Gesundheits-
vorsorge
für Katze und Hund



In deutschen Haushalten bellt und miaut es: Drei Viertel der Frauen und zwei Drittel der Männer haben oder hatten ein Haustier. Mit ihnen mache das Leben mehr Spaß, sagen die meisten, und jeder Vierte meint: „So treu wie ein Tier ist kein Mensch.“ Aber die tierischen Freunde und Spielgefährten müssen nicht nur liebevoll versorgt, sondern auch gut gepflegt werden. Nur so leben Hund und Katze ungefährdet und gesund.


Gute Pflege und liebevolle Versorgung: So fühlen sich Hund und Mieze wohl.

Auf ihren täglichen Streifzügen können sich Hund und Katze verschiedene Krankheiten „einfangen“. Vor allem Wurmbefall stellt für sie ein permanentes Gesundheitsrisiko dar. Oft sind bereits Welpen durch die Mutter oder die Muttermilch infiziert. Bei erwachsenen Vierbeinern reicht häufig schon das ausgiebige Beschnüffeln von anderen Tieren oder von Ausscheidungen auf der Straße, um Eier oder Larven von Würmern aufzunehmen. Aber die geliebten Tiere können diese auch einfangen, wenn sie an den Pfoten knabbern oder ihr Fell reinigen. Hingegen wird der Herzwurm, den es in vielen Ländern Südeuropas gibt, durch Mücken übertragen. Mit Bandwürmern werden Hund oder Katze über einen Zwischenwirt, wie z. B. Flöhe oder Mäuse, infiziert. Die vielen verschiedenen Wurmarten, die es gibt, führen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern beim Tier – von Durchfall und Erbrechen bis zu Abmagerung und bei sehr starkem Befall zu Blutarmut oder sogar Darmverschluss.

Wurmkur ist obligatorisch
Auf jeden Fall ist es ratsam, Hunde und Katzen, die Freigänger sind, ca. alle drei Monate zu entwurmen. Allerdings wirkt die Entwurmung nicht vorbeugend, sondern jeweils nur für den Moment: Das Tier kann sich also jederzeit neu infizieren. Schon ab dem Welpenalter sollte regelmäßig eine Entwurmung vorgenommen werden. Die gängigen Mittel, die Tierärzte verordnen, bekämpfen in der Regel alle bekannten Wurmarten. Wenn Sie Bedenken haben, Ihren vierbeinigen Liebling alle drei Monate die Entwurmungsmedikamente zu geben, können Sie auch in regelmäßigen Abständen eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben. Bei einer Infektion erfolgt die Behandlung dann durch Tabletten, Paste oder per Injektion. Hausmittel helfen nicht gegen Würmer, und die Theorie, dass Knoblauchzehen im Tierfutter vor Würmern schützen, ist wissenschaftlich nicht bewiesen.
   Extratipp:  

Vor allem vor Auslandsreisen sollten Sie daran denken, Ihren Hund oder Ihre Katze entwurmen zu lassen, denn manche Länder wie Schweden oder Großbritannien verlangen bei der Einreise einen aktuellen Nachweis für die Behandlung gegen Bandwurmbefall. Das Dokument muss Stempel und Unterschrift eines Tierarztes tragen.
 

 
Auch Flöhe können Bandwürmer übertragen
Zwar leben Flöhe bereits seit Millionen von Jahren auf der Erde, aber Freude haben die kleinen Insekten Tier und Mensch noch nie gemacht. Flöhe sorgen bei Haustieren und ihren Herrchen und Frauchen für starken Juckreiz oder Allergien. Beim Hund zeigt sich eine Flohspeichelallergie durch Hautentzündungen vor allem im Bereich der Kruppe, der Hinterbeine und Bauchunterseite. Bei Katzen treten Krüstchen im ganzen Fell auf, vor allem aber am Kopf und im Rückenbereich. Flöhe können auf die Haustiere darüber hinaus auch Bandwürmer übertragen, wenn die Vierbeiner ihr Fell reinigen und auf Flöhe beißen.
Besonders häufig stecken sich Hund und Katze im Garten, auf Hundewiesen oder in der eigenen Wohnung an. Da die Flöhe nicht auf dem Tier selbst, sondern in der Umgebung leben, erkennt man den Befall nicht unbedingt durch den Floh direkt, sondern durch den Nachweis von Flohkot. Mit Hilfe eines Flohkamms, der beim Tierarzt oder im Zoofachhandel erhältlich ist, oder durch kräftiges Rubbeln des Fells fi ndet man den getrockneten Flohkot relativ leicht: Das sind kleine, schwarze Krümelchen, die sich rot verfärben, wenn sie z. B. auf einem Papiertaschentuch befeuchtet werden.
 
Flohzirkus ade!
  Der Flohbefall kann durch verschreibungspflichtige Medikamente verhindert oder wirksam behandelt werden. So genannte Spot-On-Präparate, die tröpfchenweise auf die Nackenhaut des Tieres geträufelt werden, töten erwachsene Flöhe ab und helfen meistens auch gegen Zecken. Zeckenhalsbänder sind nur bedingt wirksam, bringen den Menschen und das Tier unnötig lange in Kontakt mit dem Wirkstoff und sind daher weniger empfehlenswert. Wenn Hund oder Katze Flöhe haben, muss das Tier auch gegen Bandwürmer behandelt werden.
Um Flöhe und Floheier zu entfernen, wird die direkte Umgebung, also Körbchen und andere Aufenthaltsorte der Tiere, mechanisch gereinigt. Am besten durch absaugen oder waschen in kurzen Abständen mehrmals hintereinander. Für alles an den Lieblingsplätzen der Tiere, was nicht auf diese Weise zu säubern ist, kann ein Flohspray angewandt werden. Nach einer Einwirkzeit von ca. zwei Stunden die Räume gut durchlüften.
 
Expertenrat vor dem Kuscheln
  Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, wenn sich bei seinem Hund oder seiner Katze unliebsame Gäste wie Flöhe oder Würmer eingenistet haben. Jeder Hunde- und Katzenbesitzer hat irgendwann einmal mit diesem Problem zu tun. Der Tierarzt ist dann der Ansprechpartner. Nach der entsprechenden Behandlung können Tierliebhaber mit ihrem treuen Gefährten dann auch wieder so unbefangen und liebevoll umgehen, wie sie es wollen. Immerhin 40 Prozent der Tierfreunde lieben ihr Haustier vor allem, weil es so kuschelig ist.

                                                                                                     Melanie Pagel, Tierärztin


Katze will nicht mehr ins Kistchen?

Eigentlich ist Ihre Katze stubenrein, doch auf einmal verrichtet sie ihr Geschäft lieber an anderen Orten in der Wohnung? Das kann mehrere Ursachen haben: Vielleicht steht die Katzentoilette am falschen Ort, z. B. an einem unruhigen Platz oder direkt neben dem Fressnapf oder Wasserschälchen. Möglicherweise verschmäht das Tier das Katzenklo auch, weil es nicht häufig genug gereinigt wird. Oder hält das falsche Katzenstreu oder der Geruch von Desinfektionsmitteln die Katze fern?
Tipp: Katzenklo an einem ruhigen Ort platzieren, angemessen häufig und ohne aggressive Reinigungsmittel säubern, mit klarem Wasser gründlich nachspülen. Zum Streu ein wenig Blumenerde ins Toilettenkistchen geben – der erdige Geruch zieht die Tiere zusätzlich an.
Gesunde Gelenke für Ihren Hund

Gelenkprobleme sind nach Hauterkrankungen mit die häufigste Krankheit bei Hunden. Die Ursachen können Fehlstellungen der Gelenke, aber auch Übergewicht und mangelnde Bewegung sein. Die Folgen für den Hund sind Schmerzen, Lahmheit, Bewegungsunlust und damit eine starke Beeinträchtigung seiner Lebensqualität und Lebensfreude. Die besten Maßnahmen, den Gelenkproblemen entgegen zu wirken, sind in erster Linie eine Ernährungsumstellung, viel Bewegung und eine damit verbundene Gewichtsreduktion.
Zusätzlich sind spezielle Nahrungsergänzungsmittel für den Hund zu empfehlen. Bei Menschen in Neuseeland hat sich seit Generationen der regelmäßige Verzehr von Grünlipp-Muscheln für gesunde Gelenke bewährt. Auch bei Hunden unterstützen die enthaltenen gallertartigen Nährstoffe den Aufbau und Erhalt von Knorpel und Bindegewebe (z. B. Hokamix30 Gelenk+). Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln erhalten Sie unter www.grau-tiernahrung.de oder unter Tel. 02874 9 14 20.
 



Ausgabe 1 / 2006


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