![]() |
|
| LONDON Englisches Potpourri |
| Es gibt Städte, die kennt man bereits nach einem oder wenigen Besuchen, und bei manchen erschöpfen sich Interesse und Neugier sehr schnell. Und es gibt Orte, die sich einem nie vollständig erschließen, weil sie so vielschichtig sind und damit keiner Schablone entsprechen. Wohl keine andere Stadt dürfte damit treffender etikettiert sein als London. | |
![]() London Eye: Atemberaubende Aussicht im „Glasauge“ des größten Riesenrads der Welt. |
Mehr als 30 Millionen Besucher erliegen jährlich den mitunter höchst gegensätzlichen Reizen dieser unvergleichlichen Metropole, die mühelos alle Register einer Weltstadt zieht. Seit die Römer vor rund 2000 Jahren ihren neuen Handelsplatz Londinium gründeten, ist viel Wasser die Themse heruntergelaufen. Heute bevölkern über sieben Millionen Menschen aus allen Teilen der Erde diesen brodelnden Kessel der Kulturen. |
Stadt der Kontraste |
|
| Die älteste und wohl kosmopolitischste Weltstadt fasziniert durch die kaum fassbare Wechselwirkung ihrer kontroversen Einzelbausteine. Die Stadt lebt von und mit ihren starken Gegensätzen. Kühle viktorianische Eleganz neben futuristischem Design, Tea Time neben bengalischem Curry, Nadelstreifen neben greller Avantgarde. London ist ein urbanes Puzzlespiel und Räderwerk ohnegleichen. | |
Sightseeing – die Qual der Wahl |
|
| Das Feuerwerk an Reizen raubt selbst routinierten Kennern immer wieder aufs Neue den Atem. Allein schon deshalb müssen London-Besucher beim Sightseeing sorgfältig auswählen. Neben Big Ben, St. Pauls Cathedral und Tower Bridge, den bekanntesten und ehrwürdigsten Wahrzeichen der Stadt, buhlt vieles mehr um die Gunst des Betrachters. Während der letzten zehn Jahre flossen gewaltige Summen in die Wiederaufwertung und Neugestaltung des Stadtbildes. | |
| . |
Vom Aschenputtel zur Primadonna |
Krönende Brücke zwischen Tradition und Moderne: Die Millennium Bridge verbindet St. Pauls Cathedral mit dem Museum „Tate Modern“ |
Bestes Beispiel für den progressiven Puls der Briten: die Ufer der Themse. Seit jeher trennte der Fluss den meist mondänen Norden vom eher vernachlässigten Süden Londons. Bis man sich eines Besseren besann. Eben deshalb schraubten die kreativsten Planer und Architekten im Jahr 2000 zum Beispiel „London Eye“, das mit 135 Metern größte Riesenrad der Welt, direkt am Südufer in South Bank in den Boden. Mindestens genauso spektakulär, nur eine Flussbiegung weiter östlich, wurde zeitgleich die „Millennium Bridge“ fertig gestellt. Das filigrane Meisterwerk aus Stahl von Norman Foster ist dem Vorbild eines Lichtstrahls nachempfunden. Die Brücke verbindet St. Pauls Cathedral im Norden mit dem Museum „Tate Modern“, dem ebenfalls im Jahr 2000 entstandenen neuen, umjubelten Zentralgestirn am Londoner Museumshimmel. In dem ehemaligen Kraftwerk aus Backstein sind erlesene Kunstwerke des 20. Jahrhunderts von Rang und Namen ausgestellt. Tipp für danach: das Terrassencafé im siebten Stock verspricht einen sagenhaften Blick. Einen Steinwurf Richtung Osten stößt der Besucher auf das achteckige Openairtheater „Shakespeare’s Globe“. Das ursprünglich 1599 entstandene, später dann zerstörte Bauwerk wurde vor 10 Jahren nach Originalplänen wieder aufgebaut. Noch etwas weiter östlich, knapp vor der „London Bridge“, wartet ein Juwel der Kirchenbaukunst: die bezaubernde „Southwark Cathedral“, die älteste gotische Kirche Londons. |
Vorhang auf |
|
![]() Bretter, die die Welt bedeuten: Die Theaterhochburg London hat mittlerweile dem einst unantastbaren New York den Rang abgelaufen. |
Nach Einbruch der Dunkelheit spielt die Metropole an der Themse vielleicht erst ihre wahren Trümpfe aus. Ruhmreiche Konzertsäle wie die „Royal Albert Hall“, die „Wigmore Hall“ oder das grandiose „Royal Opera House“ locken ihre Gäste in die Vorstellungen. Rund 200 Aufführungen werden kulturbegeisterten Besuchern täglich geboten. Hier heißt es: sorgfältig auswählen! Zu einem theatralen Aushängeschild hat sich, ebenfalls am südlichen Themseufer direkt neben der Waterloo Bridge in South Bank gelegen, das „Royal National Theatre“ mit seinem klassischen wie zeitgenössischen Repertoire und herausragenden Besetzungen entwickelt. Für eine brandheiße Empfehlung lohnt allerdings der Weg nach Pentonville im Norden Londons. Hier verbringen Prominente wie etwa Sean Connery ihre privaten Abende: im unscheinbaren kleinen „Almeida“, einem Haus mit wenig Platz und wenig Geld, aber dafür mit Inszenierungen, für die manche vor der Tageskasse übernachten, um an Karten zu kommen. |
Essen wie Gott in England |
|
![]() Königlich speisen: In London bleiben keine kulinarischen Wünsche offen. |
Nach so gehaltvollem Kulturleben will auch der Magen nicht zu kurz kommen. Und die landläufig verbreitete wie irrtümliche Annahme, man könne die vermeintlich blutleere englische Küche nicht als Nahrungsgrundlage nutzen, ist längst völlig haltlos. Jedenfalls, soweit es London angeht. Hier brutzeln und dämpfen inzwischen so viele Sterneköche um die Wette wie in Paris. Göttlich speisen lässt es sich zum Beispiel im ältesten Restaurant der Stadt, dem „Rules“, mitten im Zentrum nahe Covent Garden. Ebenso vorzüglich, nur modern und asiatisch geprägt, ist das „Hakkasan“ in Soho. |
Shop till you drop |
|
| Ein
bisschen Kleingeld sollte man noch
für eine der schönsten Sünden in London
aufheben: das
Shopping. Wenigstens einmal muss jeder Besucher hinter den heiligen
Pforten von „Harrods“, dem mit 300 Abteilungen
vielleicht
tollsten Kaufhaus der Welt, lustwandeln. |
|
|
Tipps: |
|
|
Florian
Mikorey
|