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Yoga - sich selbst erleben |
| Was ist Yoga? Leichter ist zu erklären, was Yoga nicht ist: Es ist weder Religion, noch Sport, keine fakirische Akrobatik oder Gymnastik, auch nicht Selbstkasteiung, Askese oder weltabgewandte Mystik. | |
| Das Kularnava-Tantra, eine Gattung religiöser indischer Schriften, sagt: "Weder das Sitzen
in der Lotusstellung noch das Schauen auf die Nasenspitze
ist Yoga. Yoga ist das Einssein
der Seele mit dem Allgeist."
Übersetzt bedeutet das Sanskrit-Wort, das sich von "yugit" ableitet, "miteinander verbinden". Damit kommen wir der Erklärung von Yoga, das in Asien alle Persönlichkeitsschulungen
bezeichnet, die zur Einheit
mit dem Absoluten führen, näher. Das Interesse an Yoga im Westen löste Entartungen und Modeströmungen des ursprünglichen Yoga aus, die sich mittlerweile sogar in seinem Herkunftsland Indien verbreiten. Traditionelle Yogalehrer wehren sich gegen diese Beliebigkeit und betonen, dass das klassische Yoga im Grunde eine Disziplin ist, sich selbst zu erkennen und zu verwirklichen. Yoga ist das Gegenteil von Überlegenheitsdrang und Leistungsanspruch, will durch Entspannung zur Spannung führen und mit schwachen Reizen die Lebenskraft heben. Auch ist das Ziel von Yoga nicht eigentlich die körperliche Gesundheit, sondern die geistige Entwicklung, die zwangsläufig körperliche Gesundheit nach sich zieht. |
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Die Praxis des Yoga Yoga benötigt keine Geräte, keine spezielle Ausrüstung, keine Abweichung von der natürlichen Lebensweise und kann an fast jedem Ort ausgeübt werden. Ein für die Übungen im Liegen, Stehen oder Sitzen ausreichender Platz und eine saubere Unterlage genügen. Die Praxis des Yoga gliedert sich in drei Teile: Außer der täglichen Waschung, Bad oder Dusche sind die besonderen Yogareinigungen ein wichtiger Bestandteil der Yogapraxis. Die Darmreinigung, sowie die Zungen- oder Nasenreinigung erscheinen uns zunächst vielleicht etwas merkwürdig, sind aber von hoher Wirksamkeit. Anders als bei herkömmlichen Gymnastikarten, wird der Körper nicht nach den Übungen, sondern vorher gereinigt. Die meisten in der westlichen Welt lebenden Menschen stellen sich unter Yoga in erster Linie eine Gymnastik vor, von der sie sich Fitness, Schönheit und Langlebigkeit versprechen. Das traditionelle Yoga versucht, diesen falschen Gebrauch mit dem dieser Fehlinterpretation entgegenwirkenden Wort "Blut-Gymnastik" zu korrigieren. Das Blut versorgt unseren Organismus mit Sauerstoff und Nahrung, schützt uns vor der Schädigung durch Krankheitskeime und sorgt mit dem Transport von Hormonen für das Funktionieren der Lebensvorgänge. Yogaübungen sind geeignet, unser Blut gesund und funktionsfähig zu erhalten, denn sie wirken auf die Konzentrierung des Blutes in bestimmten Körperteilen oder Organen. Wie sehr sich bewahrheitet, dass Yoga die Einheit von Körper und Geist verbessert, wird bei Betrachtung der einzelnen Stellungen und ihrer Wirkung deutlich: Zuerst lernt man, die eingenommene Körperstellung "innerlich abzutasten" und sie, ohne sie zu erzwingen oder Unbehagen zu spüren, innerhalb seiner Möglichkeiten auszuführen. Deshalb ist Einsicht und Bescheidenheit eine wichtige Voraussetzung für den Schüler des Yogapfades, denn nicht die direkte Willens- oder Körperanstrengung führt zum Erfolg, sondern die Kontrolle der Emotionen - in der Art, wie sie die alten Yogameister ihren Schülern empfohlen haben: "Übe stets so, dass du dir dabei ein inneres Lächeln schenken kannst". |
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Nasenreinigung Die Nase wird mit lauwarmem, leicht gesalzenem Wasser gespült. Das geschieht am besten mit einem Kännchen mit Ausgussröhrchen. Der Kopf wird dabei über dem Waschbecken so zur Seite geneigt, dass das in das obere Nasenloch gegossene Wasser durch das untere Nasenloch wieder ausfließen kann. Wichtig ist, dabei mit offenem Mund zu atmen! Die Temperatur des Wassers kann nach und nach verringert werden. Durch die dabei erzielte Abhärtung der Schleimhäute ist die Nasenreinigung auch eine vorzügliche Vorbeugung gegen Schnupfen. |
Die Atemtechnik Es heißt, dass die Yogaübungen, speziell die Atemtechniken, die Anstauung venösen Blutes verhindern und durch erhöhte Sauerstoffzufuhr den Zellverfall reduzieren oder sogar aufheben, also auch die Zellalterung verzögern. Der amerikanische Arzt Dr. Meduna entwickelte nach ähnlichem Prinzip eine von der amerikanischen psychologischen Vereinigung bestätigte Atemtherapie, mit der 80 % aller Nervenleiden geheilt werden können. Wer lernt, seine Atmung zu kontrollieren, wird auch seinen Gefühlen, wie Wut, Angst oder Unruhe nicht mehr hilflos ausgeliefert sein. |
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Vrksasana
- der Baum Der Baum gehört zu den wichtigsten Stellungen, die das Gefühl der Zugehörigkeit und der Erkenntnis der Transzendenz der Göttlichkeit stärken. Der Übende legt aufrecht stehend einen Fuß in die Leistenbeuge oder an den inneren Oberschenkel und hält still im Gewahrsam der Herzmitte, wobei die Arme vor der Brust oder über dem Kopf gefaltet gehalten werden. |
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Geistige Yogaübungen Die Reinigungs-, Körper- und Atemübungen schaffen die erforderliche Basis für die Konzentrations- und Meditationsübungen zur inneren Klärung und Einbeziehung der Sinne. Das "Entleeren" des Geistes und Fernhalten ständig kreisender, quälender Gedanken kann durch verschiedene Meditationsarten geschehen, wie dem Wiederholen von Mantras (Gebete - gleich welcher Religion), dem Schauen auf einen Punkt (z. B. eine Kerzenflamme) oder Lauschen auf ein monotones Geräusch (Klangschalen, Tropfen, Meditationsmusik). |
| Tratak Tratak bedeutet in entspannter Meditationshaltung konzentriert auf einen Gegenstand oder Punkt zu blicken - ohne dabei zu blinzeln. Nach einer Weile werden die Augen geschlossen und der Gegenstand erscheint vor dem geistigen Auge. Tratak stärkt die Konzentration, reinigt den Geist und verbessert die Sehkraft. Meditationsübungen sollten anfangs nicht länger als 10 bis 20 Minuten durchgeführt werden. |
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Das Yoga-Ziel Gerade in unserer konkurrenzbetonten Welt, die Stress und Ängste erzeugt, die wiederum Krankheiten nach sich ziehen können, kann Yoga eine wunderbare Hilfe sein, Ruhe und Frieden zu finden. Dabei verlangt Yoga zunächst gar keinen Verzicht oder Entsagung. Doch im Laufe des Fortschreitens auf dem Yogapfad wird sich auf ganz unmerkliche Weise die geistige Einstellung verändern, werden negative Gewohnheiten nachlassen, sich schrankenlose Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Da Yoga uns zu einer Einheit mit uns und der Natur führt, die keine Armut, sondern nur Fülle kennt, können wir mit Yoga die Fülle des Lebens entdecken. So wird die veränderte Sicht der Welt uns allmählich auch zu einem liebevolleren Umgang mit anderen Menschen und Lebewesen führen. |
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Rosi Jarmer |
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| Yoga-Reisen nach
Indien Wer das Heimatland des Yoga erkunden, die ganz besondere Atmosphäre spüren und dort auch selbst Yoga praktizieren möchte, für den ist es nicht ganz einfach, den passenden Reiseanbieter zu finden. Besichtigungs-Touren nach Indien findet man häufig, doch Reiseveranstalter, die ganz bewusst den Schwerpunkt auf Yoga und Meditation legen, sind selten. Neben Yoga-Schulen, die allerdings in erster Linie nur mit ihren Schülern nach Indien reisen, bietet TUI verschiedene Yoga-Reisen an: Im Hotel Club Mahinda beispielsweise können Reisende zwischen einer Ayurveda Intensivkur mit zwölf Behandlungstagen und täglichem Yoga und einer Ayurveda Vitalisation mit nur fünf Behandlungstagen wählen. Auch bei der kürzeren Variante wird Wert auf tägliches Yoga gelegt. Details gibt es unter Telefon 01803 99988433. Informationen über Reiseangebote weiterer Veranstalter und Yoga-Schulen in Indien erhalten Sie beim Indischen Fremdenverkehrsamt, Baseler Straße 46, 60329 Frankfurt, Telefon 069 242949-0. |
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| Buchtipps: |
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| Adressen für Yoga-Unterricht und Ausbildung: |
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Die Yoga-Foto-Strecke wurde produziert in der Residenz München unter Verwendung von Requisiten aus dem Bausinger-Versand. |