Moderne Hörgerätetechnik – diskret und flexibel: damit Sie nichts verpassen



Unsere Ohren sind wie Antennen, die Signale aus verschiedenen Richtungen empfangen. Sie werden dort verarbeitet und ans Gehirn weitergeleitet, wo wir sie interpretieren. Lässt die Hörfähigkeit jedoch nach, dann verlernt das Gehirn mit der Zeit „zu hören“. Deshalb ist es wichtig, bei ersten Anzeichen eines verminderten Hörvermögens nach den Ursachen zu forschen.

Häufig können Spezialisten mit einfachen Maßnahmen helfen. Grundlage ist ein umfangreicher Hörtest. Professionelle Beratung bieten Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Hörgeräteakustiker.

 Den Hörverlust-Grad bestimmen

Zwischen gutem Hören und Taubheit liegt eine große Bandbreite unterschiedlicher Hörverlust-Grade. Man unterscheidet zwischen leicht, mittel, stark und hochgradig. Die meisten Hörverluste treten im Bereich leicht bis mittel auf.

Leichter Hörverlust: Leise Geräusche werden nicht gehört; in lärmender Umgebung bereitet es Mühe, Sprache zu verstehen.
Mittlerer Hörverlust: Leise und mittellaute Geräusche werden nicht gehört; es bereitet erhebliche Schwierigkeiten, Sprache speziell bei Hintergrundgeräuschen zu verstehen.
Schwerer Hörverlust: Laute Geräusche bleiben hörbar, mündliche Kommunikation ist jedoch ohne Hörgeräte unmöglich.
Hochgradiger Hörverlust: Einige sehr laute Geräusche werden gehört, eine Unterhaltung ist ohne Hörgeräte aber nicht möglich.


Mit einem perfekt eingestellten Hörgerät verpassen Großeltern
kein geflüstertes Geheimnis ihrer Enkel.


Viele Arten des Hörverlustes können mit modernen Hörsystemen ausgeglichen werden. Früher gab es noch zahlreiche Probleme mit Nebengeräuschen oder Rückkopplungen (Pfeifen), doch durch moderne Technik haben sich Hörgeräte mittlerweile zu kleinen Hörcomputern gemausert. Trotzdem zögern noch viele Menschen mit Hörproblemen, sich dieser nützlichen Technik zu bedienen. Dabei hat eine US-Studie unter ungenügend hörenden Menschen über 50 Jahren gezeigt, dass die meisten über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität seit dem Verwenden von Hörgeräten berichten. Im Vergleich dazu litten jene ohne Hörgeräte in größerem Maße unter folgenden Beschwerden:

 Depression und Traurigkeit
 Angst und Beunruhigung
 Paranoia
 verminderte soziale Aktivität
 emotionale Instabilität und Unsicherheit.

Diejenigen, bei denen der Hörverlust behandelt wurde, bestätigen folgende positive Veränderungen in ihrem Leben:

 bessere Beziehungen innerhalb der Familie
 höheres Selbstwertgefühl
 verbesserte mentale Gesundheit
 größere Unabhängigkeit und Sicherheit.

Der Gang zum Arzt oder Hörgeräteakustiker empfiehlt sich also in jedem Fall. Denn er kann anhand des Hörtests bestimmen, ob ein Hörverlust vorliegt. Falls ja, wird die Art und der Grad für jedes Ohr individuell bestimmt und in einem Audiogramm eingetragen. Der Spezialist zeigt dann auf, welche technologischen Möglichkeiten helfen können.


Hörgeräte werden individuell angepasst

Bei der Wahl eines künftigen Hörgeräts werden sowohl der Grad des Hörverlusts als auch die Form der Gehörgänge, aber auch individuelle Bedürfnisse, persönlicher Geschmack und das verfügbare Budget berücksichtigt. Es gibt Im-Ohr-(IO) und Hinter-dem-Ohr(HdO)-Modelle, digitale, digital programmierbare und analoge Geräte, mit oder ohne Fernsteuerung. Der Spezialist macht für jedes Ohr einen Abdruck – eine genaue Kopie des Gehörgangs – als Basis für die IO-Schale oder die HdO-Otoplastik.

Nach Fertigstellung setzt der Hörgeräteakustiker das Hörgerät in das Ohr ein und stimmt es auf den diagnostizierten Hörverlust und besondere Hörvorlieben ab. Zusätzlich informiert er über die Bedienung: Wie werden die Hörgeräte eingesetzt und die Lautstärke eingestellt? Auch eine Einweisung in die Wartung folgt: Batteriewechsel, reinigen und trocknen der Geräte. Schließlich kann der Experte auch ein paar Hörbeispiele präsentieren und erklären, wie das Hörgerät in verschiedenen Hörsituationen reagiert.

In den nächsten Tagen trägt der Patient das neue Gerät täglich ein paar Stunden, um sich damit vertraut zu machen. Sobald er sich daran gewöhnt hat, kann er abschätzen, was verbessert werden kann. Eventuell ist die eine oder andere Einstellungen zu ändern. Am besten notiert man sich die Situationen, in denen die Hörqualität nicht zufriedenstellend war, und lässt das Gerät entsprechend feinanpassen.

Mit der Zeit lernt der Hörgeräteträger, seinen „Helfer“ auf die bestmögliche Art zu verwenden und davon zu profitieren. Das Gehör wird durch die neuen akustischen Eindrücke wieder „trainiert“ und bleibt aktiv, was sicherstellt, dass sich die Verbindung zwischen Innenohr und Gehirn nicht verschlechtert. Außerdem kann man herausfinden, ob beispielsweise der Einsatz zusätzlicher Funksysteme hilfreich wäre. Sie bieten in schwierigen Situationen (mit Störgeräusch, Distanz oder Nachhall) eine große Hilfe. Damit werden auch das Fernsehen und Telefonieren enorm erleichtert.

Fernbedienung für Hörgeräte

Fragt man Hörgeräteträger, welches Produktmerkmal ihnen an ihrem Hörgerät am wichtigsten ist, wird am häufigsten Diskretion genannt. Dem tragen moderne Hörgeräte durch Farbe und Form selbstverständlich Rechnung. Ein zusätzliches Plus an Diskretion bietet beispielsweise eine neue Fernbedienung für Hörgeräte: Der ePen für alle Siemens-Hörgeräte aus den Reihen Pure, Life und Motion sieht aus wie ein edler Füllfederhalter. Damit lassen sich alle wichtigen Einstellungen ändern – so diskret, dass selbst ein aufmerksamer Betrachter kaum etwas davon merkt.


Mehr Diskretion für Hörgeräteträger: Mit der neuen Fernbedienung ePen
lässt sich an den aktuellen Siemens-Hörgeräten schnell und unauffällig die
Lautstärke ändern oder das Hörprogramm wechseln.


Das Tragen eines Hörgeräts braucht heutzutage kein gesellschaftliches Tabuthema mehr zu sein. Denn die moderne Technik erlaubt mittlerweile höchste Diskretion und die problemlose Anpassung an individuelle Bedürfnisse. Das heißt, die Vorteile für den Hörgeräteträger überwiegen in jedem Fall, ermöglicht besseres Hören doch die uneingeschränkte Teilnahme am sozialen Leben.


Umfangreiche Informationen rund um das Thema Hörtest und einige Onlinehörteste gibt es unter www.hoerstudio.com.

Hörgeräteträger finden unter www.hoershop.com ein gut sortiertes Angebot an Hörgerätezubehör und Hörgerätebatterien.




September 2009

Bilder: Siemens