Rente, Zinsen, Steuern:
Die aktuellen Tipps rund ums Geld


Heftige Turbulenzen an den Börsen, steigende Zinsen, neue Steuern und Gesetze – bei der privaten Geldanlage und Altersvorsorge sind viele Aspekte zu beachten.


RIESTER-RENTE IMMER BELIEBTER
Die Riester-Rente zur zusätzlichen Altersvorsorge verzeichnet weiter Rekordzuwächse. Knapp 9,1 Millionen Verträge wurden bisher abgeschlossen. Riester-Sparer erhalten als Grundzulage jährlich 114 Euro, in Form von Kinderzulagen gehen in jedem Jahr zusätzlich 138 Euro pro Kind aufs Altersvorsorgekonto. Zum 1. Januar 2008 steigt die Grundzulage auf 154 und die Kinderzulage auf 185 Euro. Was Sparer in ihren Riester-Vertrag einzahlen, können sie zusätzlich von der Steuer absetzen. Auch für Sparer der Generation 50 plus ist ein Riester-Vertrag lohnend. So könnte ein 50-Jähriger, der 2007 mit 1.575 Euro beginnt und dann 14 Jahre lang jeweils 2.100 Euro einzahlt, bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von vier Prozent bis zu seinem 65. Lebensjahr ein Vermögen von 42.660 Euro aufbauen. Verbraucherschützer empfehlen älteren Sparern zum sicheren Aufbau des Guthabens einen Riester-Banksparplan. Fondssparpläne sind bei relativ kurzen Laufzeiten zu riskant, Versicherungen zu teuer.
































                                  

LUKRATIVE TAGESGELDKONTEN
Die Zinsen sind wieder gestiegen, und die Banken überbieten sich zur Zeit mit Hochzinsofferten für Tagesgeld. Leider gelten die meisten Angebote nur für Neukunden. Während manche Institute nur Geldanleger für Tagesgeldkonten akzeptieren, die seit 6 bzw. 12 Monaten kein Kunde waren, fordern andere Banken sogar, dass Interessenten noch nie eine Geschäftsbeziehung zu ihnen unterhalten haben. Wer die überdurchschnittlich hohen Zinsen ausländischer Banken nutzen will, muss die Einlagensicherung im Blick behalten. Anleger sollten aufpassen, ob die Banken der deutschen oder der europäischen Einlagensicherung angeschlossen sind. Bei der deutschen Einlagensicherung sind momentan knapp 42 Millionen Euro pro Person auch in den Fällen sicher, wenn die Bank in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Bei niederländischen oder türkischen Banken hingegen sind nur 20.000 Euro pro Person abgesichert.

AUF DIE ABGELTUNGSSTEUER VORBEREITEN
Ab 2009 werden die Kapitalerträge in Deutschland pauschal mit 25 Prozent versteuert – der Gesetzgeber hat diesem Vorhaben den Namen Abgeltungssteuer gegeben. Auch wenn die neue Steuer erst Anfang 2009 kommt, können Anleger schon jetzt viel tun, um Steuern zu sparen. Vor allem Sparer mit einem hohen persönlichen Steuersatz und Zinserträgen oberhalb des Sparerfreibetrags profitieren von der neuen Pauschalsteuer. Ein Anleger, der seinen Sparerfreibetrag von 801 Euro (Verheiratete 1.602 Euro) ausgeschöpft hat, muss seine Zinserträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Für einen Spitzenverdiener mit einem Steuersatz von 42 Prozent bleiben damit von 1.000 Euro Zinserträgen nur knapp 520 Euro übrig (unter Berücksichtigung von Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag). Müsste dieser Anleger dagegen nur 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen, könnte er von seinen Zinserträgen nach Abzug von Kirchensteuer und Solizuschlag immerhin rund 715 Euro behalten, fast 200 Euro mehr. Für jeden Anleger mit einem Steuersatz von mehr als 25 Prozent lohnt es sich, Zinseinkünfte auf die Jahre nach 2008 zu verlagern. Anlageexperten empfehlen z. B. Wertpapiere mit einem jährlich steigenden Zinssatz (Zinstreppe) oder nachträglicher Zinsauszahlung wie Bundesschatzbriefe vom Typ B, Null-Kupon-Anleihen (im Fachjargon Zerobonds) oder niedrig verzinste Anleihen.

MEHR ANLEGERSCHUTZ AB NOVEMBER 2007
Mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie in deutsches Recht gelten ab November 2007 neue Regeln für private Geldanleger. Die Finanzdienstleister müssen in den kommenden Wochen ihre Kunden erstmals in die Kategorien Privatkunden oder professionelle Kunden einteilen. Die Einstufung als Kleinanleger hat umfangreiche Aufklärungs-und Informationspflichten der Banken zur Folge, die Wertpapiergeschäfte für Privatanleger sicherer machen sollen.

 Glossar:

Tagesgeld: Täglich fällige verzinste Geldanlage, bei der keine festen Laufzeiten wie beim Festgeld oder Terminanlagen bestehen.
Einlagensicherung: Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit von Banken und Sparkassen.
Kapitalertrag: Als Kapitalerträge gelten (regelmäßige) Einnahmen wie Zinsen und Dividenden.
Sparerfreibetrag: Kleinere Einkommen aus Kapitalanlagen (Kapitalerträge) werden im Einkommenssteuerrecht begünstigt. So bleiben bei Alleinstehenden 750 Euro pro Jahr sowie 51 Euro Werbungskostenpauschale als Kapitalertrag steuerfrei. Für Verheiratete verdoppelt sich dieser Freibetrag auf 1.500 bzw. 1.602 Euro.


Horst Peter Wickel


Ausgabe 5 / 2007