| Schmerzpatienten wünschen sich Lebensqualität |
| „Ich
würde mich gerne wieder frei bewegen können, mit anderen
lachen, ohne Angst und Sorgen das Leben wieder genießen
können“. Vielen
Schmerzpatienten wünschen sich vor allem wieder mehr
Lebensqualität. Das zeigt die Aktion
„Schmerzens-Wunsch“ der Initiative Schmerz messen, die
Schmerzpatienten, Angehörige, Ärzte und Pflegekräfte
nach ihren Wünschen in Bezug auf chronische Schmerzen befragte.
Lebensqualität bedeutet für Betroffene gelinderte Schmerzen,
wieder aktiv sein, den Arbeitsalltag bewältigen oder nachts wieder
durchschlafen können. Ebenso am Herzen liegen den Patienten eine
bessere schmerztherapeutische Versorgung, eine wirksame und
verträgliche Schmerztherapie sowie eine spezielle
schmerztherapeutische Ausbildung der Ärzte. Denn wichtig ist
ihnen, dass Ärzte Schmerzen ernst nehmen, Verständnis zeigen
und mehr Zeit für Gespräche haben. Die verbesserungswürdige Situation von Schmerzpatienten bestätigt PainSTORY (Pain Study Tracking Ongoing Responses für a Year): Im Rahmen dieser Studie wurden fast 300 Patienten in 13 europäischen Ländern zu ihrem Leben mit dem Schmerz befragt. Das Ergebnis: Nach einem Jahr haben trotz Behandlung noch 95 Prozent der Befragten mittelstarke bis starke Schmerzen. 19 Prozent finden sogar, dass ihre Beschwerden stärker geworden sind. Trotzdem erhalten am Studienende nur 12 Prozent starke Opioide (Schmerzmittel) gegen den Schmerz. Erschwerend kommt hinzu, dass die Patienten nicht regelmäßig zum Arzt gehen. Die Folge: Starke Schmerzen, die die Lebensqualität massiv einschränken. „Die Aktion Schmerzens-Wunsch gibt Schmerzpatienten eine Stimme, indem sie ihre Wünsche in Worte fasst, ihren Leidensdruck dokumentiert und die Öffentlichkeit für ihre Bedürfnisse sensibilisiert“, erklärt Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V. Um die Situation der Schmerzpatienten zu verbessern, ist eine abgestimmte Betreuung durch qualifizierte Ärzte und eine effektive medikamentöse Schmerztherapie erforderlich. Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V., erläutert: „Mit einer modernen Schmerztherapie lässt sich vermeiden, dass Betroffene leiden. Hier besteht Handlungsbedarf, vor allem im Bereich der gesundheitspolitischen Strukturen, aber auch bei den Ärzten und den Patienten selbst.“ |
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Tipps für Schmerzkranke: So profitieren Arzt und Patient Schmerzen
ernst nehmen: Wer Schmerzen aushält und sie nicht behandeln lässt,
risikiert, dass diese chronisch werden. Deshalb gilt: Bei Schmerzen,
die weiter bestehen, obwohl die zugrunde liegende Erkrankung vorbei
ist, unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn eine frühzeitige
Schmerzlinderung kann die Entwicklung einer chronischen
Schmerzkrankheit vermeiden. Bei Schmerzen zum Arzt gehen: Für
Patienten mit Schmerzen ist der Hausarzt erster Ansprechpartner. Bei
Bedarf überweist er an einen niedergelassenen Schmerztherapeuten oder
an eine Schmerzklinik. Es ist auch möglich, sich direkt an einen
Schmerztherapeuten zu wenden. Die Berater am Schmerztelefon der
Deutschen Schmerzliga helfen, einen Therapeuten in der Umgebung des
Patienten zu finden. Telefon 0700 375 37 53 75 oder unter
www.schmerzliga.de die Adressen von Schmerztherapeuten anfordern. Schmerz beschreiben: Der Patient kennt seine Schmerzen am besten. Er
profitiert am besten, wenn er diese seinem Arzt so genau wie möglich
beschreiben kann: Wo tut es weh? Wie stark schmerzt es? Wie fühlen sich
die Schmerzen an? Seit wann, wie häufig und bei welcher Gelegenheit tut
es weh? Was verstärkt, was verringert die Schmerzen? Nur so kann der
Arzt die richtige Schmerzdiagnose stellen. Schmerzen messen und
dokumentieren: Patienten können ihren Arzt bei der Therapie
unterstützen, indem sie ihre Schmerzen mit einer Schmerzskala messen
und in einem Schmerztagebuch dokumentieren. So kann der Arzt ihre
Schmerzen besser nachvollziehen und behandeln. Zusätzlich sollten sie
notieren, wie es ihnen mit der Therapie geht. Dadurch zeigen sie ihrem
Arzt, wie gut sie die Behandlung vertragen. Schmerzskala und
Schmerztagebuch können bei der Initiative Schmerz messen unter
www.schmerzmessen.de (Rubrik Service) anfordern. Nebenwirkungen
ansprechen: Schmerzen sind ein komplexes Phänomen, das sich bei jedem
Patienten anders auswirkt. Deshalb muss jede Schmerztherapie
individuell auf den jeweiligen Patienten ausgerichtet werden. Das ist
aber nur möglich, wenn dieser seinem Arzt mitteilt, wie die Therapie
wirkt: Treten Nebenwirkungen auf? Wenn ja, welcher Art und über welchen
Zeitraum? Dann kann der Arzt ein Medikament auswählen, das der Patient
besser verträgt und so sicherstellen, dass die Therapie auch wirklich
hilft. Bei Schmerzmedikamenten ärztlichen Rat einholen:
Schmerzmedikamente, die in der Apotheke frei verkäuflich sind, können
bei kurz- und langfristiger Einnahme innere Organe wie Magen und Darm
schädigen. Deshalb sollten Patienten Schmerzmedikamente nie ohne
Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Dieser kann am besten entscheiden,
welche Dosierung, Häufigkeit, Dauer und Art der Medikamenteneinnahme
geeignet ist, um Schmerzen wirksam und gut verträglich zu lindern. Auf den Arztbesuch vorbereiten: Nur wenn der Arzt umfassend informiert
wird, kann er für seinen Patienten die optimale Therapie verordnen.
Patienten sollten eine Liste mit allen Ärzten erstellen, bei denen sie
wegen ihrer Schmerzen in Behandlung waren und diese zu ihrem ersten
Termin mitbringen. Zudem sollten sie alle vorliegenden
Untersuchungsergebnisse zu ihrer Erkrankung zusammenstellen und ihrem
Arzt alle Medikamente nennen, die sie aktuell einnehmen und in den
letzten Monaten eingenommen haben – sowohl verschreibungspflichtige als
auch rezeptfreie. Nicht aufgeben, optimistisch bleiben:
Chronischer Schmerz ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine
psychische Belastung. Alles dreht sich nur noch um den Schmerz. Für
Patienten ist es wichtig, dass der Schmerz nicht ihr Leben dominiert.
Eine psychotherapeutische Behandlung kann hilfreich sein. Kontakt zu anderen Menschen/Betroffenen suchen: Schmerzpatienten
brauchen jemanden, mit dem sie über ihre Schmerzen und deren
Auswirkungen auf ihr Leben sprechen können. In Selbsthilfegruppen
treffen sich Betroffene, aber auch Angehörige, um gemeinsam die
Schmerzkrankheit und die damit verbundenen psychischen Probleme zu
bewältigen. Unter www.schmerzliga.de können Kontaktdaten von
Selbsthilfegruppen regional abgerufen werden. Sport treiben und
beweglich bleiben: Bei Bewegungsschmerzen ist Aktivität statt
Passivität gefordert. Welche Sportart sich bei welcher Krankheit
eignet, weiß der Arzt. Aber auch im Alltag gilt: Regelmäßige Bewegung
ist wichtig. Voraussetzung für jede Art von Bewegung bei starken
Schmerzen ist eine effektive und verträgliche medikamentöse
Schmerztherapie. |
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Die neue Patientenbroschüre der Initiative „Schmerz messen“ informiert Patienten umfassend über das Thema Schmerztherapie. Sie richtet sich an Patienten mit starken chronischen Bewegungsschmerzen sowie mit Tumorschmerzen. Der Ratgeber erläutert, wie Schmerzen chronisch werden und warum es daher wichtig ist, sie frühzeitig und effektiv zu lindern. Welche Therapien zur Behandlung chronischer Schmerzen von Schmerzexperten empfohlen werden und wo Patienten Hilfe finden, wird in der Broschüre ebenso beschrieben wie das Messen und die Dokumentation der Schmerzintensität www.schmerzmessen.de/service/infomaterial.html. ![]() |
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| Dezember 2009 |