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Frühlingserwachen
- der
schönsten Jahreszeit entgegenreisen |
| Wirklich klirrend kalte Winter sind selbst in unseren Breiten zur Ausnahme geworden. Dennoch beflügelt uns in den dunklen Wintermonaten stets die Sehnsucht nach dem Frühling – nach Sonne, Wärme und Blütenpracht. Sonnenhungrige haben die Möglichkeit, dem Frühling entgegenzueilen, noch bevor er sich bei uns einstellt. Doch welche südlichen Zonen der Welt sind dafür eine gute Wahl? Ausgangspunkt für unsere Urlaubspläne ist – wie so häufig – der mediterrane Bereich. Doch auch die Inseln des Indischen Ozeans mit ihrem ewigen Frühling geraten immer stärker in das Blickfeld. Und für noch Unternehmungslustigere winkt sogar die Exotik an den Gestaden des Pazifischen Ozeans. |
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![]() ![]() Wie Löwen kämpften einst die Malteser, die ihre Angreifer an ihrer Felsenküste abprallen ließen. |
LICHTDURCHFLUTETES MALTA Wenn nördlich der Alpen der Winter noch nicht daran denkt, sich zurückzuziehen, verwandeln sich auf Malta bereits die Felder und Wiesen in ein riesiges Blütenmeer. Mediterranes Licht durchflutet die Gassen der Städte und verleiht bereits in den ersten Monaten des Jahres dem blauen Meer seinen schimmernden Glanz. Noch fehlen dem Wasser ein paar Grad an seiner sommerlichen Wärme. Doch längst reichen die Temperaturen aus, um an den großen Buchten im Nordosten der Insel, allen voran an der St. Paul’s Bay, bei einem Strandspaziergang tief und genüsslich durchzuatmen. Oder in dem südlich gelegenen Fischerort Marsaxlokk in einem der idyllischen Straßencafés unter den Strahlen der nordafrikanischen Sonne ausgiebig zu entspannen. |
| Eintauchen
in die Vergangenheit Ja, Malta ist eine kleine Welt für sich, die im Verlauf der Geschichte stets begehrliche Blicke auf sich zog. Zunächst die der Osmanen, die sich jedoch von den starken Mauern der Festung Valletta nach langer Belagerung erfolglos zurückziehen mussten. Bis hin zu den Achsenmächten im Zweiten Weltkrieg, denen es nicht gelang, den Widerstand der Felseninsel zu brechen. Ein Gang durch die schachbrettartig angelegte Altstadt der Inselhauptstadt Valletta mit ihren Schwalbennest-Balkonen an den Häuserfassaden bedeutet zugleich ein Eintauchen in diese bewegte Vergangenheit. Malerisch wirken die hoch auf einer Felskante gelegenen Upper Barracca Gardens. Aus deren Vogelperspektive wirkt das Becken des Grand Harbours wie ein lang gezogener Fjord, in dem Dutzende von Schiffen vor den Wogen eines aufgewühlten Mittelmeeres Schutz finden. |
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| Blütentupfer
des Frühlings Erst langsam erschließen sich die von zahlreichen Gewässern umgebenen Stadtteile dem Orientierungsvermögen. Nur die nördlich von Valletta gelegene Strandpromenade von Sliema führt immer geradeaus vom Sliema Point bis hin zum St. Julian’s Point. Alle Flaneure der Stadt scheinen sie in ihr Herz geschlossen zu haben. Hier wartet bereits der Überlandbus nach Mdina, der einstigen Hauptstadt in der Mitte der Insel. Deren Haupttor gibt den Weg frei zur prächtigen St. Peter und Paul’s Kathedrale im Zentrum und zu den Fontanella Tea Gardens, hoch gelegen auf den Umfassungsmauern am anderen Ende der Stadt. Bei einer Tasse Tee inmitten der ersten Blütentupfer dieses Frühlings schweift der Blick in östlicher Richtung bis hin nach Valletta. Spätestens jetzt freut sich jeder Nordeuropäer besonders, der kalten Heimat für ein paar Tage oder Wochen entflohen zu sein. |
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ZAUBER DER MALEDIVEN Notlandung auf einem Walrücken? Der graue Streifen im Indischen Ozean lässt sich zunächst schwer einordnen. Erst beim zweiten Blick wird in ihm die Landebahn des Flughafens von Male erkennbar, die die kleine Insel fast völlig ausfüllt. Die zweite Überraschung: Unten gibt es weder Straßen noch Autos. Nur ein Paar Boote und Wasserflugzeuge, die den Weitertransport in die Inselwelt der Malediven übernehmen. Schon wenig später sieht man aus geringer Höhe die Inseln des Nord-Male-Atolls unter dem Flugzeug dahingleiten – eines der insgesamt vierzehn Malediven-Atolle mit seinen kreisförmig angeordneten kleinen Inselchen. |
| Tropische
Spiegeleier Eingebettet in einen schützenden Korallenring und einen hüfttiefen Lagunengürtel sehen sie jeweils aus wie frühlingsgrüne Dotter in einem riesigen Spiegelei. So auch die Insel Helengeli im nördlichen Bogen des Atolls. Flach wie ein Brett ragt sie nur knapp aus der Meeresoberfläche heraus. Und ringsherum ein traumhafter, von Palmen überragter Strand aus feinem Korallensand. Der will natürlich erforscht werden: Kaum ist die Hütte, hier liebevoll „Bungi“ genannt, bezogen, da präsentiert sich bereits im Strömungsschatten der Insel eine lange Sandbank, die nur ganz allmählich im glasklaren Wasser des Indischen Ozeans unter die Oberfläche abtaucht. Ein junges Paar sitzt sich im Wasser gegenüber und scheint an diesem traumhaften Ort die Zeit völlig vergessen zu haben. Doch plötzlich kommt unerwartet Leben in die Ruhe des Nachmittags. Der Sand hebt sich an verschiedenen Stellen, und Baby-Schildkröten erblicken mit ihren kleinen Köpfchen erstmals das Licht der Welt. Etwa fünfzig unbeholfene, aber flinke Wesen, die sich, so schnell sie können, im seichten Wasser in Sicherheit bringen. |
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Bunte
Unterwasserwelt Zum Inselerlebnis gehören auch der Schnorchelausflug und natürlich das Tauchabenteuer entlang den steil abfallenden Kalkwänden. In einem rasanten Strömungstauchgang lassen sich die Taucher entlang einem Steilhang dahingleiten und stoßen dabei unter Überhängen auf die merkwürdigsten Lebewesen. Riesenlangusten hocken in einer Höhlenecke und schauen erschrocken mit herausgestellten Stielaugen auf ihre Besucher. |
![]() Selbst der ungestörte Spaziergang wird hier zum Erlebnis. |
Inselhüpfen
durch die Atolle Nach Tagen geruhsamer Insel-Einsamkeit ist ein Abstecher in die Hauptstadt Male angesagt. Ihre Silhouette wird beherrscht von der Freitagsmoschee mit goldener Kuppel und spitzem Minarett – höchster Punkt des gesamten Malediven-Archipels. Auch das „Inselhüpfen“ durch die Atolle gehört zu den lohnenden Unternehmungen eines Malediven-Aufenthalts. Ähnlich wie Helengeli erzeugen diese Eilande die Atmosphäre eines traumhaften Frühlings, und sind auf ihre Art alle eine kleine Welt für sich. |
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KIRSCHBLÜTENFEST IN JAPAN Wo auf der Welt jedoch gäbe es ein stilvolleres Erleben der Frühlingsromantik als im Land der aufgehenden Sonne? Hier schöpfen Nippons Söhne und Töchter aus der Quelle des Shintoismus, einer Lehre, die besonders sensibilisiert für die Einbettung des Individuums in den großen Kreislauf der Natur. Höhepunkt des Jahres ist überall im Land die Kirschblütenzeit, in der die Geister des Winters durch eine unvorstellbare und allgegenwärtige Kirschblütenpracht vertrieben werden. Kyoto, die Kulturhauptstadt des Landes, fühlt sich dieser Tradition besonders verpflichtet. Überall öffnen zu dieser Zeit die Geisha-Schulen ihre Pforten und gewähren mit Musik, Schauspiel und Tanz einen Einblick in eine nahezu unbekannte und doch bezaubernde Kultur. |
![]() Als Inbegriff japanischer Romantik präsentiert sich in Himeji das „Schloss des weißen Reihers“ zur Kirschblütenzeit. |
Kultur
im Grünen Natur und Kultur verschmelzen in dieser Zeit zu einer engen Einheit und lassen die Stadt als ein riesiges Gesamtkunstwerk erscheinen. Zum Beispiel in den öffentlichen Parks. Hier treffen sich Familien und Freunde – viele Frauen in kostbaren Kimonos – unter den blühenden Kirschbäumen zum Picknick, bei dem ausgesuchte Leckerbissen die Runde machen. Die Ninnaji-Tempelanlage weist mit den ältesten Kirschbäumen im gesamten Umkreis ein besonderes Fluidum auf. Bereits beim Betreten des Parks ist eine festliche Stimmung mit Händen zu greifen, sodass niemand fähig noch willens ist, sich dem außergewöhnlichen Charme dieses Kirschblüten-Frühlingstages zu entziehen. |
| Hochgefühl
erfüllter Zeit Allen ist anzumerken, wie sie die wärmenden Strahlen der Sonne und das alljährliche Naturwunder um sich herum genießen und am liebsten die Zeiger der Uhr für einige Tage anhalten würden. Und nicht anders ergeht es den Gästen aus Europa, die im Hochgefühl dieser erfüllten Zeit weitab von ihrer eigenen Heimat eine kulturelle Offenbarung erleben, die sie nie vergessen werden. |
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Überschwängliche
Sinnenfreude Nicht weit entfernt von Kyoto liegt in den Japanischen Alpen die Stadt Takayama. Hier werden zur Kirschblütenzeit während des Takayama-Festes feierliche Prozessionen veranstaltet, die von einem Shinto-Oberpriester angeführt werden. In ihrem Mittelpunkt stehen kunstvoll ausgestaltete Festwagen, die an langen Seilen durch die Straßen gezogen werden. Begleitet werden sie von einer ausgelassenen Bevölkerung, die auch ausländische Gäste voll in diese überschwängliche Sinnenfreude mit einbezieht. |
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Reiseinformationen
„MALTA“ Anreise und Einreise: Per Linienflug ist Malta ganzjährig mehrmals wöchentlich mit Frankfurt und München verbunden. Ein gültiger Personalausweis ist für EU-Bürger ausreichend. Reisezeit: Der Frühling ist wegen seiner gemäßigten Temperaturen eine optimale Reisezeit. Unterkunft: Das Angebot an guten Hotels ist reichhaltig – sowohl in Valletta als auch an den Stränden der Ostküste. go longlife!-Tipps: Auf jeden Fall Ausschau halten nach den für Malta typischen Souvenirs: bunte Glaswaren, handgefertigte Klöppelwaren, Silberschmuck und Kulinaria wie Thymianhonig, eingelegter Ziegenkäse und Likör aus der Kaktusfeige. Bloß nicht ungeduldig werden, denn auf Malta gelten andere Zeitvorstellungen. Auskunft: Fremdenverkehrsamt Malta, Schillerstraße 30-40, 60313 Frankfurt a. M., Tel. 069 28 58 90, www.visitmalta.com |
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Reiseinformationen
„MALEDIVEN“ Anreise und Einreise: Zahlreiche Fluggesellschaften fliegen nach Male. Ein noch sechs Monate gültiger Reisepass ist erforderlich. Touristenvisa bis zu 30 Tagen werden bei der Einreise erteilt. Reisezeit: Die beste Reisezeit mit den wenigsten Niederschlägen ist zur Zeit des Nordost-Monsuns von November bis April. Unterkunft: Die Inseln bieten unterschiedliche Unterkünfte an. Auf Kuredu gibt es Beach Villen, Beach Bungalows und luxuriöse Jacuzzi Villen. go longlife!-Tipps: Auf jeden Fall gehören Sonnencreme, Mückenschutzmittel und Badeschuhe ins Reisegepäck, denn die Wasser-Reflexion verstärkt die Sonneneinstrahlung, und Korallen oder Seeigel können die Füße gefährden. Bloß nicht schwarze Korallen, Schildpatt oder Schildkrötenpanzer kaufen, da diese dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterliegen und vom Zoll beschlagnahmt werden. Auskunft: Auswärtiges Amt, Bürgerservice, Arbeitseinheit 040, 11013 Berlin, Tel. 030 18 17-0, www.auswaertiges-amt.de |
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Reiseinformationen
„JAPAN“ Anreise und Einreise: Der Direktflug von Frankfurt nach Tokyo, z.B. mit JAL oder Lufthansa, dauert ca. 12 Stunden. Erforderlich ist ein gültiger Reisepass. Bei Ein- und Ausreise ist eine Ein- und Ausreisekarte auszufüllen. Reisezeit: Die Kirschblüte bewegt sich – abhängig vom jeweiligen Jahresklima – über mehrere Wochen von ca. Ende März bis Mitte April von Süden nach Norden. Kirschblüten-Fans reisen ihr in dieser Richtung nach. Unterkunft: Über Hotelreservierungen informieren z.B. die Webseiten www.itcj.jp, www.jcha.or.jp/english. go longlife!-Tipps: Auf jeden Fall die Höflichkeit und Freundlichkeit der Japaner im „Land des Lächelns“ unmissverständlich erwidern, auch wenn es für unsere Verhältnisse übertrieben wirken könnte. Bloß nicht auf die japanische Küche verzichten, die wesentlich zum Japan-Erlebnis dazugehört, z.B. das traditionelle Frühstück aus Reis, Suppe, Fisch, Seetang, Eiern und eingelegten Gemüsen. Köstlich! Auskunft: Japanisches Fremdenverkehrsamt, Kaiserstraße 11, 60311 Frankfurt a. M, Tel. 069 2 03 53, www.jnto.de |
| Dr. Bernd Kregel | |
| go longlife! Ausgabe 6/08 Fotos: Dr. Bernd Kregel, Fremdenverkehrsamt Malta, jupiter images, TUI, mauritius, premium |