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Bücher
zum Hören |
Ein heimeliger Abend, die Kinder haben sich behaglich in die Sofakissen gekuschelt, ganz entspannt lauschen sie der Geschichte, die ihnen aus einem dicken Buch vorgelesen wird … Bei dieser Vorstellung werden bei vielen Menschen angenehme Erinnerungen wach. Und vielleicht ist das ein Grund, warum Hörbücher seit Jahren einen Boom erleben. Vorgelesen zu bekommen, ist eben etwas ganz Besonderes: Mit geschlossenen Augen in der Geschichte versinken – das ist Entspannung pur. Oder Spannung, wenn es sich um einen aufregenden Krimi handelt. Aber auch während des Joggens oder bei der Hausarbeit lassen sich immer mehr Menschen vorlesen. Bügeln oder Abwaschen gehen einem leichter von der Hand, wenn man dazu einer spannenden Geschichte lauscht. Ein weiteres Plus: Die Augen können ungestört bei der Sache bleiben, mit der man gerade beschäftigt ist – ganz anders als zum Beispiel beim Fernsehen. Mittlerweile hat fast jede Buchhandlung eine Abteilung für die Romane auf Kassette oder CD. Und der Markt wächst weiter. Rund 2000 neue Hörbücher erscheinen jährlich auf dem deutschen Markt – von der Komödie bis zum historischen Roman. |
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| Kurzfassungen
als
Einstieg Oft werden gekürzte Fassungen der Originalausgabe angeboten, die ein bis zwei CDs oder Kassetten umfassen. Ungekürzte Versionen sind seltener – und natürlich sehr viel umfangreicher. Bei langen Büchern, wie etwa dem aktuellen 680 Seiten starken Roman „Rhett“ von Donald McCraig, kommen dann allerdings schon mal 17 CDs zusammen. Mit vorgelesenen Kurzfassungen können Literatur-Fans ausprobieren, wie ihnen der bisher unbekannte Autor oder ein neues Werk liegt, bevor sie sich an längere Geschichten wagen oder ein Buch kaufen. Wer gerne einen Roman kennenlernen möchte, aber nicht viel Zeit zum Lesen hat, kann ihn in einer Kurzfassung ganz bequem nebenbei hören. Kurzfassungen sind oft auch gerade für Hörbuch-Einsteiger gut. Wer erst einmal Gefallen an der Sache gefunden hat, kann dann längere Werke wählen. |
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Die
richtige Geschichte finden Am Anfang steht, ganz wie bei gedruckten Büchern, das Interesse des Lesers oder Hörers – welche Autoren möchte ich entdecken, welche Themen reizen mich? Bei dieser Wahl ist es auch wichtig zu überlegen, wann und wo man das Buch hören möchte. Auf einer Bahnfahrt ist ein Hörbuch, das man über Kopfhörer hört, eine nette Abwechslung. Bringt es den Zuhörer allerdings häufig zum Lachen, wird dieser vielleicht erstaunte Blicke der Mitreisenden ernten. Auch eine lange Autofahrt kann man mit einem Hörbuch kurzweiliger gestalten. Ist man nachts unterwegs, kann es einem jedoch bei Themen wie „Der schwarze Mönch“ von Anton Tschechow zweifellos ganz schön mulmig werden – vor allem, wenn man aus irgendeinem Grund an einem einsamen Parkplatz halten muss. |
| Stimmt
die Stimme? Ebenfalls wichtig bei der Entscheidung für ein Hörbuch: die Stimme des Vorlesers. Ideal ist, wenn man vorher kurz in die Aufnahme hineinhören kann. Viele Hörbuch-Verlage bieten diesen Service auf ihren Webseiten an. Auch bei Online-Buchläden wie www.amazon.de finden sich oftmals Hörproben. Professionelle Sprecher oder Schauspieler kennt man vielleicht aus dem Fernsehen oder Radio und weiß, ob einem die Stimme gefällt oder nicht. Mit etwas Glück wird das gewünschte Hörbuch sogar vom Lieblingsschauspieler gelesen. Einigen Stimmen könnte man einfach ewig zuhören. Die Angabe „Vom Autor vorgelesen“ kann ein besonderes Qualitätsmerkmal sein, muss es aber nicht. Schriftsteller haben in der Regel keine Sprecherausbildung und vielleicht auch nur wenig Talent, ihre Texte akustisch wirksam zu präsentieren. |
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| Eine
Frage der Inszenierung Neben Stimme und Werk spielt auch die Art der dramaturgischen Umsetzung bei Hörbüchern eine wichtige Rolle. Manche Romane werden einfach „nur“ vorgelesen. Einige Sprecher sind hingegen dafür bekannt, dass sie den Charakteren unterschiedliche Stimmen verleihen. Rufus Beck zum Beispiel wurde deshalb mit seiner Interpretation der Harry-Potter-Romane einem breiten Publikum bekannt. Einen Schritt über das reine Lesen hinaus geht die szenische Lesung, an der mehrere Sprecherinnen und Sprecher beteiligt sein können. Eventuell ergänzen stellenweise auch Musik oder Geräusche den Handlungsablauf. Anders ist es bei einem Hörspiel: Hier wurde z. B. nach einem Roman ein Drehbuch geschrieben, das ein Regisseur, Schauspieler und Geräuschemacher umgesetzt haben. Ein Hörspiel kann allerdings – genau wie ein Film – sehr weit von der Originalvorlage abweichen. |
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| Die
Hörbuch-Welt erobern Die enorme Vielseitigkeit macht den Hörbuch-Markt sehr interessant. Dabei muss man nicht unbedingt bei Romanen bleiben: Auch Ratgeber gibt es bereits im Hörformat – von der Rückenschule bis zur Lebenshilfe. Ob man sich nun unterhalten lässt oder fortbilden will, Hörbücher haben gegenüber gedruckten noch einen weiteren Vorteil: Auch wenn man sonst alleine liest, muss man nicht alleine hören. So kann man zum Beispiel mit dem Partner oder der Familie bequem zusammensitzen und sich vorlesen lassen. Das Schöne dabei: Diesmal dürfen alle einfach zuhören! |
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| Britta
Freith |
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| Hörbücher
aus
dem Internet Neben dem Angebot in Buchläden gibt es im Internet sehr abwechslungsreiche Möglichkeiten für Hörbuch-Freunde. Auf verschiedenen Plattformen kann man die Bücher als Dateien herunterladen – mitunter sogar gratis wie auf www.vorleser.net. Auf der www.hoerbuecherwelt.de finden Interessenten ausführliche Informationen, Bewertungen, Preisvergleiche und Hörproben. Und www.audible.de bietet ein Abonnement für Hörbücher an. Unter dieser Adresse gibt es auch Langfassungen zum Herunterladen, die es im Handel nicht zu kaufen gibt. |
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| Fotos: mauritius |