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Gelenke
lieben Bewegung |
Über 100 verschiedene Gelenke hat der menschliche Körper. Sie sorgen dafür, dass wir Arme und Beine bewegen, unseren Kopf drehen, uns setzen und wieder aufstehen und einen Schritt vor den nächsten setzen können. Damit das ein Leben lang reibungslos funktioniert, müssen wir unseren Gelenken das geben, was sie brauchen: die richtige Art und das geeignete Maß an Bewegung. |
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| Im Inneren der
Gelenkkapsel befindet sich Gelenkflüssigkeit. Sie
ist der „Schmierstoff“ und sorgt
dafür, dass sich
die
Knorpelschichten nicht abreiben. Außerdem versorgt sie den
Knorpel mit
frischen Nährstoffen. |
Be-
und
Entlastung: ein unzertrennliches Paar für gesunde Gelenke Gelenkprobleme entstehen vor allem aus zwei Gründen: durch Überbelastung, die hauptsächlich bei Leistungssportlern und motivierten, aber nicht ausreichend trainierten Hobbysportlern auftritt, und – was viele überraschen mag – durch Schonung oder Bewegungsmangel. Der Grund für Gelenkbeschwerden aufgrund von Bewegungsmangel liegt in der besonderen Ernährungsweise des Gelenkknorpels: Er ist nicht durchblutet und erhält seine Nährstoffe daher nicht über den Blutkreislauf, sondern über die Gelenkflüssigkeit, die Synovia. Wird das Gelenk bewegt, werden Abfallprodukte aus dem Knorpel herausgepresst. Nur dann ist der Gelenkknorpel in der Ruhephase in der Lage, Gelenkflüssigkeit und damit Nährstoffe aufzusaugen. Der Gelenkknorpel verhält sich dabei wie ein Schwamm, der je nach Druckbelastung Flüssigkeit aufnimmt oder abgibt. Be- und Entlastung sind also Voraussetzung dafür, dass der Stoffwechsel unserer Gelenke problemlos funktioniert. |
| Unsere
Gelenke – Wunderwerke der Natur Gelenke verbinden immer zwei Knochen miteinander. Damit sich diese bei der Bewegung nicht gegeneinander abreiben, sind sie an ihren Enden durch eine Knorpelschicht geschützt. Die besteht aus einem äußerst zähen und gleichzeitig elastischen Gewebe, das Stöße abfedern und so die Belastung für die Knochen verteilen und reduzieren kann. Umschlossen und zusammengehalten werden die Knochenenden in der Regel von der Gelenkkapsel. Bänder, Sehnen und Muskeln bestimmen zum einen, in welche Richtung ein Gelenk bewegt werden kann, und sorgen zum anderen für die nötige Stabilität. |
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Zu
wenig Bewegung
– der Anfang der Spirale Ruht ein Gelenk über längere Zeit, wird die Produktion von Gelenkflüssigkeit insgesamt gedrosselt. Die Folge: Der Knorpel wird immer schlechter versorgt. Er ist immer stärker unterernährt und „verhungert“. Dadurch wird er brüchig, porös und verliert an Elastizität. Die Oberfläche wird rau. Der Knorpel reibt sich ab und kann Stöße nicht mehr ausreichend abfangen. Es entsteht eine Gelenkarthrose. Bei Unterbelastung beginnt die Spirale der zunehmenden Probleme: Das zu wenig bewegte Gelenk hat Anlaufschwierigkeiten, wenn es gefordert wird, und beginnt schließlich zu schmerzen. Infolgedessen schalten wir automatisch einen Gang zurück und schonen das Gelenk. Damit wird es noch schlechter versorgt, und die fortschreitende Schädigung des Knorpels wird gefördert statt aufgehalten. |
Wer
sich ausreichend bewegt und seine Muskeln
kräftigt, sorgt
für gesunde Gelenke
und kann Arthrose vorbeugen. Eine
trainierte Muskulatur macht ein Gelenk außerdem stabiler. Sie
schützt
und entlastet es. |
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![]() 5 Pilates-Übungen für Ihre Gelenke finden Sie hier. |
Um
Ihre Gelenke lange fit zu halten, ist es wichtig, sich mit
gelenkgesunden Sportarten wie Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen,
Skilanglauf, Gymnastik oder Pilates fit zu halten.
Das gilt auch, wenn
Sie bereits Gelenkbeschwerden haben. Dann sollten Sie insbesondere die
Sportarten meiden, bei denen abrupte Stopps aus vollem Lauf, kraftvolle
Sprünge, Würfe und Schläge oder extreme
Drehungen
dazugehören. Ballsportarten wie Fußball oder
Eishockey sind
ungünstig, Tennis und Golf ebenfalls nicht zu empfehlen.
Joggen
ist nur bei gesunden Gelenken, auf weichem Waldboden und mit dem
richtigen Schuhwerk ratsam. Wenn Sie diese Sportarten aus Ihrem Repertoire streichen, wird es nicht zu Verdrehungen, Prellungen oder Stauchungen kommen. Und noch wichtiger: Sie vermeiden auch kleinste Verletzungen, die nicht sofort spürbar sind, jedoch in der Summe und auf Dauer zu einer ernsthaften Gelenkschädigung führen können. Übergewicht schadet den Gelenken. Kombinieren Sie Bewegung und Sport daher mit einer möglichst gesunden Ernährung. |
| Die
Zauberformel für gesunde Gelenke: Bewegung ohne
Überbelastung Freundlich zu unseren Gelenken sind alle Sportarten, die weiche und fließende Bewegungsabläufe fordern, dabei die stützenden und schützenden Muskeln, Sehnen und Bänder stärken und eine geringe Verletzungsgefahr mit sich bringen: |
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Darauf
sollten Sie beim Sport achten Aufwärmen nicht
vergessen. Nur eine aufgewärmte, gut durchblutete Muskulatur
ist
elastisch genug, um die Gelenke optimal vor Belastung und Verletzungen
zu schützen. Auch Sehnen und Bänder werden
geschmeidiger. Lassen
Sie es langsam
angehen. Steigern Sie die Trainingsintensität und -dauer
schrittweise, um Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln nicht
plötzlich Höchstbelastungen auszusetzen. Das Ziel:
Regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche 30 bis 45
Minuten.
Unbedingt vermeiden: Skiurlaub oder Fußballturnier ohne
Vorbereitung oder nur alle zwei Wochen eine Stunde Tennis. Wählen
Sie Sportarten,
die sich ergänzen. Sorgen Sie für einen guten Mix aus
Kraft-,
Ausdauer-, Muskelaufbautraining und Dehnungsübungen.
Insbesondere,
wenn Sie eine stark gelenkbelastende Sportart betreiben, sollten Sie
einen Ausgleich schaffen. Das
Wichtigste ist, dass der
Sport, den Sie betreiben, Ihnen Freude macht. So bleiben Sie viel
leichter am Ball. Kurieren
Sie Verletzungen
aus. Sind sie nicht ausgeheilt, erhöhen sie das Arthroserisiko
– auch, wenn sie unbedeutend erscheinen. |
Tipps
für den Alltag Verharren
Sie nicht lange in einer Haltung.
Langes Sitzen am Schreibtisch oder hinter dem Steuer ist nicht gut
für die Gelenke. Ändern Sie immer wieder einmal Ihre
Position
oder legen Sie kurze Pausen ein. Gehen
Sie in die Knie, wenn Sie etwas
Schweres heben. Nehmen
Sie keine „Schonhaltung“ ein, wenn
Sie Schmerzen oder Steifigkeit verspüren. Gehen Sie zum Arzt! Verzichten
Sie auf hohe Absätze. Die sind Gift für die
Gelenke, besonders, wenn es sich dabei um Pfennigabsätze
handelt. Nehmen
Sie die Treppe, nicht den Fahrstuhl, das Fahrrad und nicht das
Auto. Achten
Sie auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung und
ausreichend Flüssigkeit. |
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Buchtipps:
Gesunde
Knochen und
Gelenke durch Pilates, Petra Regelin, 2007, BLV Buchverlag, 10,95 € Gymnastik
für
Gelenke: Das neue
Trainingssystem von Kopf bis Fuß, Wolfgang Danninger, 2004, Trias, 14,95 € So
stärken wir unsere Gelenke, Johannes R. Weingart, 2005, Zabert Sandmann, 19,95 € Gesunde
Gelenke. GU Ratgeber Gesundheit, Siegbert Tempelhof, 2003, Gräfe und Unzer, 12,90 € Vital
& beweglich ein Leben lang, Petra Regelin, Trias, 14,95 € 70 alltägliche Übungen für mehr Beweglichkeit, Kraft, Schwung und einen sicheren Gang. Zur Vorbeugung und Linderung von Schmerzen. Bodymotion.
Pilates
in Perfektion. Britta Brechtefeld und Ute Weiler, 2005, Haug, 17,95 € |
| Martina Koppelwieser | |