Gut drauf mit Pinsel und Farbe:
Wellness-
faktor Kreativität


Kreative Menschen verfügen laut einer Untersuchung der Universität Hannover über mehr Energiepotenzial, sind neugierig, flexibel und können sich noch einige weitere positive Eigenschaften zuschreiben. "Kreativität ist die Quelle der Persönlichkeit; aus ihr dringt die Ader des Glücks ans Licht", schreibt die deutsche Publizistin Wilma Eudenbach und sie hat Recht. Dass sich Kreativität positiv auf Körper, Geist und Seele auswirkt und Menschen dabei hilft, sich gut und ausgeglichen zu fühlen, ist heute wissenschaftlich erwiesen. Auch ist die Meinung widerlegt, dass nur Genies über Kreativität verfügen würden: Jeder Mensch besitzt kreatives Potenzial, das gefördert werden kann.

Wer handwerklich
aktiv ist, fördert seine Kreativität.


Ein Plus für Seele und Psyche
Kreativ sein bedeutet schöpferisch zu sein, Ideen zu haben und diese gestalterisch zu verwirklichen. Dieses kreative Schaffen stärkt Geist, Psyche und Seele. In einer Untersuchung der Universität Hannover werden kreativen Menschen folgende Persönlichkeitsmerkmale zugeschrieben: Wer musiziert, töpfert, schreinert, Steine behaut, stickt oder Metall schmiedet, trainiert automatisch die Konzentration, verfügt über mehr Energie- und Aktivitätspotenzial, ist neugierig und flexibel, eigenständig sowie konflikt- und frustrationstolerant. Er vergisst alltägliche Sorgen, entspannt und erreicht einen meditativen Zustand. Kreative Menschen können Ärger, Stress, Wut und Aggression besser bewältigen, denn sie sind in der Lage, Gedanken und Gefühle z. B. in Geschichten, Gedichten oder Bildern zum Ausdruck zu bringen. So können emotionale Belastungen leichter erkannt und besser verarbeitet werden. Zudem können Kreative ihren Problemen im Traum fantasievoller Gestalt verleihen und ihre Träume geistreicher deuten.
 
Kreativität macht Schule
  In den vergangenen Jahrzehnten erkannte man die Bedeutung der Kreativität nicht ausreichend. Doch heute wird eine große, bunte Palette an Möglichkeiten angeboten, um die eigene Kreativität zu fördern: So gibt es beispielsweise Workshops für alle, die schreiben und ihre Fantasie und Gedanken zu Papier bringen wollen. Auch die Zahl der aus dem 19. Jahrhundert bekannten Schreibsalons wächst: Hier treffen sich Autoren und solche, die es werden wollen, um sich auszutauschen.
Und wer handwerklich kreativ sein will, kann relativ preiswert über die Volkshochschule Kurse buchen, in denen künstlerisch Metall bearbeitet, gefilzt, gestickt, fotografiert, gezeichnet oder gemalt wird.
 
Entspannung mit Pinsel und Palette




Hoch im Kurs der Kreativen steht das Malen, das als besonders entspannend gilt. Es ermöglicht einen Dialog mit dem inneren Ich und den Zugang zur Welt des Verborgenen, des Mystischen. Mit Pinsel und Farbe wird das, was die Sinne übersteigt, sichtbar gemacht und kommuniziert. Interessant ist auch die Wirkung von Farben: Sie nehmen nicht nur Einfluss auf das Gemüt, sondern auf den gesamten Organismus.
Wenn Sie morgens nur schwer aus dem Bett kommen, können leuchtende Farben Ihnen helfen, den Tag in Zukunft mit Schwung zu beginnen. Am stärksten beleben Farben wie Rot, Orange und Gelb. Rot steigert den Blutdruck und bringt den Kreislauf in Schwung, Orange weckt die Lebensgeister und macht aufgeschlossen und gesellig, weckt die Freude an der Arbeit und der Kreativität. Gelb wirkt gegen Unlustgefühle und Niedergeschlagenheit. Es fördert alle geistigen Kräfte, erhöht Konzentration und Objektivität, erleichtert das Lernen und stärkt die Nerven. Grün verbessert das Urteilsvermögen, klärt die sinnliche Wahrnehmung, vertreibt Angst und Beklemmungen, erfrischt und harmonisiert. Tauchen Sie den Pinsel in „Ihre“ Wellness-Farbe!

Erholung mit Kunst und Massage
Auch die Tourismusindustrie hat die Bedeutung von Kreativität inzwischen erkannt: „Kultur- Wellness“ heißt das Zauberwort. Dabei werden Kunst-volle Kurse mit Wellness-Angeboten kombiniert. Geboten sind Wochenend-Trips in – im wahrsten Sinne des Wortes – malerisch gelegene Pensionen, wo nach der Massage zu Tusche und Feder gegriffen wird, wo zwischen Dampfbad und Moorpackung Keilrahmen und Farbtuben zum Einsatz kommen. Denn Wellness heißt nicht nur Pflege des Körpers, sondern auch Pflege des Geistes: Neugier und Wissensdurst werden gefördert, die Kreativität kann sich entfalten. Und die Teilnehmer erleben genussvolle Stunden voller Lebensfreude, die den Alltag noch lange beflügeln.


  Kreativität lässt sich steigern:
 

durch manuelles Tun – z. B. arbeiten mit den Händen, rhythmische Bewegung wie Jogging oder Tanzen – wird das Gehirn angeregt.

durch Kreativitätstraining: Versuchen Sie z. B. immer mehrere Lösungen für eine gestalterische Aufgabe zu finden, indem Sie vorab einige kleine Skizzen anlegen.

durch Beobachten der Natur: Staunen Sie, wie viele Möglichkeiten es etwa zum Thema Blatt oder Fell gibt!

Übrigens: Das Gehirn muss mit ausreichend Flüssigkeit und Vitamin B1 versorgt sein, damit kreatives Denken möglich ist.

 
Kultur-Wellness-Tipps:
 

Reisen für Kultur & Wellness, Venloer Straße 10, 40477 Düsseldorf, Tel. 0211 9 38 84 50, Fax 0211 9 38 84 51. Sprach- und künstlerische Kurse werden mit klassischen Wellness-Anwendungen verbunden.

Bad Schandauer Kurund Touristik GmbH Haus des Gastes, Markt 12, 01814 Bad Schandau, Tel. 03502 21 94 33. Kreatives Wellness- Programm im Kurort.
www.bad-schandau.de


Reisetipp:

Kunst in der Provence, Atelier Brigitte Orth, Frankfurter Str. 120, 61118 Bad Vilbel, Tel. 06101 80 35 35. Kleine Gruppen malen und zeichnen in freier Natur mit künstlerischer Betreuung. www.atelierorth.de


Buchtipps:

Die große Zeichenschule, Ravensburger Hobby / Malen und Zeichnen, Urania Verlag, Stan Smith, 19,90 €
Ein Grundlehrbuch für alle, die zeichnen lernen wollen. Über 600 meist farbige Abbildungen erklären Schritt für Schritt die wichtigsten Techniken; Themen wie Perspektive, Komposition, Blickpunkt, Anatomie, Motivwahl werden ausführlich erläutert.

Workshop Acryl, Experimentelle Malerei, Bernd Klimmer, Englisch Verlag GmbH, 16,80 €
Der Autor kombiniert Acrylfarben und Sprühlacke mit Strukturmitteln und lässt eine spannungsreiche Oberfläche entstehen.
 
Stephanie Füg


Ausgabe 1 / 2006