| Neuer Therapieansatz bei rheumatoider Arthritis |
Ein neu zugelassenes Medikament kann bei Menschen mit einer dauerhaft
entzündlichen Gelenkserkrankung (rheumatoider Arthritis), eine
deutliche Besserung der Krankheitssymptome bewirken. Das Präparat
wird dann angewandt, wenn die bislang gängigen Behandlungsmittel
keinen erwünschten Erfolg bringen oder nicht vertragen werden. Die
rheumatoide Arthritis, von der in Deutschland schätzungsweise
800.000 Menschen betroffen sind, zählt zu den häufigsten
Autoimmunerkrankungen. ![]() Patienten mit rheumathoider Arthritis können ihre Lebensqualität zurückgewinnen und durch die verbesserte Beweglichkeit die Aufgaben im Alltag wieder bewältigen. Vorraussetzung ist eine frühzeitige wirksame Therapie. Frühzeitige Diagnosestellung hilfreich Einer Autoimmunerkrankung liegt eine Fehlsteuerung des Immunsystems zugrunde: körpereigenes Gewebe wird irrtümlicherweise als Fremdkörper betrachtet und bekämpft. Die Folgen können schwere Entzündungsreaktionen sein. Wichtig ist deshalb für die Betroffenen eine konsequente Behandlung. Die Beschwerden sind vielfältig und reichen von Gelenkschmerzen und -schwellungen, eingeschränkter Beweglichkeit, Entzündung des Bindegewebes der Haut, bis hin zu Allgemeinbeschwerden wie Müdigkeit, Leistungsschwäche und Fieber. Eine adäquate Behandlung kann diesen unangenehmen Symptomen entgegenwirken. Durch eine frühzeitige Behandlung lassen sich auch mögliche Folgeschäden wie beispielsweise die Verformung oder der Verlust der Funktionsfähigkeit der Gelenke vermeiden. In den letzten Jahren wurden neben der schmerzstillenden Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika und Kortisonpräparaten auch wirkungsvolle Rheuma-Basismedikamente angewandt, die speziell zur Regulierung des fehlgesteuerten Immunsystems entwickelt wurden. Zu nennen sind hier u.a. Methotrexat (MTX) und die so genannten TNF-Präparate. Diese unterdrücken das Abwehrsystem und wirken somit gezielt auf bestimmte Zellen und körpereigene Substanzen, die ansonsten eine Entzündung im Körper verstärken würden. Alternative zur derzeitigen Basismedikation Trotz der deutlich besseren Behandlungsmöglichkeit durch diese speziellen Rheumamedikamente bestand allerdings eine Notwendigkeit zur Entwicklung neuer Substanzen. Denn es gab bislang keine adäquate Alternative für Patienten, die nicht auf die bisher zugelassenen Therapien ansprechen. Das seit Anfang 2009 zugelassene Präparat „RoActemra“, das den Antikörperwirkstoff Tocilizumab enthält, eröffnet neue Möglichkeiten. Es hemmt die Entzündungsreaktionen im Körper, indem es die Bildung des Botenstoffes IL-6 blockiert. Eine erhöhte Konzentration von IL-6 im Körper spielt eine zentrale Rolle für das Entzündungsgeschehen bei rheumatoider Arthritis. Auch Einzelgabe wirksam Der Wirkstoff Tocilizumab ist für die Kombinationstherapie mit MTX zugelassen. Besonders interessant ist aber auch die Verabreichung als alleinige Therapie, wenn andere Basismedikamente nicht vertragen wurden. Das Präparat wird dabei alle vier Wochen über eine Infusion gegeben. Studien haben belegt, dass bereits in den ersten zwei Wochen ein deutliches Ansprechen auf Tocilizumab erkennbar war und die Nebenwirkungsrate vergleichbar mit der Standardtherapie bei rheumatoider Arthritis ist. Fotos: Roche Pharma AG & Chugai Pharma Marketing Ltd. |