Grüne Geldanlagen
Wer sein Geld "grün" anlegt, investiert in Umweltfonds und unterstützt somit die Wirtschaft und Forschung, die sich zum Beispiel auf die Nutzung von Solar- und Windenergie konzentriert.

Gutes Gewissen inklusive

Natürlich hat die aktuelle Diskussion über den Klimawandel inzwischen auch die Finanzwelt erreicht. Grüne Technologien stehen vor einem gigantischen Boom, der bereits die Aktienmärkte erobert hat. Kritische Marktbeobachter fühlen sich deshalb teilweise bereits an die überhöhten Aktienpreise in vergangenen Jahren erinnert.

Privaten Geldanlegern fällt es gerade in Boomzeiten schwer, den notwendigen Überblick zu behalten. So warnte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bereits Anfang März 2007 vor unbedachten Investitionen in einzelne Solarwerte.
Nur erfahrene Experten und Marktkenner sind in der Lage, solide Geldanlagemöglichkeiten von spekulativen Investitionen zu unterscheiden. So haben sich die Kundenberater in vielen Banken und Sparkassen auf das neue Anlagethema spezialisiert, insbesondere natürlich bei ökologisch ausgerichteten Instituten wie der Umweltbank. Besser als einzelne Aktien sind für Anleger in der Regel Investmentfonds geeignet. Das Fondsvermögen wird auf zahlreiche verschiedene Wertpapiere verteilt, und damit wird auch das Risiko gestreut.


Erfolgreiche grüne Investmentfonds

Hinweise auf solide und gleichzeitig gewinnbringende Fonds stellen wir Ihnen im Folgenden vor:
Zu einem der größten Fonds hat sich in den vergangenen Jahren der Klassiker Ökovision entwickelt, der inzwischen über ein Fondsvermögen von fast 450 Millionen Euro verfügt. Schon 2005 hatte der weltweit und branchenübergreifend anlegende Aktienfonds seinen Wert um 28 Prozent gesteigert, 2006 folgte ein Plus von 19,1 Prozent. Seit dem Fondsstart im Mai 1996 erreichte Ökovision eine jährliche Rendite von 8,6 Prozent. Nach Angaben der ausgebenden ÖkoWorld Lux S.A. bestimmt ein Anlageausschuss aus elf internationalen Fachkompetenzen das Portfolio. Investiert wird vorwiegend in kleinere und mittelgroße Unternehmen, zu den Top-10-Holdings gehörten Ende Januar 2007 neben Werten wie Solar-World und Q-Cells auch der US-Computerkonzern Apple oder die Schweizer Schokoladenkocher Lindt & Sprüngli. Ökovision eignet sich sowohl für private als auch institutionelle Anleger, die sich für ein Investment in einem klar und glaubwürdig definierten ökologisch-ethischen Anlagesegment entscheiden.

Grüne Geldanlage ist Vertrauenssache
Auf Glaubwürdigkeit setzt auch Pioneer Investments bei seinen „Pioneer Funds – Global Ecology“. Bei der Aktienauswahl vertrauen die Fondsmanager auf die Kontrolle durch die unabhängige Rating-Agentur oekom research, die den Fonds mit dem „Grünen Siegel“ ausgezeichnet hat. So sind Firmen, die Menschen- oder Arbeitsrechte verletzen oder Kinderarbeit betreiben, von der Anlage generell ausgeschlossen. Außerdem darf der Fonds nicht in Unternehmen aus den Bereichen Rüstung, Tabak, Alkohol, Glücksspiel oder Pornographie investieren. Nach Angaben von Pioneer betrug die Wertsteigerung der letzten drei Jahre per 19.6.2007 satte 108,7 Prozent. Und nach Einschätzung von Pioneer-Sprecher Marc Bubeck wird die nachhaltige Entwicklung „eines der Schlüsselthemen für das 21. Jahrhundert“ bleiben. Bubeck: „Nachhaltige Investments haben sich zu einem weltweiten Wachstumsmarkt entwickelt und werden eines der zentralen Anlagethemen werden.“


Am Klimawandel verdienen
Ganz auf die Nachhaltigkeitsexpertise ihrer Fondsmanager setzen die Verantwortlichen bei Allianz Global Investors. Der Allianz-dit Global EcoTrends-A-EUR investiert weltweit mindestens 75 Prozent in Aktien von Unternehmen, die in den Sektoren Alternative Energien, Umweltqualität, Abfallwirtschaft und Recycling sowie Sauberes Wasser tätig sind. Pünktlich zur Veröffentlichung der beunruhigenden Berichte des Weltklimabeirats IPCC hat auch die Fondsgesellschaft DWS ihre Liebe zur Umwelt entdeckt – und dem am 28.2.2007 gestarteten Fonds den Namen DWS Klimawandel gegeben. Saubere Technologie und Energieeffizienz sind nach DWS-Angaben der erste Anlageschwerpunkt des Fonds, Umweltmanagement und Schadensbegrenzung der zweite. Nach Einschätzung von DWS Investment werden „Unternehmen, die zur hohen Produktivität der Ressourcen beitragen, zu den Gewinnern des Klimawandels“ gehören.

Horst Peter Wickel
Ausgabe 3-4/2007