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Heizen mit Sonne, Pellets & Co. Umwelt- und kostenbewusste Wärmequellen |
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Die Kosten für Öl, Gas und Strom steigen. Für die Zukunft sehen Energieexperten sogar eher weitere Preiserhöhungen. Wird Heizen für Haushalte, die Öl oder Gas verwenden, bald unerschwinglich? Viele Haus- und Wohnungseigentümer denken jetzt über Alternativen nach. Denn mit dem Einsatz von erneuerbaren Energien kann man beim Verbrauch 25 bis 30 Prozent der Kosten sparen und die Umwelt schonen. Wir geben Ihnen einen Überblick über moderne Heizungssysteme von der Solaranlage bis zum Mini-Blockheizkraftwerk. |
| Mit der Sonne sparen | |
| Die
Sonne ist eine
unerschöpfliche und dazu kostenfreie Wärmequelle.
Doch wie
fängt man Sonnenenergie für Duschen und Heizen ein?
Hierzu
werden einige Quadratmeter Sonnenkollektoren auf dem Dach
benötigt. Die Sonnenstrahlen erwärmen in diesen
Kollektoren
eine Flüssigkeit, die meist aus einer
Wasser-Frostschutz-Mischung
besteht. Über ein Rohrsystem gelangt die heiße
Flüssigkeit zum Solarspeicher im Haus. Dort wird sie
über
einen Wärmetauscher an das Warm- oder Heizungswasser
abgegeben.
Vier bis sechs Quadratmeter Kollektorfläche auf dem Dach
eines
Einfamilienhauses reichen aus, um von April bis September warm zu baden
oder zu duschen. In den Wintermonaten deckt die Solaranlage zumindest
20 bis 30 Prozent des Warmwasserbedarfs ab. Hat man beispielsweise eine
Fußbodenheizung, können zudem 30 bis 40 Prozent der
Heizenergie solar bereitgestellt werden. |
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| Ein schönes Paar: Sonne und Heizkessel | |
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Schön
wäre es, wenn mit der Sonne das
ganze Haus beheizt werden könnte.
Das ist in unseren Breitengraden aber leider nicht möglich.
Sie
brauchen in jedem Fall zusätzlich einen normalen Heizkessel.
Die
Heizungsunterstützung durch Sonnenheizung – auch
Solarthermie genannt –
ist nur bei sehr gut gedämmten Niedrigenergiehäusern
sinnvoll. Für die
Kombination mit der Solarwärmeanlage sind verschiedene
Heizsysteme
wie
Pelletskessel oder Gasheizung geeignet. Wenn mit dem fossilen
Brennstoff Erdgas geheizt werden soll, ist es ratsam, einen
Brennwert-Heizkessel zu wählen. Der arbeitet im niedrigen
Temperaturbereich, so dass der Heizkessel geschont und das Erdgas
vollständiger verbrannt wird. Zusätzlich wird die im
Abgas
enthaltene
Wärme genutzt. Das Zusammenspiel von Heizung und
Sonnenwärme
nennt der
Heizungsbauer „Kombianlage“. Wirtschaftliche
Anlagen
brauchen eine gute
Steuerung, bei der mittels Außentemperaturfühlern
und
Raumthermostaten die Leistung an den Bedarf angepasst wird. Sie sollten
deshalb in jedem Fall von einer Fachfirma eingebaut werden. |
![]() oben: Sonnenkollektoren (Solarthermie) unten: Photovoltaik-Module (Photovoltaik) |
Sonnenwärme
oder Sonnenstrom? Oft verwechselt werden Solarthermie und Photovoltaik. Beide Techniken nutzen Sonnenenergie, jedoch sehr unterschiedlich: Solarthermie
erzeugt durch Sonnenstrahlen Wärme für
Warmwasserbereitung
und Heizung. Auf dem Dach sind Sonnenkollektoren (im Foto oben)
montiert, die das
eigene Haus versorgen und Heizkosten senken. Photovoltaik
(PV) verwandelt
Sonnenenergie in elektrischen Strom. Die blauen Sonnenfänger
(im
Foto unten) auf dem Dach heißen Photovoltaik-Module. Sie
speisen
Sonnenstrom ins öffentliche Stromversorgungsnetz, ohne Nutzung
im
eigenen Haus. Für den Betreiber bringen die PV-Module bares
Geld,
denn im „Erneuerbaren Energien Gesetz“ (EEG) wird
eine
staatlich garantierte Einspeisevergütung für 20 Jahre
festgelegt (siehe go
longlife! Ausgabe 3-4/06). |
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Sonne und Holz in Kombination |
| Ein
Holzheizkessel ist die ideale Ergänzung zu einer Solaranlage,
sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch. Im Sommer
erwärmt die
Solaranlage das Wasser zum Duschen und Baden; im Winter
übernimmt der
Holzkessel die Heizung und Wassererwärmung. In den
Übergangszeiten
unterstützen sich die beiden Wärmequellen
gegenseitig. Beim Stichwort Holzheizung denken viele Hausbesitzer an Holzhacken und rauchende Kaminöfen. Doch moderne Holzheizkessel arbeiten mit dem gleichen Komfort wie Öl- oder Gasheizungen und sparen gegenüber fossilen Brennstoffen bis zu 40 Prozent der Heizkosten. Das Besondere an einem solchen Kessel ist die Umkehrflamme, auch unterer Abbrand genannt. Während beim normalen Holzfeuer die Flamme nach oben verbrennt, wird sie beim Holzvergaserkessel durch ein Gebläse nach unten umgekehrt. Dadurch entsteht ein höherer Wirkungsgrad, und das bedeutet weniger Holzverbrauch, weniger Schadstoffe, weniger Nachlegen und geringerer Ascheanfall. Die Holzasche ist übrigens ein hochwertiger Dünger für den Garten. Und beim Heizen mit Holz entsteht nur soviel CO2, wie beim Wachstum des Rohstoffs von der Pflanze eingelagert wurde, deshalb ist Holz ein CO2-neutraler Brennstoff. |
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| Sonnenwärme
optimal einfangen Checkliste zur Planung von Solarthermie: Ein
Vier-Personen-Haushalt benötigt ca. fünf bis sechs
Quadratmeter Kollektorfläche auf dem Dach. Kollektoren
sollten nach Süden bzw. Südosten/Südwesten
ausgerichtet sein. Die
optimale Dachneigung beträgt 45 Grad. Eine
Verschattung der Kollektoren z. B. durch Baumkronen vermeiden. Möglichst
kurze Wege für die Rohrleitungen vom Kollektor zur
Heizungsanlage vorsehen. Zusatzenergie
für Heizung einplanen, z. B. Pelletsheizung. (Quelle: Dena – Deutsche Energieagentur) |
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Heizen mit Holzpresslingen |
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![]() Tipp: Legen Sie sich bereits im Sommer ein Pelletspolster zu, das ist günstiger und schafft Versorgungssicherheit im nachfragestarken Winter. Der durchschnittliche Jahresverbrauch für ein Einfamilienhaus liegt bei rund fünf Tonnen Pellets und beansprucht ähnlich viel Platz wie ein Heizöltank. |
Pellets,
die kleinen Presslinge aus
Brennholz, Spänen und unbehandeltem Abfallholz, sind immer
gefragter.
Die Holzpresslinge für die Zentralheizung werden einmal im
Jahr
angeliefert und wie Heizöl im Keller gelagert. In einem
Kilogramm
stecken rund fünf Kilowattstunden Energie, so viel wie in
einem halben
Liter Heizöl oder einem halben Kubikmeter Gas. Eine
Förderschnecke
bringt die Pellets zum Heizkessel. Die Pelletsheizungen auf dem Markt
sind technisch ausgereift, arbeiten schadstoffarm und bieten den
gleichen Komfort wie Gas- oder Ölheizungen. Die anfallende
Asche landet
in einem Behälter im Kessel, der etwa einmal im Monat geleert
wird. Die
Pelletsheizung gibt es auch als Ofen für einzelne
Räume. Dieser wird
von Hand mit Pellets aus Sackware gefüttert. Wo
Stückholz günstig zu
bekommen ist, lohnt sich ein Kombikessel, den man mit Scheiten oder
Pellets betreiben kann. |
Viel Energie für wenig Geld |
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| Pellets-
und auch
Holzkessel sind in der Anschaffung teurer als Öl- oder
Gasheizungen.
Doch dank staatlicher Förderung (siehe unten) und durch den
viel
niedrigeren Holz- bzw. Pelletspreis gegenüber dem
Ölpreis rechnet sich
diese Investition schnell. |
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| Wärme aus der Umwelt | |
![]() Raffiniertes Prinzip der Erdwärme: Die Salzlösung, die durch die Erdsonde (1) fließt, wird vom Erdreich erwärmt. Im Verdampfer der Wärmepumpe (2) steigt die Temperatur der Flüssigkeit nochmals an und wird auf das Heizungswasser in der Fußbodenheizung (3) und auch das Warmwasser (4) übertragen. |
Wärmepumpen
entziehen dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft
Wärme. Ab einer Tiefe von zwei Metern herrschen das ganze Jahr
über zwischen acht und zwölf Grad plus, ab zehn
Metern Tiefe beträgt die Temperatur ca. zehn Grad. Diese so
genannte Umweltwärme, die nichts anderes als gespeicherte
Sonnenenergie ist, wird im Inneren der Wärmepumpe auf ein
höheres Temperaturniveau gebracht. Damit kann warmes Wasser
zum Heizen erzeugt werden. Das schafft die Wärmepumpe
allerdings nur mit Strom aus dem Netz. Auf einen Teil Elektro-Energie
kommen zusätzlich zwei bis drei Teile kostenlose
Wärme aus der Natur. Die Energieversorger bieten für
Wärmepumpenbesitzer Strom zu günstigen Extra-Tarifen
an. Die Wärmepumpe erzeugt relativ niedrige Temperaturen, die
nur für den Betrieb einer Fußbodenheizung
ausreichen. Dusch- und Badewasser mit einer Wärmepumpe zu
erwärmen, ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, denn für
die Warmwasserbereitung sinkt die Effizienz der Wärmepumpe
erheblich. Zum Ausgleich ist wiederum teurer Strom aus der Steckdose
nötig. Auch wenn die Wärmepumpe zurzeit wegen der
staatlichen Förderung eine Renaissance feiert: Ihre
Ökobilanz ist gegenüber anderen Heizsystemen
ungünstig. Der Betrieb von Wärmepumpen verursacht
mehr CO2-Ausstoß als der von Pelletsheizungen oder
Gas-Brennwert-Kesseln. |
| Ist
Ihr Haus gut gedämmt? Clevere Energiesparer investieren vor einer Umrüstung in eine gute Hausdämmung, da drei Viertel der Wärme im Haus durch ungedämmte Wände entweichen. Besonders wichtig ist die Dachdämmung. Auch undichte Fenster sollten Sie vermeiden. |
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Finanzielle
Hilfen vom Staat Die
Investitionskosten für erneuerbare Energien liegen deutlich
höher als für herkömmliche Heiztechnik. Die
Bundesregierung fördert die Anschaffung von Pellets- und
Solaranlagen. Anträge gibt es beim Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter Tel. 06196 90 80 und unter
www.bafa.de. Die
KfW-Bank vergibt zinsvergünstigte Kredite für die
Investition in erneuerbare Energien: KfW Förderbank, Tel. 030
20 26 40, www.kfw.de.Weitere Informationen erhalten Sie auch unter den Internetadressen: www.Baufoerderer.de, www.energiefoerderung.info, www.foerderdata.de. Tipp: Informationen zum schlauen Heizen gibt es beim bundesweiten und parteipolitisch neutralen Bund der Energieverbraucher, Grabenstraße 17, 53619 Rheinbreitbach, Tel. 02224 9 22 70, www.energieverbraucher.de. |
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Kleinstkraftwerk im Keller |
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Ein
Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Heizung, die auch Strom
erzeugt. Betrieben werden die kühlschrankgroßen
Geräte entweder mit Öl, Gas, Pflanzenöl oder
seit neuestem auch mit Pellets. Etwa drei Viertel der gewonnenen
Energie stellt ein Mini-BHKW als Wärme für die
Heizung und das Warmwasser bereit, den Rest als elektrischen Strom. Das
kleine Kraftwerk im Keller deckt einen großen Teil des
eigenen Strombedarfs ab. Wird mehr Strom erzeugt als gebraucht, wird er
in das Netz des Versorgers eingespeist. Dafür erhalten Sie
zehn Jahre lang eine staatlich garantierte Einspeisevergütung
von rund fünf Cent pro Kilowattstunde. Mini-BHKW-Besitzer sind
auch von der Mineralölsteuer befreit. Wie jeder andere
Heizkessel können die Mini-BHKW auch mit Solarkollektoren
gekoppelt werden. |
Buchtipps:
Meine Solaranlage:
Sonnenwärme für den Hausgebrauch,
Solarpraxis Verlag, 19 € Holzpellet-Heizungen,
Thomas Holz, Ökobuch Verlag, 9,95 € Heizen mit
Wärmepumpen, F.-M.
Baumann, BINE-Informationsdienst, 19,80 €, zu bestellen unter www.bine.info.Broschüren: Blockheizkraft, kostenlose
Broschüre, zu bestellen bei Steinborn, Nobelstr.15, 70569
Stuttgart, Versand 5,80 €. Zukunftssicher Heizen,
kostenloses
Info-Heft des Holzabsatzfonds, zu bestellen unter Tel. 0228 30 83 8-0
oder downloaden unter www.natuerlichholz.infoholz.de. Heizen mit Holz
– Technik, Brennstoffe, Förderung, kostenloser
Flyer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), zu bestellen
unter Tel. 03843 69 30-0 oder www.nachwachsende-rohstoffe.de. |
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Weitere
Informationen:
Initiative
Solarwärme Plus, mit
allen Infos für Bauherren über die Umrüstung
auf Solarthermie, www.solarwaerme-plus.info Fachagentur
Nachwachsende Rohstoffe e.V.,
(FNR) mit Datenbank aller Pellets- und Holzkesselhersteller, www.bio-energie.de C.A.R.M.E.N., der
Verein fördert Techniken zur Nutzung nachwachsender
Rohstoffe wie mit Umrechnungstabellen für Holz in
verschiedenen
Lagerformen, Informationen zu aktuellen Förderprogrammen, www.carmen-ev.de. Solarserver,
Internetportal zur Sonnenenergie mit vielen Verbraucherinformationenwww.solarserver.de. Deutsche Energie-Agentur
(DENA), Portal für
Energiesparen und
erneuerbare Energien mit Verbraucherinformation zu Solarenergie,
Energiesparen, Heizen und mehr, www.thema-energie.de. |
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Claudia
Hilgers
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