Sommershirt statt
Schneedecke

Überwintern an den schönsten
Orten der Welt




Sie möchten den deutschen Winter lieber gegen eine wärmere Jahreszeit eintauschen? Unsere erfahrenen Reiseredakteure geben Ihnen Geheimtipps zum „Überwintern“ an den schönsten Plätzen der Erde: Zum Beispiel auf den Kanaren – den Inseln des ewigen Frühlings. Aber auch weiter entfernte Urlaubsregionen gewinnen für „Zugvögel“ immer mehr an Bedeutung. Mexiko beispielsweise, oder exotisch anmutende Länder wie Thailand oder Indien sind zweifellos eine intensive Begegnung wert – besonders während in Deutschland der Schnee fällt.





KANARISCHE INSELN: VON TRÄUMEREIEN, DRACHENBÄUMEN UND VULKANEN

Die Sonne scheint vom blauen Himmel, nur der Wind verlangt nach leichtem Schutz. Die Schnellfähre, die vom Süden Teneriffas durch die Passatwolken rumpelt, hat vielleicht 200 Sitzplätze, aber nur 24 sind besetzt. Ihr Ziel: die kleinste der Kanarischen Inseln, El Hierro. Nur 250 Hotelbetten hat die Insel, dazu aber unzählige Quartiere in Privathäusern. Hier freuen sich die Inselbewohner über Gäste.
Fast überall ist die Küste felsig und schroff. Dennoch kann man herrlich im Atlantikwasser baden – in den zahlreichen „Charcos“, den natürlichen Meerwasser-Schwimmbecken, die rund um die Insel verteilt sind.
„Die Glückseligen“ wurden die Kanarischen Inseln einst genannt. Für El Hierro scheint das noch immer zu gelten. Die Insel ist knapp 280 Quadratkilometer klein und so verträumt, wie die großen Kanaren vor einem halben Jahrhundert gewesen sein mögen. Den Leihwagen kann man überall unverschlossen stehenlassen. Valverde, die einzige kanarische Inselhauptstadt, die nicht an der Küste liegt, bezaubert durch ihre schmucken, steilen Gässchen und ihre aussichtsreiche Lage hoch über dem Meer. Dort steht außerdem die älteste Kirche der Insel.
Von hier aus ist es zur weit geschwungenen Bucht von El Golfo ein Katzensprung, seit man dank eines Tunnels die steilen Felsen durchqueren kann. Kurz hinter dem Tunnel geht es zum „Lagartorio“, der Aufzuchtstation der kanarischen Rieseneidechsen. Es gibt sie nur noch hier. Überall in dieser Gegend locken Aussichtspunkte – „Miradores“ – für spektakuläre Blicke auf Berge und Küsten.

Miradores findet man auch auf La Palma – einer weiteren der sieben Kanarischen Inseln. Wie ein Faustkeil drückt sich das gebirgige La Palma im Westen des Archipels aus dem Atlantik. Der höchste Berg der Kette ist 2.426 Meter hoch: der Roque de los Muchachos. Die Insel bietet eher spektakuläre Landschaft als Sandstrände, ist daher perfekt für Naturliebhaber und Wanderer. Überwinterer haben Zeit: Wer in den Westen will, nimmt sich einen Leihwagen und schraubt sich Kurve um Kurve auf der gut ausgebauten Straße bergauf, durch Nebel und schließlich durch einen Tunnel, an dessen Ende die Sonne über sattgrünen Wiesen mit wilden Narzissen, Margeriten und Klatschmohn gleißt – in Deutschland feiern sie gerade Silvester.
Im Norden der Insel spenden Drachenbäume, Kiefern- und Lorbeerwälder Schatten, im Süden kann der Boden unter den Füßen warm werden. Zuletzt spuckten 1971 die Vulkane Teneguia und San Antonio wochenlang Asche und Feuer. Heute noch wandert man kilometerweit über Schlackefelder und spürt die Wärme an den Sohlen. Folgt man den Pisten zur Küste, landet man irgendwann beim Fischer in Punta Larga, der ein paar Tische und Stühle in den Sand gestellt hat und vor der Kulisse türkis schillernder Wellen fangfrisches Meeresgetier serviert.


 Tipps & Infos Kanarische Inseln:

Anreise: Fünf der Kanarischen Inseln werden von allen großen Flughäfen in Deutschland per Charter angeflogen. El Hierro und La Gomera erreicht man im Winter per Fähre über Teneriffa.
Verkehrsmittel: Alle Inseln, außer El Hierro, verfügen über ein gut ausgebautes Busnetz. Auf El Hierro empfiehlt sich ein Mietwagen. Überwinterer mit viel Zeit können verschiedene Inseln kennenlernen. Es gibt hervorragende Fährverbindungen.
Klima im Winter: November bis März täglich ca. 6 Sonnenstunden, Tagestemperaturen 20 bis 24 Grad, Nachttemperaturen 15 bis 18 Grad, monatliche Regentage: Dezember: 9, März: 4.
Gesundheit: Die stetige Brise lässt vergessen, dass die Sonne intensiv ist. Wichtig sind die Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenschutz für den Kopf sowie eine Sonnenbrille. Es gibt deutschsprachige Ärzte, die Orte haben Gesundheitsposten – „centro de salud“ – und Apotheken. Für die Kanarischen Inseln sind keine besonderen Vorkehrungen oder Impfungen notwendig.








Die mexikanische Halbinsel Yucatán ist ein ideales Ziel für „Zugvögel“: Temperament und Lebensfreude der Bewohner, palmengesäumte Traumstrände, herrliche Hotels, farbenprächtige Märkte, das spannende Erbe der Maya ...

MEXIKO: WEIßE SANDSTÄNDE, PRÄCHTIGE PALÄSTE UND GESCHICHTSTRÄCHTIGE RUINEN

Den Pullover getrost zu Hause lassen kann, wer noch weiter nach Westen fliegt und dabei den Atlantik überquert. Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán vereinen sich alle Überwinterer-Klischees: Von Dezember bis März ist Sommer, kilometerlange weiße Sandstrände locken ebenso wie das kulturreiche Hinterland. In den Zentren der ehemaligen Hochkulturen zwischen Nordmexiko und Honduras sind es vor allem die prächtigen Paläste und Tempel, die den Besucher beeindrucken. Mit der nötigen Ruhe kann man von Cancun oder Playa del Carmen auch mal einen Ausflug in die Metropole Mexiko-City organisieren. Im modernen Stadtzentrum befinden sich die verbliebenen Ruinen der Stadt „Tenochtitlán“, die seit 1987 zum Weltkulturerbe der Unesco zählen. Anfang des 16. Jahrhunderts war Tenochtitlán mit über einhunderttausend Einwohnern die größte Stadt des amerikanischen Kontinents und eine der größten weltweit. Ihre Überreste sind praktisch vollständig von der heutigen mexikanischen Hauptstadt Mexiko-City überbaut.
Zurück an der Atlantikküste, hat man vielleicht Lust auf malerische Kolonialstädte, bunte Indianerdörfer, farbenprächtige Märkte, geheimnisvolle Pyramiden und verwunschene Dschungelstädte als Zeugen einer jahrtausendealten Kultur. All dies ist häufig nicht weit vom Strand entfernt, nur fällt es den meisten oft schwer, die palmengesäumten, feinsandigen Strände zu verlassen, weil die Reise zu kurz ist. Überwinterer können sich hingegen ausgiebig erholen und sich gleichzeitig von der geheimnisvollen Welt des mythenumwobenen Mayareiches berauschen lassen. Aber Vorsicht: Es soll schon Zugvögel gegeben haben, die den Rückweg nicht mehr gefunden haben …

 Tipps & Infos Mexiko:

Anreise: Cancun wird mehrmals wöchentlich ab Frankfurt und Düsseldorf von Condor und LTU angeflogen. Im Winter mit verstärkten Flugfrequenzen.
Unterkunft: Überwinterer sind sowohl in Cancun als auch in Playa del Carmen gut aufgehoben. Cancun ist großstädtischer. Dort lässt sich einiges auch zu Fuß unternehmen. Für Überwinterer gibt es günstige Zwölf-Wochen-Angebote. Aber auch vor Ort kann man gut verhandeln.
Verkehrsmittel: In Mexiko fahren die Menschen eher nach ihrem Gefühl als nach Regeln. Versierte Autofahrer werden aber mit genügend Vorsicht auch auf Mexikos Straßen kein Problem haben. Aber auf „Topes“ aufpassen: Das sind künstlich angelegte Bodenwellen, die Autofahrer zum Langsamfahren zwingen.
Klima im Winter: Tropisch heiß, am Abend herrlich lau, perfekt zum Draußen-Sitzen.
Gesundheit: Nur essen, was geschält und gekocht ist. Vorsicht ist bei Salaten mit Soßen angebracht. Es sind keine Impfungen vorgeschrieben. Zu empfehlen sind diese gegen Diphterie, Tetanus und Hepatitis A.



Wir drehen den Globus für Sie noch etwas weiter, lassen den Finger darüber streifen und stoppen bei den schönsten Ländern, die sich aufgrund des Klimas, der Kosten und der Infrastruktur optimal zum Überwintern eignen:



GOA: DIE RIVIERA INDIENS

Goa, der Name steht bei vielen für Hippietum und ausgelassene Beachpartys. Doch die Zeiten haben sich geändert: die ehemalige portugiesische Kolonie am Arabischen Meer ist wieder salonfähig geworden. Und: Nirgendwo ist Urlaub am Palmenstrand so günstig wie hier.

 Tipps & Infos Indien:

Anreise: Es gibt einige Flugverbindungen von Deutschland nach Goa. Für die Einreise ist ein Visum erforderlich.
Unterkunft: Günstige Unterkünfte finden sich an allen Stränden, aber auch die Hotels sind dank der erheblichen Preisnachlässe für eine mehrwöchige Reise erschwinglich. Im Januar ist wegen der indischen Ferien mehr Betrieb.
Verkehrsmittel: Am besten mietet man sich ein Fahrzeug gleich mit Fahrer (Tagespreis: ca. 35 Euro).
Klima im Winter: Von November bis Februar gibt es kaum Niederschläge, die Temperaturen liegen bei 28 bis 30 Grad. Von März bis Mai klettern die Temperaturen auf bis zu 33 Grad.
Gesundheit: Die empfohlenen Impfungen sind Hepatitis A und Typhus. Ausreichender Sonnenschutz ist ebenso erforderlich wie Vorsicht bei Salaten.
Essen: Die goanische Küche gehört zu den besten Asiens – und dazu zu den preiswertesten. Sie ist für indische Verhältnisse sehr fleischreich. Neben Schweinefleisch landen in erster Linie Geflügel und Fisch in den Töpfen. Die Gerichte sind in der Regel scharf gewürzt. Wer das nicht verträgt, kann problemlos auf westliche Kost umsteigen. Auch die Getränke belasten die Urlaubskasse kaum.





VIELFÄLTIGES THAILAND

Bangkok, so spannend, so exotisch. Dann der grüne Norden mit seiner landschaftlichen Schönheit. Und Phuket, die Perle im Süden – Thailand ist unglaublich vielfältig. Aktive Überwinterer können alle Ziele problemlos kombinieren.

 Tipps & Infos Thailand:

Anreise: Anflug per Charter mehrmals wöchentlich von Frankfurt, Berlin und Düsseldorf nach Bangkok bzw. Phuket. Außerdem Linienflüge ab München.
Unterkunft: Entweder man bucht seine Unterkunft vor Reiseantritt noch in Deutschland, oder man fliegt ohne vorgebuchtes Hotel nach Phuket – beides ist gut machbar. Langzeiturlauber haben die Möglichkeit, vor Ort bei Privatleuten komfortable und günstige Wohnungen zu mieten. Gleich um die Ecke gibt es Supermärkte, so dass das Reisebudget kaum belastet wird.
Verkehrsmittel: Die Busverbindungen auf Phuket sind perfekt. Für diejenigen, die mehr vom Land kennenlernen wollen, bieten sich relativ günstige Inlandsflüge an.
Klima im Winter: November noch ein wenig regnerisch, danach tropisch heiß. Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist notwendig.
Gesundheit: Die üblichen Impfungen – Tetanus, Diphtherie und Polio – sind empfehlenswert. Die hygienischen Verhältnisse in Thailand haben sich in den letzten Jahren verbessert. Auch in Garküchen kann man inzwischen problemlos und vor allem günstig essen.



TÜRKEI: LEBHAFT UND GASTFREUNDLICH
Antalya an der Südküste hat viel zu bieten – auch im Winter: Zeugen der Antike, atemberaubende Landschaften, lebhafte Städte. Hinzu kommt, dass sich ohne Trubel die Gastfreundschaft der Türken noch besser genießen lässt.    


 Tipps & Infos Türkei:

Anreise: Beste tägliche Verbindungen von allen großen deutschen Flughäfen nach Antalya.
Unterkunft: Unschlagbar sind 4- und 5-Sterne-Hotels im Winter, selbst für Langzeiturlauber. So billig kann man in Deutschland kaum über diese Jahreszeit kommen.
Verkehrsmittel: Mit dem öffentlichen Bus kommt man sehr weit. Der Dolmus – wie er heißt – hält überall, wo Sie ihm winken. Ganz entspannend, vor allem im Winter.
Klima im Winter: Durchschnittliche März-Temperatur in Antalya: 18 Grad, 6 Sonnenscheinstunden. November bis März durchschnittlich 10 Niederschlagstage. Es regnet selten länger, meist sind es nur kurze Schauer.
Gesundheit: In der Türkei sind keine Impfungen vorgeschrieben, empfohlen wird Hepatitis A und Typhus. In jedem Fall ist auf sorgfältige Trinkwasserhygiene zu achten, auch in größeren Städten.
Aktivitäten: An der Türkischen Riviera locken vielfältige Aktivitäten: Wanderungen im Taurusgebirge, Radtouren, Golf, Kletterausflüge oder Mountainbike-Touren.



 Veranstalter von Langzeitreisen:
sind z. B.
Alltours FTI Jahn Reisen TUI
Informationen und Reisekataloge erhalten Sie im Reisebüro.


Ausgabe 5 / 2007