Medizinische Nachrichten




Mit Sonne und Fisch gegen Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wie Wissenschaftler in drei Studien herausfanden, lässt sich durch einen hohen Vitamin-D-Spiegel im Blut das Risiko, an Darmkrebs und Diabetes vom Typ 1 zu erkranken, mindern. Außerdem sind die Überlebenschancen von Patienten mit Darmkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit hohen Vitamin-D-Werten größer als bei denen mit einem niedrigen Spiegel. Der Vitamin-DVorrat im Körper lässt sich durch ausreichend Sonnenstrahlung, d.h. durch Aufenthalt im Freien, sowie über die Nahrung, wie z.B. Fisch und Eier, auffüllen.


Heilende Gewürzpflanzen?

Oregano, Basilikum, Zimt und schwarzer Pfeffer haben entzündungshemmende Effekte. Dafür ist die Substanz Beta-Caryophyllen (E-BCP) verantwortlich, die nicht nur Entzündungen lindert, sondern laut aktueller Untersuchungen auch wirksam gegen Osteoporose und Arteriosklerose sein könnte. Die Substanz dockt an bestimmte Rezeptoren in der Zellmembran an, die Zelle schüttet daraufhin offenbar weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aus. Da bisweilen kleinere Entzündungen im Körper zunächst unerkannt bleiben, empfiehlt sich der regelmäßige Einsatz dieser Gewürzpflanzen in der Küche.

 
Wer schlecht schläft, ist schmerzempfindlicher

Drei Viertel der Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen haben auch Schlafstörungen. Der Schlafmangel aber steigert die Schmerzempfindlichkeit noch weiter. Deshalb fordern Experten, Schmerzerkrankungen und Schlafstörungen von Anfang an gemeinsam zu therapieren. Wer betroffen ist, sollte seinen Arzt darauf ansprechen. Mitunter reicht es schon, ein anderes Schmerzmittel innerhalb einer Wirkstoffklasse zu verwenden, um die Schlafprobleme mit zu behandeln.
 
Neue Flüssigkeit für Kontaktlinsen

Kontaktlinsen können nicht nur ein Fremdkörpergefühl vermitteln, sondern die Augen auch austrocknen. Hyaluronsäure, die in vielen Geweben und Flüssigkeiten unseres Körpers vorkommt, kann dem entgegenwirken und ist in einer neuen Kontaktlinsen-Benetzungslösung (Vislube) enthalten. Sie überzieht die Oberflächen von Augen und Kontaktlinsen mit einem transparenten Flüssigkeitsfilm und schützt so die Augen vor Trockenheitsgefühl und Reizung. Außerdem bleiben auf den Kontaktlinsen keinerlei Ablagerungen zurück.
 
Bewährte Medizin mit großem Potenzial

Ein Multitalent macht auch nach über 110 Jahren immer wieder mit spannenden Forschungsergebnissen auf sich aufmerksam: Aspirin. Die Anwendungsgebiete erstrecken sich von Rücken- und Spannungskopfschmerzen, Migräne und Erkältungskrankheiten bis hin zur vorbeugenden Behandlung von Herzinfarkt und Schlaganfall. Genau diese Bandbreite im therapeutischen Spektrum macht das Medikament für die Wissenschaft und Forschung so interessant. Aspirin enthält nur einen einzigen Wirkstoff – die Acetylsalicylsäure, deren Wirkungsweise in Bezug auf die Schmerztherapie und die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer detaillierter erforscht wird.

Neue Erkenntnisse in der Schmerzauflösung

Schmerz ist ein Urphänomen und ein lebenswichtiges Warnsignal des Körpers, das uns vor Schäden schützt. Er hat viele Gesichter und wird von jedem Menschen anders wahrgenommen. Genau diese subjektive Empfindung erfordert eine sensible und konsequente Vorgehensweise, denn Schmerz sollte immer ernst genommen und im Akutstadium behandelt werden, um eine Chronifizierung zu verhindern. Nach neuesten Erkenntnissen wirkt der Aspirin-Wirkstoff je nach Schmerzquelle an unterschiedlichen Schaltstellen der Schmerzbahnen. Bei einer Verletzung etwa blockiert der Wirkstoff den Schmerz dort, wo er entsteht – also direkt im Gewebe. Bei einer Entzündung wird die Weiterleitung des Schmerzsignals unterbrochen, und bei Kopfschmerzen beeinflusst der Wirkstoff die Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung direkt in der Großhirnrinde. In rund 100 klinischen Studien hat sich der Aspirin-Wirkstoff bei akuten Schmerzen bewährt.

Schutzwirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Grundlage umfangreicher Studien

Bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, gilt Aspirin in niedriger Dosis weltweit als Mittel erster Wahl zur Vorbeugung eines erneuten Ereignisses. Aktuell wird in der bisher größten Studie zu diesem Thema das Medikament zur Verhinderung eines ersten Infarkts oder Schlaganfalls untersucht. Der Wirkstoff besitzt die Fähigkeit, Blutplättchen am Verklumpen zu hindern und somit Blutgerinnseln vorzubeugen. Aufgrund seiner speziellen Zubereitungsform ist „Aspirin protect“ für die Langzeittherapie besonders geeignet und zudem magenverträglicher als herkömmliche Präparate mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Allerdings sollte dennoch auf einen ausreichenden Magenschutz durch zusätzliche Präparate geachtet werden.
 Claudia Kohlus
go longlife! Ausgabe 6/08
Fotos: jupiter images, mauritius, made, Bayer Vital GmbH

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