Gesichts-

gymnastik

... für ein strahlendes Aussehen

Durch einfache aber wirkungsvolle Übungen können wir unsere Haut positiv beeinflussen. Schon nach dem ersten Training sieht das Gesicht frischer und lebendiger aus.


Für den ersten Eindruck, den Menschen von uns gewinnen, ist unser Gesicht entscheidend. Unsere Mimik ­ - anatomisch gesagt: unsere Gesichtsmuskulatur ­ - ist Ausdruck unserer Stimmungen, Empfindungen, Gedanken. Daraus formt sich über Jahre der individuelle Gesichtsausdruck jedes Menschen: Die Lebensgeschichte, sagt man, ist ihr/ihm ,,ins Gesicht geschrieben". So spiegeln sich Freude, Glück und ein harmonisches Lebensempfinden, aber auch Sorgen, Ängste, Trauer, Stress oder Frustrationen im Gesicht wider.
Ganz unbewusst werden bestimmte Gesichtspartien immer wieder angespannt, während andere eher unbewegt bleiben. Auch für die im Alltag unbewegten Muskeln ist das An- und Entspannen wichtig, denn dadurch erhält jede Zelle der Gesichtshaut mehr Sauerstoff und Nährstoffe. Gesichtsgymnastik trainiert auch die ungenutzten Gesichtsmuskeln, fördert die Durchblutung, sorgt für Elastizität der Haut und wirkt Falten entgegen. Viele der Gesichtsgymnastik-Übungen können auch zwischendurch im Alltag, am Schreibtisch oder beim Autofahren ohne zusätzlichen Zeitaufwand durchgeführt werden.
 
Das Gesicht ­ - ein Muskelpaket

Nicht weniger als 70 Muskeln sind für die Bewegung unserer Mimik verantwortlich. Jede dieser Bewegungen wirkt auf die Haut und hat bestimmte Faltungen zur Folge, die sich mit der Zeit dauerhaft ,,eingraben" ­ - eine jedoch nicht unabwendbare Tatsache. Gewohnheitsmäßige Gesichtsmuskelbewegungen, die schließlich Falten entstehen lassen, sind z. B. das häufige Stirnrunzeln, wenn man sich konzentriert oder Sorgen hat und das Zusammenkneifen der Augen beim Arbeiten am Bildschirm oder Blinzeln in die Sonne. Wenn wir den Mund oder die Lippen zusammenkneifen oder einen Schmollmund ziehen, werden Oberlippenfältchen stark begünstigt. Und jeder kennt die senkrechten ,,Zornesfalten" zwischen den Augenbrauen. Ganz besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Kopfhaltung. Physiotherapeuten raten, den Kopf auf der Halswirbelsäule wie die Blüte auf einem Stängel fein auszubalancieren, den Blick nach vorne gerichtet. Denn wir verrichten tägliche viele Arbeiten mit vorgebeugtem Kopf, ob am Schreibtisch oder im Haushalt. Dies begünstigt mit den Jahren ein vorzeitiges Doppelkinn und Halsfalten.

Noch ein Wort zu den Lachfältchen: Diese wollen wir nicht vermeiden, denn dadurch wirkt ein Gesicht frisch und lebendig ­ - ein positiver Gesichtsausdruck entsteht. Lachen ist außerdem die beste Übung, der Schwerkraft, die unsere Gesichtsmuskeln ein Leben lang hin zur Erde zieht, entgegenzuwirken.

Natürliches Lifting
 ,,Die Natur gibt Ihnen das Gesicht, das Sie mit 20 Jahren haben; das Leben formt das Gesicht, das Sie mit 30 haben; aber das Gesicht, das Sie mit 50 haben, das müssen Sie sich selbst verdienen."
Coco Chanel, Modeschöpferin
Wir können einiges für ein strahlendes Aussehen tun. Schon nach dem ersten Gesichtsmuskeltraining sieht das Gesicht frischer, rosiger und lebendiger aus. Auf Dauer durchgeführt, haben wir die besten Voraussetzungen dafür, dass das Hautbindegewebe noch über Jahre hinweg elastisch, gut durchblutet und ernährt bleibt.

Unsere Haut ist eine äußerst vitale und dynamische Hülle. Sie reagiert sehr sensibel auf positive und negative Einflüsse. Übermäßig empfindlich reagiert sie z. B. auf ausgiebige Sonnenbäder und UV-Strahlen, aber auch auf Konsumgifte wie z. B. Nikotin, auf Schlafmangel oder sehr viel Stress und Anspannung. Positiv reagiert sie auf eine gute Flüssigkeits- und Nährstoffversorgung, frische Luft und sanfte Gesichtsgymnastikübungen, eventuell kombiniert mit Massage-, Lymph- und Akupressurgriffen.
  Wie wirkt Gesichtsgymnastik?

Die Abbau- und Umbauprozesse der Haut finden vor allem in der tieferen Hautschicht, nämlich der Lederhaut, statt. Diese wird auch als die Versorgungskammer der Haut bezeichnet. Durch ihr ausgeprägtes Blutgefäßnetz ernährt sie die Oberhaut und bewirkt eine gute Versorgung der neu entstehenden Hautzellen. Außerdem befinden sich in ihr Lymphgefäße, Nerven, Drüsenzellen, freie Zellen des Immunsystems, kollagene und elastische Fasern und die Gesichtshautmuskeln. Das An- und Entspannen der Gesichtsmuskeln wirkt wie eine Pumpe auf die Durchblutung und die Lymphzirkulation in dieser tiefen Hautschicht. Dadurch erhält jede Zelle mehr Sauerstoff und mehr Nährstoffe. Gleichzeitig wird sie von den Stoffwechselschlacken intensiv befreit, was die innere Reinigung vorantreibt. Auch die Produktion der Talg- und Schweißdrüsen wird durch das Training der Gesichtsmuskulatur angeregt, so dass die Haut weniger austrocknet und geschmeidig gehalten wird.

Heike Höfler
Achten Sie bei den Übungen darauf, dass diese langsam ausgeführt werden. Halten Sie die Anspannung 6 - ­10 Sek. und entspannen Sie genauso lange. Wiederholen Sie jede Übung vier- bis zehnmal, wenn Ihnen eine Übung besonders wichtig ist, auch mehrmals.
 
Gute Kopfhaltung ­ schöner Hals
Stellen oder setzen Sie sich aufrecht hin und lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Kopfhaltung. Der Kopf sollte wie eine Blüte auf dem Stängel fein ausbalanciert werden. Eine gute Kopfhaltung ist die beste Garantie für einen schönen Hals. Schieben Sie zuerst das Kinn leicht zurück (am Anfang hilft es, wenn man einen Zeigefinger an das Kinn legt) und recken Sie dann den Hinterkopf nach oben. Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Buch auf dem Kopf liegen hätten, das Sie nach oben schieben wollten. Diese Übung sollte auch im Alltag, zwischendurch, häufig ausgeführt werden.

Doppelkinn vermeiden

Legen Sie eine Faust unter das Kinn und öffnen Sie dann den Unterkiefer gegen den Widerstand der Faust. Die Spannung 6 -  ­10 Sek. halten, dann lockerlassen. Bei dieser Übung zieht sich der Kinnboden- sowie der so genannte zweibäuchige Kiefermuskel zusammen. Deshalb hilft diese Übung gegen ein Doppelkinn sowie hängende Wangen.
  
Mundwinkelhochzieher

Legen Sie beide Zeigefinger an die Mundwinkel. Stellen Sie sich dann ein Clown-Lächeln vor und ziehen Sie zuerst nur einen Mundwinkel hoch in Richtung Jochbein. Spüren Sie die Anspannung in dem großen Jochbeinmuskel, der für das Lächeln zuständig ist. Halten Sie die Anspannung 6 - ­10 Sek., dann entspannen. Üben Sie abwechselnd mit dem rechten und linken Mundwinkel. Wie oben, ziehen Sie jetzt jedoch beide Mundwinkel gleichzeitig hoch in Richtung Jochbein, wie bei einem Lächeln.  Üben Sie zuerst mit geschlossenen, dann mit leicht geöffneten Lippen.

Gegen Oberlippenfältchen und zur Kräftigung des Mundringmuskels

Machen Sie die Lippen breit und pressen Sie sie fest aufeinander. Fühlen Sie die Spannung im Mundringmuskel, der sich rund um den Mund erstreckt. Dann lockerlassen und der Entspannung nachspüren. Variation: Legen Sie einen Korken zwischen die Lippen und drücken Sie ihn mit diesen dann fest zusammen.
  
  Für feste Wangen


Blasen Sie beide Backen auf. Beklopfen Sie sie dann mit den flachen Fingern beider Hände. Die Luft beim Klopfen langsam herrauslassen. Variation: Die Backen aufblasen, dann die Luft von einer Seite zur anderen hin- und herschieben.

     

Für eine glatte Stirn

Legen Sie die Finger beider Hände quer auf die Stirn. Ziehen Sie dann die Augenbrauen und Lider gegen den Widerstand der Finger nach oben. Halten Sie die Anspannung 6-­10 Sek. und lassen Sie dann locker. Spüren Sie währenddessen die Anspannung im Stirnmuskel und danach die Entspannung in diesem Bereich.


Für eine straffe Augenpartie


Legen Sie Daumen und Zeigefinger beider Hände unter die Augenbrauen sowie auf das Jochbein unterhalb des Auges.




Dann zuerst die Augen weit aufreißen, danach schließen und blinzeln. Beim Blinzeln spüren Sie die Anspannung im Augenringmuskel. Danach die Augen schließen und einen Moment der Entspannung nachspüren.
   
Buchtipp:  

Fitness-Training fürs Gesicht, Heike Höfler, Trias Verlag, 14,95 € 
Auch als Tonkassette erhältlich
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Ausgabe 3-4 / 2005