Radwandern

- der Natur auf der Spur




Radreisen sind eine ideale Kombination aus Genuss, Fitnesstraining und Reisen: mitten in der Natur, vorbei an Weltmetropolen oder entlang an Seen und Meeren ... verträumt, spannend, abenteuerlich. 

Vorbei an verträumten Flusslandschaften, saftig grünen Wiesen und dunklen Wäldern, ohne Stau, Stress und Hektik - im eigenen Tempo, angetrieben von der eigenen Kondition - auf dem eigenen Fahrrad. Ein Traumurlaub, der sich ganz leicht realisieren lässt - bei fast jedem Trainingsniveau.
Radfahren gehört zu den gesündesten Sportarten überhaupt. Es ist gut für Herz und Kreislauf, regt den Stoffwechsel an und versorgt den Körper mit ausreichend Sauerstoff. Muskeln und Sehnen werden sanft trainiert, Gelenke und Knochen nicht überbeansprucht. Zum körperlichen Gesundheitswert des Radwanderns kommt das Naherlebnis von Natur und Umwelt. Dem Reisenden, der sich der üblichen Verkehrsmittel und -wege bedient, bleiben Landschaft, Kultur und Natur, die er durchreist, bis zu einem gewissen Grad verschlossen. Jener aber, der sich eine Gegend radelnd erschließt, wird abseits ausgetretener Pfade mehr als jeder andere in den Genuss der besonderen Eigenheiten einer Landschaft und ihrer Einheimischen kommen und die Natur mit ihrer Schönheit und all ihren Düften hautnah erleben können.
Mit Spaß und Freude in die Pedale treten 

Spaß und Freude am Radfahren und Lust, auf eine etwas andere Art zu reisen, sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Radreise. Außerdem bietet diese Sportart für jeden Geschmack eine angemessene Form. Gesellige bevorzugen vielleicht eine Gruppen- oder Familienradreise. Individualisten, die sich am eigenen Anspruch orientieren möchten, radeln allein, Abenteurer wählen wild anmutende Gebirgstouren, Romantiker eine idyllische Fahrt entlang eines Flusses und Kulturfans eine Städterundreise.
Vorbereitungen für eine Radreise 

Zum Radfahren braucht man vor allem ein Fahrrad. Das Gelingen einer Radreise hängt in erster Linie von der Qualität und Zweckmäßigkeit dieses "Reisewerkzeugs" ab. 
Ein Citybike oder ein normales Tourenrad könnten für eine ausgedehnte Radreise zu unkomfortabel sein, ein Mountainbike für vorwiegend gute Wege übertrieben. Für Wanderreisen empfiehlt sich ein Trekking- oder Tourensportrad mit leichtem, aber stabilem Rahmen, gut zu bedienender Schaltung, damit sich auch Steigungen problemlos meistern lassen, sicher funktionierenden Bremsen, einem bequemen Sattel und nützlichem Zubehör.
Bekleidung 

Der alte Spruch "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung" trifft ganz besonders auf Radfahrer zu. Zwar muss es nicht gleich ein spezielles Radprofi- Trikot sein, allerdings ist Funktionskleidung angesagt: Egal, ob Jogging- oder Radlerhose, T-Shirt oder Stretchoberteil, wichtig sind bei der Kleidung vor allem Bewegungsfreiheit und Komfort. Ideal ist, wenn die Oberbekleidung wind- und wasserdicht, aber trotzdem atmungsaktiv ist, da man durch die körperliche Anstrengung schnell und viel schwitzt. Wenn der Schweiß nicht nach außen verdampfen kann, besteht die Gefahr, sich eine Unterkühlung zuzuziehen. Wichtig ist außerdem, die Kleidung unter dem Sicherheitsaspekt "sehen und gesehen werden" auszuwählen. Ein Schutzhelm und eine Schutzbrille gegen Fahrtwind, Insekten und UV-Strahlung gehören zur Standardausstattung eines Radfahrers.
Fahrradcheck - Wichtiges für eine längere Radreise: 

ein stabiler Gepäckträger mit geräumigen beidseitigen Gepäcktaschen, die auch im beladenen Zustand Räder und Bremsen nicht behindern, 

ein Radständer, der seine Funktion auch erfüllt, wenn das Fahrrad beladen ist. 

eine Luftpumpe, Werkzeug und Ersatzmaterial, damit kleine Pannen schnell behoben werden können, 

eine gut hörbare Glocke für stark frequentierte Strecken, 

eine Trinkflasche mit Flaschenhalter, um trinken zu können, ohne ständig anhalten zu müssen, 

ein Sicherheitsschloss, damit Langfinger keine Chance haben. Sparen Sie auf gar keinen Fall am Schloss und sperren Sie Ihr Fahrrad immer an einen festen Gegenstand.
Selbst planen oder zum Radreiseprofi? 

Wie man die Radreise plant und vorbereitet, hängt meist vom Reiseziel ab. Eine Tour durch die nähere Umgebung lässt sich problemlos anhand einer guten Radwanderkarte vorbereiten. Sie ist eine gute Möglichkeit, sich an die eigene körperliche Leistungsfähigkeit heranzutasten und Erfahrung und Kondition für einen größeren Radurlaub zu sammeln.
Die Planung ausgedehnter In- oder Auslands- Radreisen überlässt man aber besser einem Profi . Radreise-Veranstalter bieten ausgefeilte Touren an, übernehmen den Vorbereitungs- Check, den - besonders bei Bahnreisen ins Ausland - oft leidigen Fahrrad- und Gepäcktransport und die Zimmerbuchung. Auch informieren sie über die landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten der Strecke.

Hier zwei Vorschläge für besonders schöne Radreisen innerhalb Europas:


 Routenplan 
Toskana - das ist Lebensfreude, Genuss, weite Landschaften, eine ständige Spannung zwischen Meer und Bergen und ein unglaublicher Kulturreichtum.

Mit dem Rad in die Toskana

Eine Reise durch die Toskana beweist, dass Landschaft, Architektur und Mensch nicht zu trennen sind. Dort sucht und findet man keine Extreme, sondern Ausgeglichenheit und Beschaulichkeit. Gerade die Harmonie, die maßvoll ausgeprägte Überschaubarkeit der Hügellandschaft muss der Grund dafür sein, dass sie eines der beliebtesten Radreiseziele Europas geworden ist. Die von Zypressen und Pinien bestimmten Hügel des Chianti erreichen die ideale Höhe von 300 bis 600 m, die nahen Flusstäler versprechen angenehme Strampel-Pausen. Die Übergänge der Hügel-Landschaft in die Städte verlaufen allmählich, die Schönheit des kultivierten Wein- und Bauernlandes und der Kunststädte strahlen ineinander über.
Trotzdem ist die Toscana kein Reiseziel für völlig ungeübte Radler. Die Berge des Apennin sind ohnehin den trainierteren Radfahrern vorbehalten, aber auch die ausgedehnten Hügelketten verlangen ein Mindestmaß an Kondition, um die Strecken auch genießen zu können. Bezaubernd und beliebt ist die Route: Florenz, Vinci, Lucca, Viareggio, Pisa, Empoli, Florenz. Der besondere Reiz der Tour liegt in der Spannung zwischen Meer und Bergen, lebendigen, romantischen Gassen alter Etruskerstädte und der Ruhe silbrig schimmernder Olivenhaine.


 Routenplan 
Prag ist der Ausgangspunkt für die Reise durch Südböhmen nach Passau.

Entlang der Moldau durch Mittel- und Südböhmen

Radwandern ist die beste Möglichkeit, sich das sanfte Hügelland Südböhmens auf "leisen Sohlen" zu erschließen. Die Tour beginnt am besten in Prag. Auf verkehrsarmen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen mit kaum nennenswerten Steigungen geht es durch verträumte Dörfer entlang der Moldau zum Moldau-Stausee, zu dem im Tudor-Stil gebauten Märchenschloss "Hluboká" und von dort zum Durstlöschen nach Budweis. Erneut an der Moldau entlang radelt man nach Krumau - eine der überraschendsten und interessantesten Städte Böhmens. Dort kann man dem Werk des Malers Schiele begegnen oder eine der größten und schönsten Burganlagen Europas besichtigen. Wer nach der Verweilpause in der unter dem Schutz der UNESCO stehenden Stadt noch Kondition hat, radelt knapp 80 Kilometer weiter ins österreichische Mühlviertel. Auf die letzten rund 60 Kilometer kommt es den meisten dann auch nicht mehr an, um die klassische Böhmen-Tour in Passau zu beenden. Damit wären insgesamt etwa 380 Kilometer geschafft.

Rosi Jarmer

Informationen zu den vorgestellten Radreisen-Regionen gibt es bei: 

Italienisches Fremdenverkehrsamt, Kaiserstr. 65, 60329 Frankfurt, Tel. 069 23 74 34, Fax 069 23 28 94 

Tourismusbüro Contract s.r.o, Panska 19, CZ-381 01 Cesky Krumlov (Krumau), Tel. 00420 3 80 71 71 82, Fax 00420 3 80 71 25 38

Oberösterreich Touristik GmbH, Freistädter Str.119, A-4041 Linz/Donau, Tel. 0043 (0)73 27 27 7-2 00,Fax 0043 (0)73 27 27 7-2 20

Weitere Informationen zu den vorgestellten Routen sind online verfügbar unter: 

Italienisches Fremdenverkehrsamt, www.enit.it, Mail: enit.ffm@t-online.de 

Tourismusbüro Contract s.r.o, www.boehmerwaldjournal.de, Mail office@boehmerwaldjournal.de 

Oberösterreich Touristik GmbH, www.touristik.at oder www.austria-tourism.at, Mail info@touristik.at
Informationen zu Radreisen in der Schweiz finden Sie unter „MySwitzerland.com“ und Tipps sowie Fahrpläne zu Reisen mit der Bahn unter www.bahn.de

Reisen mit speziellen Angeboten für Menschen ab 50, gibt es bei www.50-plus-reisen.de.



Viele Fahrradgeschäfte geben Ihnen die Möglichkeit Räder und Sättel zu testen, bevor Sie sie kaufen.

 Räder und Routenpläne 

Sie wollen sich optimal auf Ihre kommende Radtour vorbereiten? go longlife! gibt Tipps, wenn es um das passende Rad und die richtigen Karten geht.

Das richtige Bike 

Reiseräder sind der ideale Begleiter für alle, die komfortabel unterwegs sein wollen: Meist 24- oder 27-Gang-Schaltung, hochwertige Bremsen, sowie Reifen und Felgen, die sowohl für das Gelände, als auch für geteerte Straßen geeignet sind.
Eine völlig neue Technik für Schaltung und Federung hat der japanische Komponenten- Hersteller Shimano entwickelt. Mit dem so genannten Smover, einer elektronischen Steuerung, wird der Gang ähnlich einem Automatikgetriebe gewechselt und die Federhärte je nach Geländeart kontinuierlich neu eingestellt.
Wenn Sie auf echte Handarbeit und extrem hohe Qualität besonderen Wert legen, können Sie Ihren Händler beispielsweise nach Bikes der Marke Koga BV fragen: Das Spektrum reicht von Trekking- Bikes über Allrounder bis hin zu Hightech- Rennrädern. Das Besondere dabei: Jedes Rad wird von Hand gefertigt, wodurch der Hersteller eine besonders hohe Qualität und Langlebigkeit der Räder erreicht. Außerdem unterscheidet Koga BV zum Beispiel bei den Trekkingrädern zwischen Rädern für Weltreisen, für Wochenendtouren oder für Tagesund Kurzausflüge. Das ermöglicht dem Käufer, das optimale Rad für genau seine Bedürfnisse auszusuchen.
Ebenso wichtig wie das Material, die Komponenten und der Radtyp ist auch die Art der Verarbeitung: Hercules- Bikes hat sich beispielsweise eine exakte und äußerst hochwertige Rahmenherstellung auf die Fahnen geschrieben. Eine Neuheit auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit ist das Hercules- Distanz- Warnsystem DIWA: Ein Sensor im Frontscheinwerfer erkennt eine abrupte Verzögerung des Rades und warnt die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer durch ein hell aufleuchtendes Rücklicht.
Für Unternehmungslustige, die nicht regelmäßig Sport betreiben ist es durchaus sinnvoll, sich einmal in der Elektrorad-Abteilung umzusehen. Ein kleiner Hilfsmotor unterstützt die eigene Pedalkraft und hilft so, auch längere Touren problemlos zu meistern.

Routenplanung 

Möchten Sie Ihre nächste Radtour selbst planen, dann nehmen Sie am besten spezielle Radkarten zur Hand, wie Sie zum Beispiel in der Bielefelder Verlagsanstalt und im Haupka-Verlag erschienen sind. Sie informieren nicht nur über Steigungen, Verkehrsaufkommen und die Beschaffenheit des Straßenbelags, sondern geben auch andere interessante und wichtige Hinweise, wie auf Campingplätze oder Fahrradreparatur-Werkstätten.
Ausgabe 3 / 2004