Medizinische Nachrichten



Bei einem ungesunden Lebensstil lagern sich Blutfette in den Gefäßwänden ab und verengen die Blutbahnen.
Metabolisches Syndrom – spezieller Ginkgo-Extrakt schützt Herz und Gefäße

Wer gleichzeitig an erhöhten Blutfetten, Störungen im Blutzuckerstoffwechsel, Übergewicht und Bluthochdruck – dem so genannten metabolischen Syndrom – leidet, hat ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ursache hierfür ist die Entstehung gefährlicher Blutfette, die sich in den Gefäßwänden als so genannte Plaques ablagern. Sie können die Blutgefäße so stark verengen, dass ein Schlaganfall oder Herzinfarkt die Folge sein kann.

Nachweislich lässt sich dieses Risiko durch eine bewusste Lebensweise mit gesunder Ernährung und viel Bewegung stark absenken. Weil vielen Menschen eine Umstellung der Gewohnheiten aber nicht gelingt, wird stattdessen oft durch chemisch-synthetische Medikamente, wie etwa die Statine, gegengesteuert – mit zum Teil höchst unerwünschten Nebenwirkungen.
Neueste Erkenntnisse zeigen, dass der spezielle Ginkgo-Extrakt Rökan die Gefäße vorbeugend schützen kann, und zwar ohne bedeutende Nebenwirkungen.

Ein Wissenschaftler-Team der Berliner Charité konnte 2007 – nach einer erfolgreichen Pilotstudie in 2004 – in einer weiteren Untersuchung an Patienten mit metabolischem Syndrom nach achtwöchiger Einnahme des Spezial-Extraktes Rökan (2 x 120 mg) zeigen, dass sich die Anzahl und Größe der gebildeten Arterienverkalkungen deutlich reduzierten. So ging die Neubildung von Ablagerungen in den Blutgefäßen um 14 Prozent zurück. Sofern diese entstanden, waren sie um 23 Prozent kleiner. Die Wissenschaftler führen diesen Effekt auf eine deutlich verringerte Bildung des besonders gefährlichen Blutfettes Lipoprotein a zurück. Somit ist mit dem Pflanzenextrakt eine nebenwirkungsarme Vorbeugung der gefährlichen Arteriosklerose möglich, und dies auch bei Patienten mit metabolischem Syndrom.


Schwaches Herz – Stimmungstief?

Über vier Millionen Menschen in Deutschland haben Depressionen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder der sozialen Stellung. Die Ursache – und damit einen Therapieansatz – dafür zu finden, ist meist sehr schwierig, da bis heute nicht genau geklärt ist, wie Depressionen entstehen. Jetzt hat eine Studie gezeigt, dass auch eine Herzschwäche der Auslöser sein kann. 598 Patienten mit chronischer Herzmuskelschwäche wurden untersucht, 24 Prozent davon waren depressiv, 15 Prozent hatten eine depressive Verstimmung.
Anlässlich dieser Studie fordern nun Experten, Herzmuskelschwäche-Patienten routinemäßig auf Depressionen zu untersuchen.

 Blutdrucksenkung keine Frage des Alters

Spielt bei Patienten über 80 Jahren erhöhter Blutdruck keine Rolle mehr? Weit gefehlt! Blutdrucksenkung ist in jedem Alter wichtig, wie eine placebokontrollierte Studie mit fast 4000 aktiven und relativ gesunden Bluthochdruckpatienten über 80 Jahren deutlich macht. Bereits nach zweijähriger Studiendauer hatte sich gezeigt, dass sich bei den Teilnehmern, die ihren Blutdruck senken konnten, die Gesamtrate der Schlaganfälle um 30 Prozent verringerte. Die Zahl der tödlich verlaufenden Schlaganfälle sank um fast 40 Prozent, und das Risiko für das Auftreten einer Herzschwäche war um 64 Prozent geringer.


Chronische Sinusitis: Jetzt weist Licht den Weg!

„Ballon Sinuplastik“: Das neuartige Behandlungsverfahren für Patienten mit chronischer Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) hat zum Ziel, die engen Zugänge zu Kiefer-, Stirn- oder Keilbeinhöhlen durch Aufdehnen mit einem Ballonkatheter zu erweitern. Und das einfach, häufig ohne Klinikaufenthalt und weitgehend schmerz- sowie risikofrei.
Das Brandneue: Mit der Luma-Technik ist keine Röntgenstrahlung mehr nötig – ein in das Instrument eingearbeiteter Lichtleiter hilft jetzt, den Ballon richtig zu platzieren. Das durchstrahlende Licht ist bei der Einführung des Katheters von außen auf der Haut sichtbar und weist so den richtigen Weg in die Stirn- oder Kieferhöhle. Studien belegen eine fast 100%ige Erfolgsquote der Ballon Sinuplastik. Nach einem Jahr waren noch 98 Prozent der behandelten chronisch entzündeten Nasennebenhöhlen offen. Die Kosten von ca. 1.200 . werden zwar selten von den Krankenkassen übernommen, einige BKKs zahlen dennoch. Ein Antrag auf Kostenübernahme sollte also vor der Behandlung in jedem Fall gestellt werden.

Süßstoff macht dick

Eine aktuelle US-amerikanische Studie warnt vor dem Genuss von Süßstoff in Diät-Drinks & Co: Nach vorherigem Süßstoff-Genuss vertilgten Versuchstiere größere Mengen kalorienreicher Nahrung und nahmen in der Folgezeit mehr Gewicht zu als Tiere aus der Vergleichsgruppe. Möglicherweise ist Süßstoff auch für Menschen ein Dickmacher. Die Wissenschaftler vermuten, dass Süßstoff den Stoffwechsel durcheinander bringt.
Übrigens ist Fruchtzucker keine gute Alternative zu Süßstoff, denn eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung hatte kürzlich an Mäusen gezeigt, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Fruktosekonsum und Übergewicht gibt.

Zu hohe Strahlenbelastungen bei Vorsorgeuntersuchungen

Eine aktuelle Studie des Bundesamts für Strahlenschutz zeigt: In Deutschland werden pro Jahr rund 135 Millionen radiologische Untersuchungen durchgeführt. Insbesondere der Einsatz der Computertomografie (CT) hat von 1996 bis 2004 um 65 Prozent zugenommen. Häufig wird CT zu Vorsorgezwecken eingesetzt, obwohl die Strahlenbelastung bei dieser Untersuchungsmethode besonders hoch ist.
Im Gegensatz zur CT arbeitet der Magnetresonanztomograf (MRT) nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Magnetfeldern – und das bei gleicher und zum Teil besserer diagnostischer Aussagekraft. Insbesondere bei Vorsorgeuntersuchungen sollte man also darauf achten, dass die Untersuchung mit einem Magnetresonanztomografen durchgeführt wird.

Fruchtbarkeit ab 30 reduziert: Junge Frauen sollten Kinderwunsch nicht aufschieben

In Deutschland sinkt die Geburtenrate stetig. Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach wird die Entscheidung für ein Leben ohne Kinder jedoch nicht immer bewusst getroffen. Von 11 Millionen kinderlosen Deutschen zwischen 25 und 59 Jahren haben oder hatten 6 Millionen einen unerfüllten Kinderwunsch. Als Gründe werden z. B. das Fehlen des richtigen Partners, finanzielle Bedenken oder eine Auslastung im Beruf genannt. So wird die Familienplanung aufgeschoben – manchmal zu lange. Laut der Befragung unterschätzen die 25- bis 59-Jährigen die Abnahme der weiblichen Fruchtbarkeit: 54 Prozent nehmen an, dass diese erst mit 40 oder sogar 45 Jahren zurückgehe. Tatsächlich verringert sie sich bereits ab 30 Jahren allmählich.

Weitere Informationen finden Sie unter www.fertinet.de und www.berlin-institut.org.


Gerlinde Felix, Linda Hagg
Ausgabe 2-3/2008
Fotos: Jupiter images, mauritius, Medienbüro Irene Scharditzky

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