PC-Welt für Einsteiger


Egal ob Sie mit Freunden oder Verwandten per E-Mail kommunizieren, sich im Internet informieren, einen Film anschauen oder Musik hören möchten – mit einem Computer ist das und noch viel mehr möglich. Doch gerade die zahllosen Möglichkeiten, tausende von Fachbegriffen und die unterschiedliche Softwareausstattung verwirren viele Einsteiger. Beachtet man jedoch einige wenige Punkte, so sind der Kauf und der Umgang mit einem PC gar nicht so schwer.


Guter Rat ist teuer?
Nicht, wenn man einen Freund oder Bekannten hat, der sich damit auskennt.

Gut beraten einsteigen

Nicht immer ist ein leistungsstarker PC für 1.000 Euro und mehr nötig. Häufig reicht für Einsteiger vorerst ein gebrauchtes Gerät, das man vielleicht von Freunden oder Bekannten günstig erwerben kann. Der Vorteil bei solchen Rechnern ist, dass der Bekannte sich mit dem PC auskennt und bei den ersten Schritten helfen kann. Eine so persönliche Betreuung ist bei einem neuen PC kaum zu bezahlen. Und falls man Gefallen an der Arbeit mit dem Rechner findet, kann man später immer noch in ein Gerät mit mehr Leistung investieren.


Neu muss nicht teuer sein

Einsteiger, die ein Neugerät kaufen möchten, sollten mit Kosten ab 500 Euro für den Computer rechnen. Für diesen Preis bekommen Sie einen PC, der genug Leistung mitbringt, damit beispielsweise Briefe oder E-Mails geschrieben, Filme angeschaut oder digitale Bilder bearbeitet werden können.
Im Lieferumfang eines PCs dieser und höherer Preisklassen befindet sich neben dem Gerät meist ein Softwarepaket mit den wichtigsten Programmen, eine Tastatur zum Eingeben von Texten und Befehlen sowie die so genannte Maus, mit der die Befehle per Hand an den Computer weitergegeben werden. (Wie man die einzelnen Bestandteile des PCs genau bezeichnet, finden Sie hier.)
Zusätzlich müssen Sie mit Kosten für einen Bildschirm (ab 80 Euro), einen Drucker (ab 30 Euro) und bei Bedarf für andere Zusatzgeräte, wie beispielsweise einen Scanner (ab ca. 50 Euro) zum Digitalisieren von Fotoabzügen oder Dokumenten, rechnen.


Fürs Wichtigste gerüstet

Internet nutzen, Filme abspielen, CDs oder DVDs brennen: dafür reicht ein System aus, das über einen Prozessor – die zentrale Recheneinheit, also quasi das Gehirn des PCs – mit mindestens 1,5 Gigahertz (GHz) verfügt. Der GHz-Wert gibt unter anderem Auskunft über die Geschwindigkeit bzw. Rechenleistung eines PCs.
Außerdem muss ein moderner Computer mindestens 512 Megabyte Arbeitsspeicher besitzen. Ein großer Arbeitsspeicher PC-Welt für beschleunigt die Arbeitsgeschwindigkeit. Zum Speichern von Dokumenten, Musik, Filmen und Software wird eine Festplatte benötigt, die mindestens 60 Gigabyte Speicher mitbringt. Eine Festplatte mit dieser Kapazität kann den Inhalt von rund 87 CDs aufnehmen. Außerdem sollte ein DVD-Brenner vorhanden sein, der CDs und DVDs liest und brennt.
Zum Anschluss von Druckern, Scannern und anderen Geräten sollte der Rechner zudem in jedem Fall über mehrere so genannte USB-Schnittstellen verfügen.


PC oder Laptop?

Ob Sie einen mobilen Laptop oder einen PC kaufen, der zu Hause fest installiert wird, werden Sie nach Ihren Nutzungsvorstellungen entscheiden. Möchten Sie Ihren Computer auch im Garten oder unterwegs gebrauchen? Dann ist ein Laptop besonders praktisch, da Sie ihn an beliebige Orte mitnehmen können. Allerdings sind Laptops momentan rund 200 Euro teurer als PCs und auch empfindlicher. Fällt er z. B. versehentlich herunter, können von einer Sekunde auf die andere all Ihre Daten gelöscht sein.


Das Betriebssystem

Um einen Computer nutzen zu können, muss er mit einem Betriebssystem ausgestattet sein. Das Betriebssystem bildet die Softwarebasis, mit der der Rechner gestartet werden kann und auf der beispielsweise eine Textverarbeitung, ein E-Mail- oder ein Bildbearbeitungs-Programm läuft. Für Einsteiger gibt es momentan drei erwähnenswerte Produkte: Microsoft Windows (XP oder Vista), Apple Mac OS X und Linux.

Große Buchstaben und leicht einprägsame Symbole: die Tastatur des SimpLiCo-Systems ist speziell für Einsteiger
Zu Linux, einem meist kostenlosen Betriebssystem, sollten aber nur technisch versierte Einsteiger greifen. Ausnahme: Von Fujitsu Siemens gibt es mit dem SimpLiCo (ab 850 Euro) ein auf Linux aufgebautes System speziell für Einsteiger. Bei diesem Rechner wurde das Erscheinungsbild der Software so angepasst, dass sich dem Anwender eine aufgeräumte und einfach zu bedienende Oberfläche bietet. Zudem wurden Softund Hardware optimal aufeinander abgestimmt. Angenehm für ältere Menschen und Anfänger ist die Tastatur, die mit großen Buchstaben und Sondertasten ausgestattet ist.
Um mögliche Problemquellen auszuschließen, kann der Anwender hier keine eigene Software installieren. Daher lässt sich der Rechner leider nicht beliebig mit allen Erweiterungsgeräten wie Druckern oder Scannern nutzen.


Apples Alternative

Eine interessante Einsteigerlösung bietet aber auch Apple mit dem Designschmuckstück Mac Mini (ab 510 Euro) und dem Betriebssystem Mac OS X an. Das Erscheinungsbild von Mac OS X ähnelt dem von Windows und basiert auf so genannten Icons – kleinen Symbolen – und Programmfenstern. Der Apple-Rechner ist für viele Einsatzgebiete gerüstet und kann je nach Ausstattung CDs oder auch DVDs beschreiben, Filme und Fotos präsentieren und lädt zum Surfen im Internet ein. Nachteil für Mac-Nutzer: Das Angebot an kommerziellen und kostenlosen Computerprogrammen ist nicht so üppig wie für Windows-PCs. Vorteil: Schädlinge wie Viren gibt es kaum, Systemabstürze sind selten.


Generationenwechsel bei Windows Microsoft

Windows ist dank seiner guten Benutzeroberfläche, seiner weiten Verbreitung und dem riesigen Softwareangebot sowie zahlloser kostenloser Programme – so genannter Freeware – ein gutes und für Einsteiger wohl das empfehlenswerteste Betriebssystem. Seit dem Frühjahr 2007 ist mit Vista eine neue Version des Klassikers von Microsoft auf dem Markt. Der Vorgänger XP wird noch verkauft, und der Vorteil hiervon ist, dass sich viele Menschen – bestimmt auch im Bekanntenkreis – damit auskennen und weiterhelfen können. Dennoch werden sich Soft- und Hardwarehersteller zunehmend auf die neue Plattform Vista einschießen und ihre Produkte für dieses Betriebssystem optimieren.

Problematisch beim Surfen im Internet mit einem Windows-Rechner ist die große Anzahl an Viren, Trojanern und anderen Schädlingen, die Windows-Systemen das Leben schwer machen. Solche digitalen Viren können beispielsweise Passwörter ausspionieren oder Daten von Ihrem PC klauen. Darum ist es dringend zu empfehlen, den Windows-Rechner mit einem Virenschutzprogramm, das Computerviren bekämpft, auszustatten. Ebenfalls ratsam ist eine so genannte Firewall, die es Angreifern erschwert, über das Internet auf einen PC zuzugreifen. Eine solche Firewall ist Bestandteil der neuen Vista-Version. Um sich vor Viren zu schützen, können Sie ansonsten beispielsweise auf ein Programm wie Kaspersky Internet Security 7.0 – die neue Version des vielfachen Testsiegers – oder eine für Privatanwender kostenlose Anti-Viren-Lösung wie „AntiVir“ von Avira zurückgreifen.




Übung macht den Meister

Neben der Hilfestellung durch Freunde und Bekannte haben Sie die Möglichkeit, sich in Volkshochschulkursen oder Internetforen schlau zu machen. Außerdem bieten Betriebssysteme, wie beispielsweise Vista, Hilfsdateien und im Abschnitt Windows-Grundlagen viele Tipps rund um den Computer an, die beim Einstieg helfen.

Auch wenn beim ersten Umgang mit einem Computer nicht immer alles reibungslos funktionieren wird, so ist es mit ein bisschen Übung und Geduld doch relativ schnell möglich, die grundlegendsten Dinge zu erlernen und die Welt des Internets für persönliche Zwecke zu nutzen.



 Buchtipps:

 Internet für Oldies ...but Goldies, Sigrid Born, Mitp-Verlag, 22 €
PCs für Oldies ...but Goldies, Hans Georg Schumann, Mitp-Verlag, 20 €
Microsoft Office Word für Oldies, Florian Schäffer, Mitp-Verlag, 22,95 €
Einfach rechnen mit dem PC – Excel, Stiftung Warentest, 12,90 €
 


Adressen:

Kaspersky Labs GmbH, Steinheilstrasse 13, 85053 Ingolstadt, Tel. 0841 98 18 90, www.kaspersky.de
Avira GmbH, Lindauer Str. 21, 88069 Tettnang, www.antivir.de


Kai Schwarz
Ausgabe 3-4 / 2007