Office de Promotion du Tourisme - OPT, 63, rue du Marché aux Herbes, 1000 Bruxelles
Tel.: 0032-5040390
www.opt.be
Europäisches Parlament - Informationsbüro in Berlin, Unter den Linden 78, 10117 Berlin
Tel.: 030-2280-1000
www.europarl.de
www.brusselstourism.com
Veranstaltungskalender in engl. und französisch.
Ausgabe 1 / 2003