Das abenteuerliche Leben der „Floitenschlagstaude“



Eine reale Geschichte vor einem realen Hintergrund kommt am 13. Juli bis 24. August 2008 in 14 Aufführungen auf die Bühne. Am Dorfrand in Ginzling Dornauberg wird das Drama der Elisabeth Lackner in sieben Akten für bis zu 400 Zuschauer vor einer großen Felswand und nah an den Originalschauplätzen gezeigt. Das Theaterstück, geschrieben von Martina Schwemberger von der Volksbühne Mayrhofen, basiert auf dem Buch des Zilltertaler Autors Wilhelm Hofer. „Die Geschichte ist an Dramatik nicht mehr zu überbieten“, so Schwemberger begeistert, „und behandelt das klassische Thema von der starken Frau, die in eine Männerdomäne einbricht“.


Elisabeth Lackner wurde 1845 als letztes von acht Kindern geboren. Bekannt und berühmt wurde sie in der Gegend um Mayrhofen im Zillertal in Tirol allerdings unter dem Namen Floitenschlagstaude. Dies deshalb, weil ihre Erscheinung der einer Staude glich: dürr und hochgewachsen. Dabei war sie nicht hässlich – ganz im Gegenteil: Sie war eine attraktive, große und schlanke Frau mit schwarzem Haar und dunklen Augen, die von den Männern begehrt wurde. Und auch sie selbst war derer nicht immer abgeneigt gewesen.


Groß, schlank und bauernschlau:
Die Floitenschlagstaude



Auf der Floitenschlaghütte auf 1.436 Meter Höhe in einem kleinen Seitental bei Ginzling lebte sie ein entbehrungsreiches und kräftezehrendes Leben. Dort kämpfte sie sich bauernschlau mit der kargen Landwirtschaft und der Wilderei durch ein von Schicksalsschlägen und Lebensängsten geprägtes Leben.

Nach dem Tod ihres Mannes 1888 war sie mit ihren Kindern auf sich allein gestellt. Nur zwei von ihnen überlebten. Die anderen starben entweder an der Diphterie oder stürzten in einer Felswand ab. Der Überlieferung nach traf es jedoch die erst acht Tage alte Maria am grausigsten: Sie fiel aus dem Kinderbett und wurde vom Hausschwein gefressen. In den kommenden Jahren kämpfte die Floitenschlagstaude mit den übrig gebliebenen Kindern ums Überleben. Zugute kam ihr hierbei die außergewöhnliche Zähigkeit, die sie besaß, und ihr Einfallsreichtum. So führte sie die Obrigkeit und manches Mal den Gendarm an der Nase herum. Das Wildern, das sie von ihrem Vater lernte, zahlte sich nun aus. Stolz zeigte die „Staude“ ihre gewilderten Trophäen sogar auf Jagdschauen und erlegte Gämse oft vom Fensterbrett aus, nachdem sie zuvor Futter rund um die Hütte verstreut hatte.

1912 zog sie mit ihren Söhnen Michl und Sepp auf einen Hof bei Ginzling, wo sie 1921 völlig verarmt und einsam starb.


Rund um das ergreifend dramatische Theaterstück wird ein Rahmenprogramm der kulinarischen sowie literarischen Art geboten. Denn neben den Aufführungen werden traditionelle Zillertaler Spezialitäten wie Gamsknödel und Zillertaler Krapfen frisch serviert. Und zwischen Juni bis September gibt es geführte Wanderungen zur Hütte der „Staude“, in der Wilhelm Hofer aus seinem Buch „Floitenschlagstaude“ liest. Eine Gaumenfreude wartet auch hier, denn zur Lesung wird eine „Wilderer-Jause“ gereicht.

Weitere Informationen zu der Region, den Aufführungen sowie zu den Tickets, Preisen und der Anreise finden Sie unter:
www.mayrhofen.at/ferienregion/ginzling/floitenschlagstaude.html





Foto: Mayrhofen/Berenkamp