Alzheimer-Demenz:

Mehr Lebensqualität für Patienten und Angehörige


    
Häufig werden Demenzerkrankungen zu spät diagnostiziert, was in Bezug auf die Lebensqualität und den Pflegeaufwand gravierende Folgen nach sich zieht. Eine fortschreitende Alzheimer-Erkrankung verschlechtert nicht nur die Situation der Betroffenen, sondern stellt auch enorm hohe Anforderungen an die pflegenden Angehörigen. Das Wesen von Demenzkranken kann sich im Laufe der Zeit stark verändern. Betroffene neigen zu Feindseligkeit, Unruhe und Lustlosigkeit. Sie brauchen immer mehr Liebe, Aufmerksamkeit, Zuwendung und vor allem Geduld. Was früher tägliche Routine war – Essen und Körperpflege – muss von den Betroffenen nun jeden Tag „neu gelernt“ werden ...

Früherkennung und moderne Therapie erleichtern die Pflege
Nur durch eine Frühdiagnose und eine rechtzeitige medikamentöse Therapie in Kombination mit verhaltens- und psychotherapeutischen Maßnahmen ist es möglich, das Fortschreiten der Krankheit positiv zu beeinflussen und zu verzögern. Moderne Medikamente, wie z. B. Memantine, verbessern die Alltagsfähigkeiten (etwa Aufstehen, Essen, Körperpflege) und die geistigen Leistungen der Patienten, wie Orientierung und Gedächtnis. Sie tragen auch dazu bei, den Pflegeaufwand der Angehörigen zu reduzieren. Dabei lassen sich täglich bis zu 1,5 Stunden Pflegezeit einsparen. Zeit, die Angehörige zur Regeneration benötigen, damit sie ihre Aufgabe ausgeglichen wahrnehmen können. So gewinnen beide Seiten wertvolle gemeinsame Jahre, und eine psychisch belastende und kostspielige Aufnahme in ein Pflegeheim kann hinausgezögert werden.

Mit zunehmender Schwere der Demenzerkrankung steigt auch der Pflegeaufwand.

Claudia Sarkady
Ausgabe 5 / 2006