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Zeit
Entdeckungsreise in die Zauberwelt der vierten Dimension |
| Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt: "Was ist Zeit?" Vielleicht ja, aber sind Sie auch zu einer befriedigenden Antwort gelangt? Da wird es schon komplizierter. Allein in unserer Sprache sind die Attribute, mit denen Zeit beschrieben wird, widersprüchlich: Die Zeit rennt, galoppiert, flieht, oder sie steht still, schleicht, verrinnt. Sie lässt sich nutzen, "carpe diem", oder sie lässt sich "verschwenden" - ganz, wie einem gerade zu Mute ist. Mathematisch genau wissen wir spätestens seit Albert Einstein: Zeit ist relativ. Leider bleibt bei dieser Feststellung die Frage nach der Bezugsgröße - relativ: verglichen womit? - zunächst unbeantwortet. Ist es die Ewigkeit oder das Nichts? | |
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Was ist Zeit? "Wenn man mich fragt, dann weiß ich es. Wenn ich es jemandem erklären soll, dann weiß ich es nicht." Das ist die berühmte Antwort von Augustinus, dem großen Denker der Antike. Und damit spricht er uns aus dem Herzen. Die Zeit lässt sich nicht erklären. Ansatzpunkte dafür gibt es in der Physik. Dort bestätigt sich die untrennbare Verbindung von Raum und Zeit. Jedes Ereignis kann nur in räumlicher und zeitlicher Zusammengehörigkeit definiert werden. Ohne die Zeitkoordinate hätte unser gesamtes Universum weder eine Vergangenheit noch eine Zukunft. Es gäbe keine Entwicklung. Kurzum, wir wären gar nicht da. Dank der Relativitätstheorie wissen wir, dass sich die Zeit beeinflussen lässt, und zwar durch Bewegung und Gravitation. Sie ist also nicht überall gleich. Je schneller die Bewegung oder je größer die Gravitation, umso langsamer verläuft die Zeit. Es gibt keine absolute Zeit. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn jeder in seinem "Zeitgefühl" die Zeit unterschiedlich wahrnimmt. |
| Wie empfinden wir Zeit? Obwohl die Wissenschaft inzwischen eine Gehirnregion entdecken konnte, die für das Zeitgefühl zuständig sein soll, so ist die Zeit doch die einzige Dimension, für die wir kein Sinnesorgan besitzen. Das bedeutet, Zeitempfinden ist vollkommen subjektiv. Es richtet sich nach unserer eigenen, inneren Uhr und ist vom individuellen Tagesablauf abhängig. Wir empfinden die Zeit als eine Aneinanderreihung unterschiedlicher Ereignisse. Dabei gehen wir davon aus, dass ein Ereignis immer eine Ursache hat, die eine Wirkung erzielt. So bilden wir einen Ursache-Wirkung- Zusammenhang, der Vergangenheit mit Gegenwart verbindet und projizieren ihn auf ein weiteres Ereignis in der Zukunft. Wenn wir unsere Welt nicht in eine zeitliche Abfolge einordnen würden, könnten wir nicht existieren. Wie der Einzelne dies empfindet, hängt von seinen Erfahrungen, seiner Aufmerksamkeit und seinen Erwartungen ab. Das Empfinden der Zeit ist in gewissem Maße erlernt. Doch wie erklären wir uns, dass manchmal die Zeit stillzustehen scheint und ein anderes Mal davoneilt? |
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| Die "innere Uhr" Wir können sie nicht hören und nicht sehen, aber wir kennen sie alle: unsere innere Uhr. Sie sagt uns, wann wir Hunger haben oder müde sind. Sie ist genetisch festgelegt und macht uns zum Frühaufsteher oder Nachtmenschen. Unsere "biologische" Uhr, ein kleiner Nervenkern namens "Nucleus", sitzt im Inneren des Gehirns. Die Signale seiner Nervenzellen beeinflussen die Hormonproduktion, die Körpertemperatur und den Blutdruck. |
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Warum die Zeit stillstehen und fliegen kann Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Café, warten auf einen guten Freund und haben eine halbe Stunde Zeit. Der Freund verspätet sich, und Minuten dehnen sich zu Stunden. Dann ist er endlich da, und die restlichen Minuten verfliegen so rasch wie Sekunden. Eine bekannte Situation? Hier geht es um Ereignisse und Wahrnehmung. Während des Wartens ist die Wahrnehmung auf das Höchste angespannt. Man achtet auf jede Bewegung, die Augen sind überall. Doch es passiert gar nichts. Deshalb empfinden viele das Warten als so unangenehm. Ist der Freund dann eingetroffen, freut man sich. Die Unterhaltung ist kurzweilig und angeregt. Neuigkeiten werden ausgetauscht, in rascher Folge unterschiedliche Geschehnisse erzählt - und die Zeit vergeht im Flug. Dieses Prinzip funktioniert immer. Je mehr geschieht, desto kurzweiliger gestaltet sich die Zeit. Gleichzeitig erhöht sich das persönliche Empfinden für Dauer und Intensität der Zeit. Das befriedigende Gefühl, viel erlebt, die Zeit genutzt zu haben, steigt. Dieser unterschiedliche Fluss der Zeit wird uns mit zunehmendem Lebensalter immer bewusster. |
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| Wie optimiere ich
meine Zeit? Mit ein paar Regeln lässt sich das eigene "Zeitmanagement" entscheidend verbessern: |
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Wie sich die gefühlte Zeit im Lauf des Lebens verändert Wenn Sie ein kleines Kind beobachten, das selbstverloren beim Spiel in seiner Welt versinkt, ist es offensichtlich, dass es sich keine Gedanken um die Zeit macht. Für Kinder ist ein Tag unendlich lang, während ein Erwachsener das Gefühl hat, jedes Jahr vergeht rasanter als das vorherige. Auf die bisherige Lebenszeit bezogen, ist das auch leicht erklärbar. Denn während für ein fünfjähriges Kind ein Jahr ein Fünftel seines bisherigen Lebens darstellt, bedeutet die gleiche Zeitspanne für einen 40-Jährigen nur ein 40stel davon. Durch die zahlreichen Erfahrungen, die ein Erwachsener in dieser Zeit schon gewonnen hat, ist bereits vieles zur Routine geworden, was für ein Kind noch neu und spannend ist. Die Wahrnehmung ist vollkommen unterschiedlich. Im Rückblick lassen Routine und Langeweile die gefühlte Zeit jedoch unbemerkt an uns vorbeirasen, da wir uns an nichts Konkretes erinnern können. Dagegen vermitteln Spannung und Abwechslung den Eindruck, die Zeit ist vollkommen ausgefüllt, und wir empfinden sie dadurch im Nachhinein als länger. Hinzu kommen körperliche Aspekte. Der Organismus eines Kindes funktioniert in weit höherem Tempo. Das Herz schlägt schneller, das Gehirn ist besser durchblutet, Atmung und Reaktionen sind schneller. Kurzum, es passiert auch im Körper selbst viel mehr in derselben Zeit als beim Erwachsenen. Dagegen laufen diese Reaktionen im älteren Körper langsamer ab. Darüber hinaus wird es mit zunehmendem Alter schwieriger, die Dauer von Vorgängen richtig abzuschätzen. Die Konzentrationsfähigkeit lässt etwas nach, man braucht länger für einzelne Dinge und kann daher pro Tag nicht mehr so viel erledigen wie früher. Dadurch entsteht der Eindruck, die Zeit laufe immer schneller. Doch es gibt einige Tricks, dem entgegenzuwirken. |
| Schenken Sie sich Zeit Die Zeit lässt sich nicht anhalten, aber Sie haben es in der Hand, sie intensiv zu nutzen und sie so - in der subjektiven Empfindung - zu vermehren. Schöne, aufregende Ereignisse dehnen die gefühlte Zeit. Sie intensivieren und verlängern sie. Denn bei der Reflexion über Vergangenes erinnern wir uns so an viele schöne Begebenheiten. Altbekanntes und Langeweile dagegen entschwinden unserem Gedächtnis. Auf diese Art verbrachte Zeit streicht deshalb unbemerkt und schnell vorbei. Schaffen Sie sich also Momente, die Sie genießen, in denen Sie Neues ausprobieren und auf unbekannten Wegen gehen. Wer seinen Geist wach und aufmerksam hält, von Zeit zu Zeit innehält und sich überraschen lässt, wird immer das Gefühl haben, seine Zeit intensiv zu nutzen. Er wird ein ausgeglichener und zufriedener Mensch werden und dadurch ein erfüllteres, glücklicheres und letztendlich längeres Leben führen. |
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Sybille Hepe |
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| Tipp: Zeitmanagement im Alltag heißt ein Ratgeber, den man bei allen Verbraucherzentralen für Buch-Tipp: Das Bumerang-Prinzip: Mehr Zeit fürs Glück, Lothar J.Seiwert, Verlag Gräfe und Unzer, |